Der "Mhiripiri Bomber" verschafft Abhilfe mit Chili - und gegen Paviane helfen ... Kampfesel
Abidjan - Das Grundproblem zwischen Menschen und Elefanten ist vielleicht, dass sie einander zu ähnlich sind: Beide Spezies haben einen enormen Flächenbedarf, was den Verbrauch natürlicher Ressourcen betrifft, und beide sind nicht sonderlich geübt darin, etwaigen Nahrungskonkurrenten Platz zu machen. Mit der Ausbreitung von Landwirtschafts- und Siedlungsflächen erhöht sich die Zahl unerwünschter Begegnungen sowohl in Afrika als auch in Südasien - durch die Medien geistern dann zumeist "Amok laufende" Elefantenherden, die Felder und Siedlungen "verwüsten".
Mittel- und langfristig ist keine Lösung dieses Konflikts in Sicht (zumindest nicht eine, die auch die Bedürfnisse der Elefanten berücksichtigt). Die Zahl der Konfrontationen hat in den vergangenen Jahren jedoch derart zugenommen, dass zunächst einmal kurzfristig gedacht werden muss. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat deshalb eine Anleitung veröffentlicht, wie man Elefanten vertreiben kann, ohne sie zu töten. Das Mittel der Wahl: Chili. Menschen in "Frontsiedlungen" wird der Gebrauch eines umgerüsteten Plastik-Spielzeuggewehrs, das Ping-Pong-Bälle verschießt, empfohlen - doch wird die Munition für diesen sogenannten "Mhiripiri Bomber" mit einer Chili-Lösung gefüllt: Platzen die Bälle auf der Haut eines Elefanten, soll dies ausreichen, ihn in die Flucht zu schlagen. Auch das Anbauen von Chili sowie das Verbrennen von mit Chili versetztem Elefantenkot soll Abhilfe verschaffen.
Elefanten sind aber nicht die einzige Spezies, die den ohnehin zumeist armen Ackerbauern und Viehzüchtern empfindliche Verluste bereiten. Auch dafür bietet die FAO Lösungsvorschläge an, die skurril klingen mögen, die aber sowohl auf die geringen Mittel der Bauern Rücksicht nehmen müssen als auch eine effektive Alternative zum Abschuss der Wildtiere bieten. Paviane beispielsweise können ebenfalls große Ernteschäden verursachen. Hier empfiehlt die FAO ausgehöhlte Brotlaibe auszulegen, in denen zuvor eine (nach Möglichkeit lebendige) Schlange versteckt wurde. In der erhofften Mahlzeit eine Schlange vorzufinden soll Paviane nachhaltig genug erschrecken, dass sie nicht mehr an diesen Ort zurückkehren. - Und gegen räuberische Fleischfresser müssen nicht unbedingt Hütehunde der beste Schutz sein: Die FAO verweist auf ein in Kenia gebräuchliches System, in dem Esel als Wächter genutzt werden. Diese würden keine Furcht zeigen und sogar große Räuber mit Geschrei, Tritten und Bissen in die Flucht schlagen. (red)