BP will Bohrloch wieder öffnen und Öl auffangen

18. Juli 2010, 08:47

Probelauf für Abdichtung verlängert - Letztlich soll Zement die Ölquelle versiegeln

Washington - Der BP-Konzern will sich im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko nicht nur auf den provisorischen Verschluss der Quelle am Meeresboden verlassen. Nach Ende eines kritischen Belastungstests des seit Donnerstag vorübergehend gestopften Bohrlochs solle es wieder geöffnet und das Öl aufgefangen werden, teilte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, in der Nacht zum Sonntag mit. Zugleich kündigte er an, dass der Probelauf angesichts des "erfolgreichen, vorübergehenden Stopps des Ölflusses" 24 Stunden länger als geplant und damit noch bis Sonntagabend (MESZ) dauern soll.

Öl auffangen und auf Schiffe leiten

Unmittelbar nach dem Ende des Tests werde man "unverzüglich" wieder damit beginnen, das Öl kontrolliert und ohne weitere Gefährdung der Umwelt aufzufangen und auf Schiffe zu leiten, hieß es ohne weitere Details. Die Kapazitäten für das Auffangen würden über die nächsten Tage erhöht, zudem komme eine besser sitzende Kappe über dem Loch zum Einsatz.

Allen erklärte, dass die derzeit laufenden Entlastungsbohrungen "der letztendliche Schritt" sein würden, die Ölfontäne zu stoppen. BP rechnet damit, dass bis zum Ende des Monats die Bohrung das außer Kontrolle geratene Steigrohr erreicht. Danach soll die Quelle mit Zement versiegelt werden, was laut BP Tage oder Wochen dauere.

Ein neuer Auffangzylinder über dem ramponierten Bohrloch war am Donnerstagabend geschlossen worden. Damit schoss zum ersten Mal seit Beginn des Umweltdramas vor rund drei Monaten kein Öl mehr aus der Quelle. Mit dem zunächst auf 48 Stunden angesetzten Test sollte herausgefunden werden, ob das Steigrohr im Meeresboden dem Druck standhält oder das Öl an einer anderer Stelle austritt. Am Samstag hatte es von BP geheißen, dafür gebe es keine Hinweise.

Laut Allen habe der Test "wertvolle Informationen" geliefert, die beim endgültigen Abdichten der Quelle für den Fall eines vorübergehenden Verschlusses während eines Hurrikans helfen würden.

Regelmäßige Drucküberprüfung

Ingenieure prüfen während der provisorischen Abdichtung alle sechs Stunden den Druck in dem Bohrloch. Steigende Werte bedeuten, dass die Abdichtung funktioniert. BP-Manager Wells räumte am Samstag ein, dass der Druck nicht so stark sei wie von den Experten erhofft. Grund könne sein, dass bereits seit Monaten Öl aus der Quelle ströme und dadurch in dem sich leerenden Reservoir der Druck generell sinke.

Seit dem Untergang der von dem Konzern betriebenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April, wobei elf Arbeiter getötet wurden, hatten sich Millionen Liter Rohöl ins Meer ergossen und die größte Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Der Konzern hat wegen der auf bis zu 100 Milliarden Dollar (76,9 Mrd. Euro) geschätzten Kosten der Umweltkatastrophe etwa die Hälfte seines Börsenwerts verloren. (APA)

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wolfgang gaerber
00
18.7.2010, 22:15
.....

wenn da nicht die panische Angst im Raum stünde dass ihnen das Bohrloch jeden Moment um die Ohren fliegt würd man sicher anders handeln.
Es gibt genug Videobilder die zumindest minimale Lecks zeigen, die Wandstärke des Steigrohrs soll auch durch den freien Austritt ganz schön eingebüßt haben.
Wenn man sich das Protokoll der Bohrung ansieht wurde schon während der Bohrung viel herumgeflickt, gab mehrmals unkontrollierten Ausfluß.
Die geologische Situation vor Ort ist auch äußerst mäßig.

Daher haben alle eingeweihten Beteiligten die Hosen gestrichen voll.

Für BP gehts ums Ganze - und die Regierung sieht auch nicht besonders jung aus.

Mehr Förderung == weniger Druck. Kommt ein Hurrican muss man kurz abdrehen == getestet.

