"Normae de gravioribus delictis" sieht verschärfte Strafen für mehrere Delikte vor
Britische und US-Katholikinnen haben am Freitag empört auf die neuen kirchenrechtlichen Bestimmungen über schwerwiegende Straftaten gegen Glaube und Sakramente reagiert. Die am Donnerstag erstmals vollständig veröffentlichten Normen der Römischen Glaubenskongregation handeln hauptsächlich von der die Ahndung sexuellen Missbrauchs (derStandard.at berichtete).
Artikel 5 des Dokuments "Normae de gravioribus delictis" verschärft allerdings die Strafen für die Weihe von Bischöfinnen: bisher stand darauf für Weihenden und Geweihte lediglich die automatische Exkommunikation ("latae sententiae"), nun wird die "versuchte heilige Weihe einer Frau" zur Todsünde erklärt und der Weihende kann ohne Verfahren seines Priesteramts enthoben werden.
Schadensbegrenzung
Donald W. Wuerl, der Erzbischof von Washington, trat umgehend vor die Presse und betonte, die "Dankbarkeit der Kirche den Frauen gegenüber" könne nicht genug betont werden. Allerdings sei das Priesteramt "von Anfang an" Männern vorbehalten, und dies könne "auch in wechselhaften Zeiten" nicht geändert werden.
Monsignore Charles Scicluna von der vatikanischen Glaubenskongregation betonte, dass es zwei Arten von Todsünden gebe, die verschieden schlimm seien: die Vergehen gegen Sakramente und die gegen die Moral. Dass die Weihe von Bischöfinnen neben sexuellem Missbrauch Minderjähriger in dem neuen Dokument erwähnt wird, bedeute nicht, dass der Vatikan diese Vergehen gleichstelle. (red)