Rathausplatz musste wegen Gewitters geräumt werden - Heftige Regenschauer vertrieben Zuschauer
Wien - Die Eröffnung des 18. Life Balls am Samstagabend war
wegen der ungünstigen Wetterprognose um eine Stunde vorverlegt
worden. Doch diese Maßnahme konnte nicht verhindern, dass die Show
nach Einsetzen heftiger Regenfälle unterbrochen werden musste. Wie
die Polizei bestätigte, wurde der Rathausplatz wegen Blitz- und
Unwettergefahr geräumt. Die Besucher zogen rasch und diszipliniert
ab.
Es hätte eine prächtige Performance werden sollen. Whoopie
Goldberg entstieg gegen 21.30 Uhr aus einer riesigen Erdkugel - und
just zu diesem Moment öffnete der Himmel seine Schleusen. Aus
Sicherheitsgründen entschlossen sich die Veranstalter nach einiger
Zeit zum Abbruch. Es wurde sofort mit den Abbauarbeiten begonnen. Auf
den Displays vor dem Rathaus wurde auf die Situation hingewiesen und
aufgefordert, den Platz zu verlassen. Die Fashionshow fiel damit ins
Wasser.
Das Thema des Balls lautete heuer "Erde". Neben Waldelfen,
Efeukobolden und Blütenprinzessinnen kamen aber auch viele in Anzug
bzw. Smoking und langen Ballkleidern. Das lag auch daran, dass der
Event in diesem Jahr nicht nur im Rathaus, sondern auch im
Burgtheater mit dem Red Ribbon Cotillion und mit der amfAR Gala im
Parlament stattfand. Für beide Locations gab es einen anderen
Dresscode - nämlich Abendkleidung.
Der Life Ball ist der Auftakt zur Weltaidskonferenz
AIDS2010.
20.000 internationale Gäste werden in Wien erwartet.
Humer-Demo
Mehr Schaulustige als Mitstreiter haben sich am
Samstagabend neben dem Burgtheater eingefunden, wo "Pornojäger"
Martin Humer eine Demonstration "Gegen die Zweckentfremdung des
Burgtheaters" veranstaltete. Die Kulturstätte ist heuer erstmals Teil
des Life Balls. Für sein Anliegen fand Humer allerdings nur wenige
Mitstreiter. Knapp mehr als ein Dutzend Teilnehmer im
Pensionistenalter versammelten sich - auf zwei extra aufgestellten
Parkbänken sitzend - um mit ihm gegen das Event zu demonstrieren.
"Es ist ein Verbrechen, dass man das Burgtheater in diese
Gaukelei
miteinbezieht", ärgerte sich Humer. Er ist dem Life Ball generell
nicht wohl gesonnen: "Das ist eine sündteure Dummheit." In seiner
Rede erklärte er zudem: "Eine Krankheit gehört behandelt und nicht
gefeiert." Dies sei nur durch Enthaltsamkeit und nicht mit Kondomen
möglich, denn: "Da schlüpfen die HIV-Erreger durch."
Beim Publikum kam die Mini-Kundgebung weniger gut an: Von
"Geht's
nach Haus'" über "Das ist ja lächerlich" bis hin zu "Vollidiot"
lauteten die Zurufe der Zuhörer. Ein junges Paar meinte in Bezug auf
Humer lachend: "Ein Spezialagent für den Herrn." Einige posierten vor
den sitzenden Teilnehmern für Erinnerungsfotos. Zwei Frauen stellten
sich vor Humer und küssten sich - von anfeuerndem Gejohle
unterstützt. Auch zwei verkleidete Männer, die gerade unterwegs zum
Life Ball waren, machten kurz Halt um sich zu den Demonstranten auf
die Bank zu setzen. Insgesamt verlief die Kundgebung friedlich. (APA)