Superabsorber

Mehr Mangos, weniger Wasser

21. Juli 2010 17:01
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    Foto: apa/nadeem khawer

    Wasser sparen und den Fruchtertrag steigern: Das Ergebnis eines Geohumus-Forschungsprojektes auf einer ägyptischen Mangoplantage.

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    Foto: geohumus

    Das Granulat kann das bis zu 40-fache seines Eigengewichts an Wasser speichern.

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    Foto: geohumus

    Geohumus wird der Erde untergemischt, abgebaut wird es nach mehreren Jahren.

Ein Granulat speichert Flüssigkeit im Boden, um sie bei Bedarf an die Pflanzen abzugeben - Das Ziel: Wasser sparen, Erträge steigern

Auf Feldern oder in Gärten versickert und verdunstet ein Großteil des Gießwassers, ohne dass es die Pflanzenwurzel aufnehmen kann. Um das zu vermeiden und der Wasserknappheit entgegenzusteuern, hat ein Frankfurter Unternehmen einen Bodenhilfsstoff entwickelt, der das Wasser im Boden speichert.

Das Hybridmaterial in Granulatform nennt sich "Geohumus" und besteht aus anorganischen, fein gemahlenen Gesteinsmehlen und aus superabsorbierendem organischem Polymer. Der Ursprungsstoff für das Polymer wird aus Propangas und/oder nachhaltigen Rohstoffen wie Stärke oder Glycerin gewonnen.

Wasser an Pflanzen abgeben

Herkömmliche Superabsorber, wie sie zum Beispiel für Windeln verwendet werden, nehmen zwar Flüssigkeit auf, geben sie aber nicht mehr ab. Anders Geohumus: Das Polymernetzwerk nimmt unter Volumenausdehnung einen großen Teil jenes Wassers, das sonst versickern oder verdunsten würde, auf. Es kann das bis zu 40-fache seines Eigengewichtes an Wasser speichern. Bei Bedarf wird die Flüssigkeit durch die Saugspannung, die die Pflanzenwurzeln aufbauen, an die Pflanze abgegeben. Die Folge: Man braucht weniger Gießwasser, die Pflanze wird gleichmäßiger mit Flüssigkeit versorgt.

Das Neue daran ist, dass die Eigenschaften von Superabsorbern und nährstoffliefernden Gesteinsmehlen in einem einzigen Partikel kombiniert sind. Die Bestandteile sind chemisch fest miteinander verbunden, bei der Anwendung kann keine Entmischung auftreten. Das Polymer kümmert sich um das Speichern von Wasser, die Gesteinsmehle versorgen die Pflanzen mit Mineralien und Nährstoffen und sind für Strukturstabilität und Bodendurchlüftung verantwortlich.

Forschungsprojekte

Bei einem Forschungsprojekt in Ägypten wurde der Bodenhilfsstoff in Zusammenarbeit mit der Universität Ismailia auf einer Mangoplantage getestet. Das Ergebnis: bis zu 34 Prozent mehr Fruchtertrag und bis zu 40 Prozent Wasser-Ersparnis. Ein Dattelpalmen-Projekt in Saudi Arabien zeigte, dass der Hilfsstoff nicht nur bei normaler Bewässerung, sondern auch bei reduzierter oder überhöhter Bewässerung effektiv ist.

Weniger Chemie

"Dank des Bodenhilfsstoffs spart man sich jedes dritte Gießen. Zudem wird auch das Auswaschen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln vermindert", erklärt Michael Ilg vom gleichnamigen Unternehmen Geohumus. Dadurch müsse weniger Chemie eingesetzt werden, das Grundwasser werde weniger belastet. Die wasserspeichernde Wirkung soll je nach Bodenart und - beschaffenheit zwischen drei und fünf Jahre lang halten.

