Deutsche Bischöfin Maria Jepsen tritt zurück

16. Juli 2010 18:13

Jepsen soll von Missbrauchsfällen gewusst haben

Hamburg - Die Hamburger evangelische Bischöfin, Maria Jepsen, ist am Freitag zurückgetreten. In den vergangenen Tagen war die Bischöfin im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pastor in Ahrensburg in die Kritik geraten. Die Nordelbische Kirche in Hamburg und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Bischöfin war nach Berichten unter Druck geraten, wonach sie bereits 1999 über die Missbrauchsaffäre informiert worden sei. Der Pastor wurde versetzt, soll aber bis 2009 als Gefängnisseelsorger und Religionslehrer gearbeitet haben. Mit ihrem Rücktritt wolle Jepsen nun weiteren Schaden von der Nordelbischen Kirche abwenden.

Jepsens Wahlerfolg zur Bischöfin im Jahr 1992 hatte damals als Sensation gegolten und Kirchengeschichte geschrieben: Weltweit hatte erstmals bei einer lutherischen Bischofswahl eine Frau gesiegt. Mittlerweile gab es mit der Lübeckerin Bärbel Wartenberg-Potter und Margot Käßmann in Hannover weitere evangelische Bischöfinnen. (APA, dpa, Reuters)

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Seria
17.07.2010 19:23

wenn doch katholen auch so schnell zurücktreten würden..

Dirty_Harry
18.07.2010 13:50

so schnell?

die hat 1999 davon erfahren und tritt 2010 zurück...

Chien de Pique
18.07.2010 12:55

Sie meinen, nach 10 Jahren? Nein, im Ernst, ein Rücktritt, wenn alles aufgeflogen und die eigene Position unhaltbar geworden ist, ist keine Leistung.
Es sind im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen auch etliche unterschiedlich involvierte katholische Bischöfe und Äbte zurückgetreten: Mixa, Moriarty (nomen est omen), Vangheluwe...

hanslblasta
17.07.2010 19:05
ich wüßte gern, ob und wie sich die Leute

in ihrem öffentlichen Auftreten, ihren Schriften, Reden, Stellungnahmen veränderten, nachdem sie von diesen Vorkommnissen wußten?

ob da im Nachhinein etwas feststellbar ist - was mir diese Leute glaubhafter machte, da sich zeigen würde, dass sie berührt wurden von dem Geschehenen und dem Druck, nun auf doppeltem Boden kommunizieren zu müßen;
gerade an der Spitze einer Organisation ist man ja nicht frei, sondern quasi Gefangene/r der Eigendynamik, die zwischen politischen Interessen, institutioneller Verantwortung und öffentlicher Kommunikation entsteht;

peter schmidt
 
17.07.2010 16:17
ach wie ärgerlicht

wann wird endlich der zölibat abgeschafft.

peter schmidt
 
18.07.2010 23:07
Huch jetzt sind mir gleich 5 Leute auf den Schmäh reingefallen

bin recht stolz auf mich:)

PS: 99 prozent aller kinder werden von leuten die sehr wohl verheiratet sind oder heiraten dürfen gehaut und missbraucht. Das Problem ist wohl eher die grundsätzlich nicht besonders gesunde "internatsatmospäre" und eben machtgefälle generell.

Milito
17.07.2010 20:25

Die Protestanten haben keinen Zölibat.

Beati pauperes spiritu
17.07.2010 17:56
Hauptsache schimpfen ... Denken kann man später immer noch.

Beati pauperes spiritu
17.07.2010 17:57
Außer ich habe gerade die Ironie überlesen - dann: Entschuldigung.

peter schmidt
 
20.07.2010 13:34
danke angenommen

Sie posten ja schneller als ...ihr schatten:)

isidor vom billa
17.07.2010 17:28
Niemand Ernsthafter behauptet,

dass die Abschaffung des Zölibats das Ende von pädosexuellen Übergriffen in der Kirche wäre! (Nebenbei: Die männlichen Zölibatären hätten halt bei Ausleben ihrer Sexualität ein realistischeres Frauenbild samt Ende der exzessiven Marienverehrung!) Aber jene Leute in der Kirche, die eisern am Zölibat festhalten, also die Konservativen, sind meist auch diejenigen, die Kindesmissbrauch in der Kirche weiterhin verharmlosen und die "Sache" aussitzen wollen ...

florus flagrantius
17.07.2010 17:08
o. g. artikelt bezieht sich auf die evangelische kirche

da gibt es kein zölibat.

kernel_panic
17.07.2010 16:35
In der ev. Kirche gibts kein Zölibat...

