Zusammenstöße bei EuroPride in Warschau

20. Juli 2010 10:20

Ultrakatholiken und Nationalisten attackieren Teilnehmer der größten Homosexuellenparade Europas

Warschau - Die europaweit größte Homosexuellen-Parade EuroPride zog am Samstagnachmittag durch Warschau. Die Teilnehmer waren mit Dutzenden bunten Wagen unterwegs. Die EuroPride findet zum ersten Mal in einem Land des ehemaligen Ostblocks statt.

Vor und während der Parade kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten aus ultrakatholischen und nationalistischen Gruppierungen. Teilnehmer eines "Grünwald-Marsch", der vorgeblich an die Schlacht bei Tannenberg vor 600 Jahren erinnerte, bewarfen eine Gruppe von Schwulen und Lesben aus dem Ausland mit Eiern, Wasserflaschen und einer Rauchbombe. Andere Gegner der Parade besprühten der Teilnehmer mit Weihwasser. Immer wieder skandierten Gegendemonstranten homophobe Parolen. Auf dem Verfassungsplatz hatten schon am Morgen Unbekannte homosexuellenfeindliche Parolen an Gebäude gemalt.

Polizei in Alarmbereitschaft

Die Polizei ist nach Medieninformationen in Alarmbereitschaft und steht in Seitenstraßen unter anderem mit Wasserwerfern bereit, sollte es zu Gewalt kommen. Nach offiziellen Angaben sind rund 2.000 Beamte im Einsatz.

Die Teilnehmer der Homosexuellen-Parade übten ihrerseits Kritik an ihren Gegnern. Auf Transparenten hieß es: "Polen ist eine Kolonie des Vatikan" und - ebenfalls in Anlehnung an die Schlacht von Tannenberg - "Schluss mit der kreuzritterlichen Homophobie". Außerdem forderten Spruchbänder die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Lebensgemeinschaften.

Auch polnische Politiker aus der Oppositionspartei "Bündnis der demokratischen Linken" (SLD) befanden sich auf den Wagen der Parade. Unter ihnen waren Ex-Innenminister Ryszard Kalisz und der Abgeordnete Jerzy Wenderlich. Die Zeitung "Gazeta Wyborcza" berichtet, der 53-jährige Kalisz habe "wie verrückt" den Hit der Village People von 1978 "Y.M.C.A." mitgesungen.

Die Warschauer Stadtverwaltung genehmigte zwar die Veranstaltung. Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz von der rechtsliberalen Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO) zeigte sich jedoch nicht bei der Parade. Andere Politiker aus der PO und vor allem aus der rechtskonservativen Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) kritisierten die EuroPride. (APA)

Wladimir Burdajewicz
 
18.07.2010 16:11
Und warum meine Antwort (ausführliche) auf die...

auf ein Satz (ohne Begründung) von Mim103 wird nicht veröffentlicht?. Ist das neue Strategie des Standards, den Menschen Mundtod zu machen?. Eine interessante Sichtweise der Demokratie der Redaktion.

Def. Izit
18.07.2010 13:58
Hab mich schon in den 70´ern für die "Homorechte" eingesetzt,

denn wer denen ins Bett "kuckt", steht demnächst auch neben meinem Bett.

Sexualität, die freiWILLIG und lustvoll stattfindet, geht niemanden etwas an.

Die Sexualität die in Abhängigkeit (MissBRAUCH) passiert, wird häufig sanfter behandelt als die freie die ihren Neigungen entspricht.

otto spülvogel
18.07.2010 11:57
Laun sah im Zusammenstoß ein Zeichen Gottes

Lernt der denn nie aus. Seufz.

Mim103
18.07.2010 10:53
Polen hätte man nie in die EU aufnehmen dürfen!

Wladimir Burdajewicz
 
18.07.2010 15:19
Und warum nicht?... Weil es nicht der moderner Politik entspricht,r

oder weil es auch andere Meinungen respektiert?. Letztendlich sind die Österreicher mit der EU nicht zufrieden und nicht die Polen. Im übrigen. Diese Veranstaltung wurde genehmigt und ein Paar Gegner wurden kurzfristig inhaftiert. Typische Anzeichen einer freien Meinung und der Demokratie. Wo liegt das Problem?. Zur Erinnerung. Noch vor 5 Jahren waren solche Veranstaltungen sogar verboten (in Warschau). Jetzt dürfen sie auch ausgetragen werden und Gegner sind in der großen Minderheit (jedes Jahr immer weniger). Das bestätigen polnische Medien, nicht aber "der Standard"). Wirtschaftlich gesehen, ist Polen ein Wirtschaftsfaktor für den wichtigsten Nachbar, Deutschland (30% Einfuhrwaren kommen in Polen aus Deutschland an). Und das nur zählt.

Ernst Guevara
18.07.2010 10:14
polizeistaat frisst demokratie auf

wenn du für deine rechte demonstrierst, wirst du sehr schnell von den behörden mit ihren wasserwerfern terrorisiert. wenn du andere menschen terrorisierst, dann warten die wasserwerfer passiv in den seitengassen und die behörden demonstrieren ihr einverständnis mit homophober gewalt.

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