Jepsen soll von Missbrauchsfällen gewusst haben
Hamburg - Die Hamburger evangelische Bischöfin, Maria Jepsen, ist am Freitag zurückgetreten. In den vergangenen Tagen war die Bischöfin im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pastor in Ahrensburg in die Kritik geraten. Die Nordelbische Kirche in Hamburg und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Die Bischöfin war nach Berichten unter Druck geraten, wonach sie bereits 1999 über die Missbrauchsaffäre informiert worden sei. Der Pastor wurde versetzt, soll aber bis 2009 als Gefängnisseelsorger und Religionslehrer gearbeitet haben. Mit ihrem Rücktritt wolle Jepsen nun weiteren Schaden von der Nordelbischen Kirche abwenden.
Jepsens Wahlerfolg zur Bischöfin im Jahr 1992 hatte damals als Sensation gegolten und Kirchengeschichte geschrieben: Weltweit hatte erstmals bei einer lutherischen Bischofswahl eine Frau gesiegt. Mittlerweile gab es mit der Lübeckerin Bärbel Wartenberg-Potter und Margot Käßmann in Hannover weitere evangelische Bischöfinnen. (APA, dpa, Reuters)