Petzibär
00
18.7.2010, 21:45
das war zu erwarten

die was sich jetzt am meisten aufregen tun die fahren vermutlich eh wie eine wildsau und blasen den sprit selbst in die athmosphäre das schon die vögel runterfallen tun und sind heimlich froh das jetzt der sprit ja nicht wieder teurer werden tut weil sonst müssten sie ihre haxn selbst bewegen und sich nicht mit dem automobil was ja selbst mit sprit fahren tut herumchauffieren lassen und nur die füße gemütlich aufs pedal legen lassen tun

Beatrix Karl, TRETEN SIE ZURÜCK!
10
18.7.2010, 20:15

Was ist diesen verrückten Wissenschaftlern denn nun schon wieder eingefallen?? Das Loch ist zu, gut - aber wie kommen wir jetzt an das kostbare Öl ran? Bis die Ersatzbohrungen fertig sind, können noch Monate vergehen; machen wir also besser doch wieder auf.

Regis 1
00
19.7.2010, 06:06
aber wie kommen wir jetzt an das kostbare Öl ran

ironie? falls ja - naja, dann stehe ich auf der leitung. falls nein - es wird zeit, dass die gattung homo sapiens abtritt ...

Keyser
01
18.7.2010, 18:17
Ein Interpretationsversuch

Es soll zeitweilig Öl auf einen Supertanker geleitet werden, um den noch immer vorherrschenden Druck im Bohrloch noch weiter zu senken. Dadurch sollen die optimalen Voraussetzungen geschaffen werden, um das Bohrloch endgültig versiegeln zu können, und das Loch stillzulegen.

Falls es so gedacht ist, hoffe ich, das bei erneuter Öffnung nicht wieder etwas schief geht.

C.G.
00
18.7.2010, 18:59

Momentan scheint es eher so zu sein, dass die BP mit der Situation zufrieden ist und das Bohrloch geschlossen lassen moechte.
Die US Regierung dagegen (Thad Allen und andere) sind besorgt, dass der niedriger als erwartete Druck doch ein Leck bedeuten koennte und wuerde die Foerderung bevorzugen (zumindest scheint es so, wenn man sich die Pressemitteilungen von heute anschaut).
Die wahrscheinlichste Kompromissloesung wird sein, dass der 'Test' offiziell fuer weitere 24 Stunden verlaengert wird.

Keyser
00
18.7.2010, 21:16

Auch das ist mit Sicherheit zutreffend. Und es ist warscheinlich auch eine gute Entscheidung, es so handzuhaben, als dann nach einiger Zeit festzustellen - Es hat doch nicht gereicht, es ist doch nicht dicht, es kommt zu einem erneuten Aufbruch.

Soetwas passierte in der Vergangenheit schon einmal. Damals verhielt es sich auch überwiegend so, das ein Bohrloch explodierte, gesschlossen wurde, aber durch den zu starken Druck an anderer Stelle erneut unkontrollierbar Öl austrat. (Leider kann ich mit keinem Link auf besagtes Ereignis aufwarten.)

Solange es keine Schnellschußaktion ist, und es dabei nicht um die Befindlichkeiten einzelner geht, ist das geplante Vorhaben zu begrüssen. Es deutet auf Nachhaltigkeit hin.

Faun
31
18.7.2010, 18:16

ging es nicht von Anfang an darum das Bohrloch nicht zu verschließen, um anschließend gleich weiterfördern zu können? Geldkranker S+*haufen, unsere Menschheit...

gege80
12
18.7.2010, 19:23

Es ist ganz einfach: solange Öl verbraucht wird, wird es auch gefördert werden.

Faun
00
21.7.2010, 08:30

ach alles ganz einfach, oder?
Marketing ist für Sie wohl eine undurchschaubare Wissenschaft?

Solange Öl gefördert wird, wird es auch verbraucht und verkauft werden. Bis zum letzten Tropfen. Dann holen Shell, BP & Konsorten ihre schubladierten Patente raus und machen einen auf Ökotechbörsenblase...

Jeder Knüppel der ihnen dabei zwischen die Beine fliegt, ist goldrichtig plaziert. Die Verantwortung allein den Konsumenten zuschieben zu wollen ist nur reaktionäre Ignoranz.