leser129
17.07.2010 14:19
Missbrauch und Kirche

sind einfach untrennbar...nicht nur bei den Katholiken...
dabei ist alles sooo wunderbar! Seht selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=J5YA3mauYqI

Ueberlebenskuenstler
17.07.2010 20:15
Ach, innerhalb der Familien gibts keinen Mißbrauch?

hanslblasta
17.07.2010 18:35
warum? warum sind Mißbrauch und Kirche einfach untrennbar

sind es nicht vielmehr Mißbrauch und Herrschaft, Gewalt, Unterdrückung? Mißbrauch und Stillschweigen? Unterordnung, Demütigung - Dinge, die die Täter zumeist wohl auch erdulden mußten, als sie selbst Kinder waren;
wobei wir da bei einem viel markanteren Punkt sind: die allermeisten Täter sind Männer

auf "die Kirche" zu zeigen, heißt zgl, zu verschleiern, dass nicht "die Kirche", sondern krankmachende Strukturen oder Lebensbedingungen untrennbar mit Mißbrauch einher gehen;
dass solche Strukturen und Menschen in "der Kirche" ein Biotop fanden, sagt natürlich etwas über kirchliche Einrichtungen aus; dass der allergrößte Teil der Gewalttäter Männer sind, sagt was aus?

Lichtfreak
20.07.2010 12:52
Mißbrauch und Herrschaft, Gewalt, Unterdrückung? Mißbrauch und Stillschweigen? Unterordnung, Demütigung

Schauen sie sich die gesammte Kirchengeschichte seit 2000 Jahren unter diesen Stichworten an!

Das IST ja der eigentliche Sinn der Sache, sich Schäfchen (!) zu halten, die sich an obskure Regeln halten müssen, die darauf ausgelegt sind, dass man sündigt...

nochmal, weil wichtig: die darauf ausgelegt sind, dass man sündigt!

Mähhhhh!

hanslblasta
20.07.2010 15:23
zu Beginn des II.Vatikanischen Konzils gab es im Zuge der Vorbereitungen zu den ersten Konzilssessionen tatsächlich noch Kreise, die den Lehranspruch der Kath. Kirche gegenüber ihren Gläubigen auch auf dem staatlichen Rechtsweg

durchsetzbar machen wollten - davon war gegen Ende dieses Konzils bekanntlich nichts mehr zu hören, ganz im Gegenteil;

dass jede große religiöse Richtung auch eine "Blutgeschichte" der Verquickung mit weltlich-politischen Machtansprüchen hat, ist bekannt;
dass trotzdem heute Menschen hier in Westeuropa - reich, demokratisch, liberal - einer Kirche oder religiösen Weltanschauung anhängen, mögen Sie als Wahnsinn, Abhängigkeit oder sonstwas be- und verurteilen - oder es als freie persönliche Entscheidung schlicht würdigen; dann ist auch Dialog möglich;
dass auch religiöse Dinge vielfältig sind, ist eine weitere Seite, die Dialog möglich macht;

Rechthaberei und absolute Heilsgewißheit gibt es dgg eh genug auf allen Seiten

Interessant1234
 
17.07.2010 12:32
hanslblasta
17.07.2010 18:41
Pupertierende erleben ja oft "die Sexualität"

als "das Problem" - schlicht, weil sie so eingefangen sind von den Hormonen und weil Sexualtität natürlich eine äußerst einladende Projektionsfläche ist;
später weiß man: es ist nicht die Sexualität, es ist die Gewalt; auch die Demütigung, erlittene Verletzungen, vielleicht eine mehr oder minder massive Persönlichkeitsstörung - aber die Sexualität spielt bei Mißbrauch nur - oder "nur" - als Verdrängungsmechanismus eine Rolle

wer nun "Schwanz ab!" ruft, verdrängt selbst genau diese wesentlichen Strukturen von Gewalt und Demütigung, die Menschen krank machen

Seria
17.07.2010 09:40

Missbrauch ist eben nicht einfach nach religionszugehörigkeit zu sortieren. Evangelen haben auch kein Zölibatproblem und trotzdem... Kranke gibt es überall, leider...

Schrumpfschlauch
17.07.2010 07:52
Frauewn sind die besseren Menschen.

Karl Heiden
16.07.2010 22:17
Die deutschen Bischöfinnen treten reihenweise zurück.

Wo bleiben die Kämpferinnenherzen der Frauen ....?

Dirty_Harry
18.07.2010 13:52

dabei meinen diese doch, die moralische überlegenheit zu besitzen

Mim103
17.07.2010 17:43
Sie treten nicht deshalb zurück, weil sie keinen Bock mehr haben,

sie ziehen die Konsequenzen aus ihren eigenen Verfehlungen. Würde einem Mann ja nie einfallen.

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