... so man an sie glaubt - das Selbstvertrauen wird gesteigert, die Ziele höher gesetzt
Köln/Wien - Gedanken sind mächtig. Sie können die Leistung eines Menschen wesentlich verbessern, berichten Forscher der Uni Köln in der Zeitschrift "Psychological Science". Testpersonen, die bei Erinnerungs- und Geschicklichkeitstests Glücksbringer bei sich trugen, schnitten messbar besser ab als andere, denen man diese zuvor abgenommen hatte. "Menschen entwickeln mit einem Amulett mehr Selbstvertrauen und setzen sich höhere Ziele", erklärt Studienleiterin Lysann Damisch das Ergebnis.
"Hufeisen und Plüschtiere bringen keinen Lotto-Sechser", erklärt die Wiener Psychologin Helga Schachinger. Sehr wohl können sie jedoch zusätzliche, bereits vorhandene Ressourcen in einem Menschen freisetzen. "Wer für eine schwierige Aufgabe gut vorbereitet ist und sich anstrengt, kann so zusätzlich mental erstarken und sich auf Sieg polen. Das bringt zwar keinen Leistungsruck, doch statistisch sichtbare Steigerungen", so die Expertin. Viele Fußballer wissen, wovon die Psychologin spricht.
"Der Glaube versetzt somit sprichwörtlich Berge"
Nicht bei jedem funktioniert der Trick allerdings gleich gut. "Ob ein Glücksbringer wirkt, hängt davon ab, ob man an ihn glaubt oder ihn für Humbug hält", so Schachinger. Manchen hilft eher der Glaube an sich selbst oder die gedankliche Unterstützung durch den Partner. Die Psychologin vergleicht es mit dem Placebo-Effekt. "Menschen können sich sogar durch ein alkoholfreies Bier betrinken, wenn sie glauben, es enthalte Alkohol. Der Glaube versetzt somit sprichwörtlich Berge."
Das Ziel dieser Hilfen ist die Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, selbst etwas aus eigener Kraft bewirken zu können. Im Alltag hat sie hohe Bedeutung. "Ist sie etwa bei Schulkindern nicht vorhanden, können Psychologen durch Angstabbau und Entspannung zu mehr Selbstwirksamkeit verhelfen. Auch in der Arbeitswelt ist es bei anspruchsvollen Aufgaben ganz entscheidend zu wissen: Ich bin gut, ich schaffe es und kann das Problem selbst lösen." Ob man diese Kraftreserven aus einer Beziehung, aus professioneller Begleitung, aus Psychotechniken oder aus dem Aberglauben schöpft, rät Schachinger jedem selbst zu entscheiden. (pte)