Causa Alijew: "Dutzende dubiose Transaktionen"

18. Juli 2010, 20:08

Verdacht der Geldwäscherei

Wien - Der ehemalige kasachische Botschafter in Österreich, Rakhat Alijew, soll nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) über ein Geflecht von Firmen und Konten aufklärungsbedürftige Finanztransaktionen durchgeführt haben. Die Zeitung berichtet über Probleme, die sich die Zürcher Kantonalbank (ZKB) durch den Erwerb der Salzburger Privatinvest Bank (PIAG) eingehandelt hat, und schreibt, dass der ehemalige Schwiegersohn von Staatschef Nursultan Nasarbajew 2007 am Tag seiner Abberufung als Botschafter versucht haben soll, "zwölf Mio. Euro von einem PIAG-Konto auf ein anderes zu verschieben".

Die Salzburger Privatinvest haben die Transaktion "wegen des Verdachts der Geldwäscherei" nicht mehr durchgeführt und dann am Tag danach Meldung bei den österreichischen Behörden erstattet. "Wie immer klarer wird, hätte sie dies schon viel früher tun müssen", formuliert die NZZ. Alijew soll der Zeitung zufolge "über ein Geflecht von Firmen, zwei davon mit Sitz in Genf, seit 2004 Dutzende dubioser Transaktionen über die PIAG abgewickelt" haben. Laut Format soll Alijew über die Privatinvest zwischen 2005 und 2007 rund 100 Millionen Euro transferiert haben.

Wie berichtet, wurde Rakhat Alijew 2008 von einem kasachischen Gericht in Abwesenheit zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt. Kasachstan betreibt bei den österreichischen Behörden seine Auslieferung. Der Aufenthaltsort des Exbotschafters ist unbekannt, möglicherweise ist er gar nicht mehr in Österreich. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 19.7.2010)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.