Das Unternehmen betont, dass Geohumus keine Schadstoffe enthalte und folglich auch keine im Boden hinterlasse. Die Gesteinsmehle würden natürlich verwittern, der organische Anteil zerfalle in Kohlenstofdfioxid (CO2) und Wasser, der Abbauvorgang dauere mehrere Jahre. Zu den Einsatzgebieten gehören neben privaten Gärten auch Sportplätze, Parks, landwirtschaftliche Sonderkulturen. Unfruchtbare Flächen sollen durch das Granulat reaktiviert werden, von Verwüstung bedrohte Gebiete fruchtbar gehalten. (red, derStandard.at)

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18 Postings
ichdenkealsobinich?
04.08.2010 23:56

seramis wurde doch schon erfunden - ich habe diese braunen kugerln gehasst und bin buchstäblich auf ihnen herumgetreten.

Nick Tameer
23.07.2010 00:20

Mangos sind Baumfrüchte. Die Pflanzen auf dem abgebildeten Feld sind also keine Mangobüsche - vielleicht sind es Spaghettipflanzen.

qwert zuiop
22.07.2010 15:29

Tanze Mango mit mir *tschinbumm* tanze Mango die ganze Nacht.

FriedaKistner
22.07.2010 13:08
Exorbitant teuer

Gute Idee, schlechte Ausführung. Ich sehe ein, dass die Entwicklung und Produktion von Geohumus eine Menge Geld verschlungen hat. Und schliesslich existiert eine Firma mit Ihren Produkten zum Zweck der Gewinnmaximierung.

Aber der hohe Preis (20 kg = 226,10 EUR für 3 bis 5 Jahre) macht es völlig unmöglich, dass eine industrielle Nutzung in Entwicklungs-Ländern möglich wird. In der Folge könnten wir uns die Früchte (Bananen? Datteln? Mangos?), die aus Geohumus wachsen würden, vermutlich gar nicht leisten.

Und dann muss man sich vielleicht fragen, welchen Sinn es hatte, ein Hightech-Luxusprodukt für superreiche Dattel- oder Rosen-Liebhaber zu kreieren.

Cogito Ergo Dumm
29.07.2010 17:52
Kommt darauf an,

für wieviele m² die 20 kg ausreichen.

Der Ätzer
22.07.2010 12:22
Wieso fällt das nicht den Politischen Eliten ein?

Die Tröpfchenbewässerung wie in Israel überall genutzt ist weniger effektiv?

Bei mir funktioniert die Drainage und Blähton hervorragend.

weltfremder
22.07.2010 10:33

die idee ist sicher 30 jahre alt.

schobiwankinobi
22.07.2010 12:36
ich glaube der haken ist....

das dieser geohumus wenn es ihn mal zum kaufen gibt, so überteuert angeboten wird, dass es sich die menschen die am meisten davon profitieren würden (3.welt länder) einfach nicht leisten können.

Außerdem könnte man diese länder ja nicht mehr so gut ausnützen wenn sie sich selbst ernähren könnten....

Der groBe Mann
22.07.2010 13:07
Man kann auch windeln nehmen, die enthalten auch den Superabsorber. Am besten gebrauchte.

So Nina
22.07.2010 10:32
Hoffentlich...

...gibt es das auch bald für private Blumenfreunde - dann brauch ich meine Blumen nur noch ganz selten gießen....

Mastermix
05.08.2010 09:28
Gibts eh schon

ist halt relativ teuer. Klick mal hier:

http://tinyurl.com/22kml52

Stoascheissa Korl
22.07.2010 11:27

Ähnliches gibt es schon ewig. Vielleicht ist das jetzt "besser", außerdem mit Nährstoffen versetzt. Wer weiß, wer weiß?

lemming0815
22.07.2010 09:27
Anteil zerfalle in Kohlenstofdfioxid (CO2)

...da ist der haken an der sache ;)

Der Ätzer
22.07.2010 12:25
Die Pflanzen sind doch CO² abhängig, oder?

Allegra!
02.08.2010 12:46
Was ist O-Quadrat?

iohui
21.07.2010 18:28
klingt sehr vielversprechend.

Zinnmo
 
21.07.2010 22:13

Die Frage ist, was es kostet. Für arme Kleinbauern wird das nichts werden.

8Nachtigall8
21.07.2010 17:16

toll, vorallem die idee mit der verwüstung, super..
brauch ma uns keine sorgen machen, wenn wir weiterhin m² um m² roden ;)

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