Buwog-Prozess

"Profil" beruft gegen Grasser-Urteil

18. Juli 2010, 19:59

Magazin zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt

Wien - Im Ehrenbeleidigungsprozess, den Ex-Finanzminister Grasser gegen seinen früheren Mitarbeiter Michael Ramprecht und das Magazin "profil" angestrebt hat, wird "profil" Rechtsmittel gegen das erstinstanzliche Urteil erheben. Das Magazin wurde am Donnerstag in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro und der Urteilsveröffentlichung verurteilt, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Profil"-Anwalt Hubert Simon sieht dadurch die Freiheit der Meinungsäußerung verletzt, berichtet das Magazin. Ramprechts Anwalt Michael Pilz hatte bereits nach der Urteilsverkündung Rechtsmittel angekündigt. Auch Grasser sei mit dem Urteil nicht zufrieden und werde Rechtsmittel einlegen, so das Magazin. Laut Grassers Anwalt Michael Rami habe der Ex-Finanzminister auf einen umfassenderen Schuldspruch gehofft.

Grasser hatte Ramprecht geklagt, weil er sich durch dessen Äußerungen im "profil" in seiner Ehre beleidigt sah. Der Ex-Kabinettsmitarbeiter hatte von einem "abgekarteten Spiel" bei der Buwog-Privatisierung gesprochen. Ramprecht war am Donnerstag im Wiener Landesgericht wegen Übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt worden, weil er seinem ehemaligen Chef Manipulationen bei der Buwog-Privatisierung vorgeworfen hatte. Betreffend seiner Aussagen, der Minister habe schon die Auswahl der Investmentbank zur Begleitung der Privatisierung beeinflusst und Lehman Brothers durchgesetzt, wurde er freigesprochen.

Zum Verdacht der Untreue und des Amtsmissbrauchs bei der Buwog-Privatisierung wird von der Staatsanwaltschaft weiter gegen Grasser ermittelt. Auch die Lobbyisten Walter Meischberger und Peter Hochegger sowie der Immobilienmakler Ernst Karl Plech sind Verdächtige, Ramprecht geriet nun ebenfalls ins Visier der Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. (APA)

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12 Postings
Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
00
31.7.2010, 16:23

Die großen Zeiten des Profil sind ca. 20 Jahre vorbei. Heute schreiben dort ein halblustiger, selbstverliebter und sich selbst unglaublich wichtig nehmender Chefredakteur, ein in den 80er Jahren stecken gebliebende Feminanze, ein höchst wehleidiger und pessimistischer ehemaliger Herausgeber und ein bis zum Erbrechen politisch korrekter "Satiriker". Wer so was kauft, ist selber schuld.

_**_
00
19.7.2010, 14:07
da der richter keine experte in imobilienfragen ist

wird er bei der berufung ein gremium von sachverständigen zur wahrheitsfindung hinzuziehen.
kolportierte mitglieder dieser sind expertengruppe:
walter M.
peter H.
ernst karl P.
und der allrounder
karl heinz g.

NotDarkYet
02
19.7.2010, 13:32
Auf die österreichische Justiz ist Verlass!

Hier wird einer Krähe niemals ein Auge ausgehackt.

Die einzige Hoffnung ist die bayrische Justiz, die beim Hypo Alpe Adria Skandal hoffentlich so arbeiten wird, wie man es sich in einer Demokratie erwartet und wie es in Österreich niemals geschieht.

Kalvarienberg
01
19.7.2010, 11:22
Gibts nicht endlich ein Unschuldsvermutungs-Block-Add on für den Firefox ????

Neza
11
19.7.2010, 10:41
Profil vereitelte die Aufklärung des BUWOG-Skandals

Das "Profil" hat mit die Misere der BUWOG-Ermittlungen verschuldet, indem es den Kronzeugen in einem journalistischen Vabanque-Akt unter Missachtung und jenseits aller Sorgfaltspflichten verheizt hat.

Das "Profil", das sich selbst so gern als Aufdeckermagazin darstellt, hat mit dieser unprofessionellen Tolpatschigkeit wahrscheinlich sogar die vollständige Aufklärung dieses Megaskandals BUWOG samt Anhang vereitelt, eine wahrlich tolle Leistung dieses Blattes !

Die erfolgte medienstrafrechtliche Verurteilung ist angesichts der Tragweite dieser Verfehlung ohnhin nur eine viel zu kleine, aber jedenfalls gerechtfertigte Sanktion.

spoiled ballot
00
21.7.2010, 11:52
wie kommst auf das?

das urteil ist weder rechtskräftig noch hat es was mit den weiteren ermittlungen im buwog fall zu tun.

wie lange man grasser schützt hängt davon ab wie korrupt die justiz ist.

KuKi Basser
01
19.7.2010, 15:53

Man könnte natürlich auch anders argumentieren und den Rechtsstaat in größter Gefahr sehen, wenn schon so ein Profil-Bericht die letzte Hoffnung auf ein angemessenes Buwog-Verfahren zerstört.

franz der freie
 
00
19.7.2010, 13:18
vielleicht war das die absicht von profil ?

Curd Hombre
00
19.7.2010, 08:48
Na also - der Aufschwung beginnt zu greifen....

....zumindest die Anwälte & Gerichte verzeichen alngsam deutlich mehr Aktivität!

John Sandwich
05
19.7.2010, 01:02
Und das Wort ...

... ("Unschuldsvermutung") ward Fleisch ("KHG") geworden.

ulli52
 
01
19.7.2010, 18:28
"und hat unter uns gewohnt. "

leider wohnt es noch immer nicht im häfen...

libera
04
18.7.2010, 23:02

bravo!

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