Ein Partikelfilter filtert schlechter nach dem Regenerieren, also etwas besser, wenn er schon ein bisserl verstopft ist
Die wiederum strengere Abgasnorm Euro 6 für Personenwagen tritt zwar erst 2014 in Kraft, aber schon 2011, also im kommenden Jahr, soll der derzeit gültigen Abgasvorschrift Euro 5 ein zusätzlicher Partikel-Grenzwert hinzugefügt werden. Bisher wurde die Masse der Partikel gemessen, je nach Messverfahren mit unterschiedlicher Genauigkeit, also Auflösung. Die Untergrenze lag bei fünf Mikrogramm pro Kubikmeter. Künftig soll neben der Masse auch die Anzahl der Partikel gemessen werden.
Der Hintergrund klingt logisch: Die Diskussion um die Gefährlichkeit der Rußpartikel reißt nicht ab, weil gerade die sehr kleinen besonders schädlich sind. Dazu bedarf es aber wieder völlig neuer Messverfahren und Geräte. Die Herausforderung: Die Messgeräte sollten trotz ihrer hohen Präzision möglichst preisgünstig und einfach in der Handhabung sein.
Der Versuch, mit den bewährten Geräten die Masse festzustellen und diese dann ganz einfach mit einem bestimmten Schlüssel in Anzahl umzurechnen, schlug fehl, wie die Fachzeitschrift "Automotive Engineering Partners" berichtete. Vor dem Partikelfilter bei hoher Schadstoffrelation war durchaus noch eine Korrelation zwischen Masse und Anzahl festzustellen, beim gereinigten Abgas allerdings nicht mehr.
Derzeit ist es also nur möglich, mit einem speziellen Partikelzählgerät zu arbeiten, die bewährte Messtechnik ist nur dann auf das Partikelzählen adaptierbar, wenn vor dem Filter gemessen werden soll (was etwa bei der Entwicklung der Fall sein kann).
Weitere Erkenntnisse am Rande: Ein Partikelfilter filtert schlechter nach dem Regenerieren, also etwas besser, wenn er schon ein bisserl verstopft ist. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/18.06.2010)