Solange dauerhafte, billige, verträgliche Energietechniken "warme Eislutscher" bleiben (weil die effizientesten Technologien in den Schubladen liegen), wird sich die Nachfrage danach in Grenzen halten...

Wayne Intressierts
21
18.7.2010, 18:13
Sch**ß BP!

Wie kann man nur so gierig sein das es das eigene Denkvermögen praktisch degeneriert...
Ach ja...das sind ja auch Menschen...

Mein Fehler.

monoton
10
18.7.2010, 21:15

guten morgen! in welcher welt haben sie biser gelebt?
es sind schon so viele menschen wg geld abgeschlachtet worden und es wird auch weiterhn so gemacht, und die umwelt war für uns menschen noch nie ein grund auf ein bißchen geld zu verzichten.

geld regiert die welt, alles andere ist uns gierigem pack vollkommen egal

Wayne Intressierts
01
19.7.2010, 08:19
oder hätte ich für Sie vielleicht "ACHTUNG IRONIE" dazuschreiben sollen?

Wayne Intressierts
00
19.7.2010, 08:18
deswegen sag ich ja:

mein fehler.

der Farbenblinde
10
18.7.2010, 17:20
beyond petrol = Backronym

um den Bedeutungsgehalt der Abkürzung zu aktualisieren! Von British Petrol zu einer vermeintlich umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieunternehmen!

Liebe BP, ihr sämltich Glaubwürdigkeit und grünen Gedanken in eurer Unternehmensphilosophie verloren!

Ihr seid Umweltverschmutzer sondergleichen, geldgierig, was zählt ist der Profit und die Gewinnmaximierung ganz egal wieviel Dreck ihr in das Ökosystem pumpt!!

Olivio Tasso
00
18.7.2010, 17:05
Warum schlafende Hunde Wecken

wenn wieder was schiefgeht und das Sch**ßloch nicht wieder zugeht - was dann?

ja aber
11
18.7.2010, 16:47
bp will öl fördern

auffangen und abpumpen, brauchens eigentlich nur bei zu hoehn druck? nette umschreibung für gier.

xEurocent
00
18.7.2010, 16:21

Wäre es nicht sinnvoller, jetzt wo das Ventil offenbar sitzt und dicht ist, zu warten bis die Entlastungsbohrungen soweit sind und es dann erst wieder zu öffnen? Nur für den Fall der Fälle?

Ganymede
01
18.7.2010, 16:05
Schön, dass die BP-PR so wahrheitsnah berichtet! Wir lieben BP! Danke BP!

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:35
Erklaerung die im Artikel voellig fehlte

Der Grund ist Oeldruck. Man hat erwartet, dass nach Versiegelung der Oeldruck stark ansteigen wird. Tut er aber nicht. Die Vermutung ist nun dass (1) etwas mit den Duckmessern nicht stimmt, oder (2) das Oel sich andere Wege mit geringerem Widerstand sucht, z.B. kleine Risse, die bei der Explosion entstanden sind, unter hohem Druck erweitert.

Man muss bedenken dass das Oel ja vor den Bohrungen sehr tief unter dem Seeboden lag. Da war jede Menge Erde zwischen Oel und Meer. Jetzt ist da ein kleiner Kanal und ein Ventil. Da kann es sein dass der Druck dem Oel erlaubt, sich seine eigenen Wege zu bahnen.

*esofan*
53
18.7.2010, 14:24

jetzt schon wieder die gier nach öl? einfach unfassbar!

rggre rewqfew
00
18.7.2010, 15:49

meine güte, noch ein

trollvottel
32
18.7.2010, 15:19

Auto schon verkauft? Wie schauts aus mit einem Plastik- und Vaseline-Boykott?

Es ist lächerlich, selbst Unmengen an teurem Öl zu vergeuden und damit den Markt anzuheizen, aber von unfassbarer Gier zu schwafeln.

Alf von Melmak
 
00
19.7.2010, 07:53
Wie schauts aus mit einem Plastik- und Vaseline-Boykott?

Alle, die hier aus vollem Hals gegen BP losposten, tun dies selbstverständlich von Naturholztastaturen (kein Tropenholz!) aus...

Faun
11
18.7.2010, 18:18

Trollvottel, es ist lächerlich mit einem Hinweis auf fehlenden Totalverzicht jegliche Systemkritik unverzüglich niederprügeln zu wollen...

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