"Rechte hier und jetzt"

Flammende Appelle für mehr Geld und Menschenrechte

18. Juli 2010, 20:04
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    foto: apa/georg hochmuth

    Kurz vor der offiziellen Eröffnung der 18. Internationalen Aids Konferenz in Wien demonstrierten am Sonntag, 18. Juli 2010, Aids-Aktivisten mit dem Motto 'Keep your promises, we want to live' (Haltet Eure Versprechen! Wir wollen leben, Übers.) in der Wiener Messehalle.

Wissenschafter, Betroffene und Aids-Aktivisten und Vertreter von internationalen Organisationen wenden sich an die Weltöffentlichkeit

Wien - Start der 18. Internationalen Aids Konferenz (AIDS 2010, 18. bis 23. Juli) in Wien. Mit flammenden Appellen an Politik und Staatengemeinschaft, weltweit den Zugang zur Behandlung von HIV/Aids herzustellen und die Menschenrechte zu wahren, wandten sich am Sonntag bei der Eröffnungskonferenz Wissenschafter, Betroffene und Aids-Aktivisten sowie Vertreter von internationalen Organisationen an die Weltöffentlichkeit. Mit dem Motto "Rechte hier und jetzt" wird auf den Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Gesundheit - speziell in Sachen Aids - Bezug genommen. Zu der Konferenz werden 25.000 Teilnehmer erwartet.

Ziel nicht erreicht

Julio Montaner, Präsident der Internationalen Aids Gesellschaft (IAS): "Wir hatten die Ziellinie, im Jahr 2010 den generellen Zugang zur Aids-Therapie zu erzielen. Das haben die G8-Staaten verkündet." Erreicht wird das nicht. Der Aids-Spezialist: "Aber die G8-Länder haben uns nicht erklärt, wie es jetzt weiter gehen soll. Zehn Millionen Menschen warten auf eine Therapie. Geschafft wurde, dass wir fünf Millionen HIV-Positive behandeln. Dabei hat sich gezeigt, dass man mit der Therapie bei einem Ehepartner die Übertragung auf den anderen um 90 Prozent reduzieren können. Und in der Verhinderung der Übertragung von HIV von Mutter auf Kind können wir zu fast 100 Prozent erfolgreich sein. Aus meiner Sicht haben wir mangelnde politische Führung in diesen Fragen. Das müssen wir beseitigen."

Kritische Situation in Osteuropa und Zentralasien

Die Präsidentin der Österreichischen Aids-Gesellschaft, Brigitte Schmied, betonte die kritische Situation in Osteuropa und Zentralasien, was HIV angeht: "Nur 23 Prozent der Menschen, die dort eine Behandlung benötigen, erhalten sie auch. Dort gibt es die am schnellsten wachsende Aids-Epidemie. In manchen Staaten sind es wieder die Ärzte, welche die Entscheidung zu treffen haben, wer leben und wer sterben wird." In Osteuropa wäre es oft die intravenöse Drogenabhängigkeit mit Stigmatisierung, Kriminalisierung und mangelnden Betreuungsprogrammen (Spritzentausch, Substitutionstherapie), was die Situation so schwierig mache. Schmied: "Patienten muss man behandeln, nicht verfolgen."

Ukraine

Vladimir Zhovtyak, Präsident der osteuropäischen und zentralasiatischen Union der Menschen mit HIV/Aids, berichtete von erschütternden Zuständen in der Region und seiner Heimat, der Ukraine: "Man verletzt das Recht auf Leben. Jeder zweite von uns stirbt an Tuberkulose. Dreimal mehr Menschen würden eine Therapie benötigen als sie diese bekommen. In Usbekistan hat man die Zentren für die Substitutionstherapie von Drogenabhängigen geschlossen. Wir hoffen, dass unsere Regierung endlich ihrer Verantwortung kommen. Wir, die wir mit HIV leben, werden mit allen unseren Energien, wenn notwendig mit unserem Leben, dafür einstehen, dass wir diese Epidemie beenden."

Russland

Ähnlich offenbar die Situation in Russland. Sasha Volgina, selbst HIV-positiv und Chefin des russischen Verbandes gegen Armut und für Entwicklung: "Solange Russland vorgibt, ein 'Geberland' zu sein, wird sich nichts ändern. Es ist eine Lüge, dass wir keine Hilfe benötigen. Solange Russland vortäuscht, dass es hier keine große Drogen-Epidemie gibt, wird sich nichts ändern. Der erste Schritt, um solche Probleme zu lösen liegt darin, sie überhaupt erst einmal zu erkennen."

Ein gemischtes Bild zeichnete der französische Epidemiologe Yves Souteyrand: "Wir hatten im Jahr 2004 noch 2,2 Mio. Todesopfer durch Aids. Im Jahr 2008 waren es zwei Millionen. Das verdanken wir der Therapie. Aber es gibt noch immer pro Jahr 2,7 Mio. Neuinfektionen.

Kritik an Österreich kam von Paula Akugizibwe (Ruanda), Koordinatorin der Aids and Rights-Alliance für das südliche Afrika: "Österreich hat dem Global Fund geschrieben, dass es in den kommenden vier Jahren nichts beitragen wird. Das wäre keine Priorität in der Entwicklungszusammenarbeit. (...) Aids ist nicht 'überfinanziert', die Herausforderung ist die Unterfinanzierung von Gesundheit." (APA)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
19.7.2010, 04:20
Mehr Mittel

von der Finanzindustrie, von den Banken zur Gesundheit von Menschen!

Servus Österreich1
00
18.7.2010, 23:00
Und Österreich?

Welche Rolle hat Österreich?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
19.7.2010, 04:21

- die unter den teppich?

es gäbe Alternativen
01
19.7.2010, 07:00
APA, Standard & Co

berichten nicht authentisch

offizieller Bericht der konferenz in www.aidsmap.com

"Paula Akugizibwe, speaking on human rights at the plenary, noted that whle the AIDS 2010 conference is expected to deliver around 45 million euros to the Austrian economy, the Austrian government has recently told the Global Fund that it will not be supporting the fund despite the fact that the country’s estimated `fair share` (based on gross domestic product) would be $45 million per year."

Wieso kommt das in Österreich nie korrekt in die Medien?

kleines fussballmädel
02
18.7.2010, 20:22
ich habs gesehen

war wirklich sehr imposant. die leute, die vorort waren, machten ziemlich verdatterte mienen. war wirklich eine gelungene demo! bravo!

duzzl
01
19.7.2010, 00:13

stimmt, bin gespannt wie die restlichen tage und demonstrationen ablaufen werden...

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