Konferenz in Kabul

Afghanistan-Show

19. Juli 2010, 18:13

Kriegsherren und Zahlmeister schwören einander auf ihr Engagement für eine Sache ein, die viele schon für verloren halten - von Gudrun Harrer

In Kabul ist immerhin etwas möglich, was in Bagdad während der schlimmeren Zeiten nie und nimmer gegangen wäre: dort eine internationale Konferenz abzuhalten. Aber die Begeisterung der Einwohner der afghanischen Hauptstadt darüber hält sich, euphemistisch gesagt, in Grenzen. Denn die Kabul-Konferenz, zu der heute hochrangige Delegationen aus 70 Ländern erwartet werden, ist für sie nicht nur mit den üblichen Belästigungen verbunden, sondern mit einem enormen Sicherheitsrisiko. Die Anschläge der Taliban erwischen in der Regel nicht die drinnen, sondern jene, die draußen vor der Türe stehen.

Das war bei der sogenannten Friedens-Jirga, die Kabul im Juni gesehen hat, nicht anders. Die Versammlung verschiedener afghanischer Interessenvertreter - nicht alle wichtigen waren dabei - war eine Inszenierung des guten Willens von Präsident Hamid Karsai, ohne konkrete Ergebnisse, wobei manche Beobachter sogar befürchten, dass neue Gräben aufgerissen wurden. So schlimm wird es heute nicht werden, aber auch die Kabul-Konferenz ist vor allem eine Show: Hier schwören Kriegsherren und Zahlmeister einander auf ihr Engagement für eine Sache ein, die viele schon für verloren halten.

Neben den - alten - Zusagen werden die Ankündigungen nicht fehlen, dass in Kürze die Afghanen die Verantwortung selbst in die Hand nehmen müssen. Und keiner weiß genau, was das heißt und was dann passiert. (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2010)

derFalkner
01
20.7.2010, 08:14
Der einzige Feind sind die Unbeteiligten

Da ist sie wieder, die geheime Einheit der Kriegsparteien: "Die Anschläge der Taliban erwischen in der Regel nicht die drinnen, sondern jene, die draußen vor der Türe stehen" - das gilt ja genauso für die Militäraktionen der Invasoren, die in den meisten Fällen Zivilisten, am zweitmeisten die eigenen Kräfte und ziemlich selten Taliban treffen. Insofern bleibt auch dieser "Konflikt", was moderne Kriege generell auszeichnet: ausschließlicher Kollateralschaden.

StandardLeser2
02
19.7.2010, 21:49
ähm.. eine Frage, wenn ich sie stellen darf

WARUM
FÜHREN
WIR
KRIEG
IN
AFGHANISTAN
???

Unpolitisch
20
20.7.2010, 10:29

Schon mal was vom WTC gehört? Ohne den Angriff auf das World Trade Center würde es auch keinen Krieg in Afghanistan geben.

käptn iglo's rache
10
20.7.2010, 17:41
hi hi!

wie naiv sind Sie denn? :-)

ROHSTOFFE UND GEOPOLITIK! Nix Menschenrechte. Und schon gar nicht hatte Afghanistan irgendwas mit 9/11 zu tun. Alles westliche Lügen-Propaganda!

asinus
00
19.7.2010, 22:37

Weil sonst Afghanistan zu uns kommt (sagte Hr. Platter einmal), ist ja klar. Die Kriegstreiber sind überall zu finden, und sie halten sich schön bedeckt.

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