US-Banken

Investmentbanking verliert an Glanz

19. Juli 2010 09:23
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    Foto: apa/pleul

    Von einem sterbenden Schwan kann man zwar nicht sprechen, aber etwas flügellahm ist das Investmentbanking schon.

Das schwächelnde Kapitalmarkt­geschäft verpasst den US-Groß­banken einen Dämpfer, die Börsen leiden unter US-Konjunkturdaten

New York - Das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft hat den US-Großbanken Bank of America und Citigroup im zweiten Quartal einen Dämpfer verpasst. Beide Institute verbuchten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum empfindliche Gewinnrückgänge, wie die Banken am Freitag mitteilten. Grund ist die Verunsicherung der Investoren, etwa wegen der Schuldenkrise in der EU, die das Geschäft mit Börsengängen, Kapitalerhöhungen, Anleihen und Übernahmen bremste. Die Rückgänge im Investmentbanking warfen ihren Schatten voraus auf die für nächste Woche erwarteten Quartalszahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley. An der Börse rutschten die Aktien der Großbanken nach Veröffentlichung der Zahlen ab.

Der Gewinn der Bank of America - die größte US-Bank nach Anlagevolumen - schrumpfte auf 3,1 von 4,3 Mrd. Dollar (3,31 Mrd. Euro) im Vorjahresquartal. Allerdings schnitt die Bank damit immer noch deutlich besser ab, als von Analysten erwartet. Ein Teil der Gewinne kam jedoch nicht über das Kerngeschäft, sondern durch Verkäufe von Beteiligungen zustande, die der Bank 1,1 Mrd. Dollar in die Taschen spülten.

Die drittgrößte US-Bank Citigroup verbuchte einen Gewinnrückgang auf 2,7 von 4,3 Mrd. Dollar - vor allem durch Rückgänge im Investmentbanking, das nach den Einbrüchen in der Finanzkrise bei vielen Banken zuletzt noch für sprudelnde Gewinne gesorgt hatte. Allerdings hatte im vergangenen Jahr auch ein Sondereffekt das Ergebnis der Citigroup aufgehübscht. Die Aktien von Bank of America und Citigroup fielen kurz nach Handelsbeginn 6,4 beziehungsweise 3,4 Prozent.

Geringe Vorsorge für faule Kredite

Profitieren konnten beide Banken von geringeren Vorsorgen für faule Kredite - wie die Großbank JP Morgan Chase, die im zweiten Quartal ihren Gewinn um 75 Prozent auf 4,8 Mrd. Dollar gesteigert hatte. Damit nährten die Banken Hoffnungen auf ein Abflauen der Wirtschaftskrise. Bei der Bank of America machten sich vor allem geringere Ausfälle bei Kreditkarten bemerkbar. Die Bank ist der größte Konsumfinanzierer in den USA.

Allerdings warnte Citigroup-Chef Vikram Pandit vor überzogenen Erwartungen. "Die Wirtschaftssituation bleibt herausfordernd und die regulatorischen Rahmenbedingungen sind unsicher", sagte er.

Im Zuge einer strengeren Regulierung dürften die Zeiten für die US-Banken künftig noch härter werden: Der US-Kongress hatte am Donnerstag die Finanzmarktreform verabschiedet, die einige bislang sehr gewinnbringende Geschäfte für die Banken einschränkt - etwa den Eigenhandel und den außerbörslichen Derivatehandel.

Europa könnte nachziehen

Für die europäischen Banken erwarten Analysten ein ähnliches Bild wie in den USA: Geringere Einnahmen aus dem Investmentbanking, allerdings bei gleichzeitig positiven Impulsen aus der Wirtschaftserholung - etwa in Deutschland. Das dürfte auch hierzulande zu geringeren Vorsorgen für faule Kredite führen. "Im zweiten Halbjahr könnten wir sogar positive Überraschungen sehen", schreiben die Analysten von Equinet mit Blick auf deutsche Banken. Dies sei aber von der Wirtschaftsentwicklung abhängig. In Europa legt am kommenden Donnerstag die Schweizer Credit Suisse als erste Bank ihre Quartalszahlen vor. Die Deutsche Bank will ihre Zahlen am 27. Juli präsentieren. (Reuters/red)

Börsen leiden unter US-Konjunkturdaten

Die Aktienbörsen in Europa und den USA haben am Freitagnachmittag nach überraschend schlecht ausgefallenen US-Wirtschaftsdaten ihre Verluste weiter ausgebaut. Der an den Märkten viel beachtete Index zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan war im Juli von 76 Punkten im Vormonat auf 66,5 Punkte gefallen. Der als wichtiger Vorlaufindikator geltende Index hat damit die Analystenprognosen klar verfehlt. Von der Agentur Bloomberg befragte Ökonomen hatten im Schnitt einen deutlich glimpflicheren Rückgang auf 74 Punkte erwartet. Die Börsen reagierten mit Verlusten. (Reuters/red)

System Steuerung
24.07.2010 15:25

@Photo: was für ein schöner "Black Swan".

Sehr zu empfehlen das entsprechende buch, in dem die Entfernung der theoretischen von der realen Welt beschrieben wird, und wie blind wir das hingenommen haben, hinnehmen haben müssen, weil wir menschen sind....

also dann ...
17.07.2010 13:47
naja ... das glaube ich nicht, denn

das investment-banking...
ist ja die einzige sparte, wo die banken überhjaupt noch etwas verdienen - durch "korruption" und betrügereien am laufenden band.

der gewinn der DB betrug 2,8 mrd (1. qu)
davon 2,7 mrd aus dem investmt.banking...

eigentlich gehört der name "investment"...
gestichen, denn im vwl. reale INVESTITIONEN, z.b.
kredite f.d. produktion etc.
gehts hierbei ja gar nicht - im gegenteil !

yomellamo
16.07.2010 23:42
hab das gefühl, dass es von vorteil für die wirtschaft ist,

wenns den investmentbanken schlecht geht.

Was machen die denn den ganzen lieben tag lang so? Ein merger hier, ein merger da. Dann wieder eine ausgliederung eines firmenteiles hier, und da. Der hälfte der firmen gehts anschließend besser, der anderen schlechter (und das ist schon der beste angenommene fall), aber immer gehts nur darum einen haufen arbeitnehmer rauszuschmeissen und die managementgehälter zu erhöhen und möglichst viel für die bank abzugreifen.

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