Kuratorium für Verkehrssicherheit begrüßt den Vorstoß - ÖVP hält bestehende Maßnahmen für ausreichend
Wien - Rasen ist nach wie vor die Todesursache Nummer eins im Straßenverkehr. Da auch hohe Geldstrafen nicht abschrecken, will Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) das Schnellfahren als Delikt ins Führerschein-Vormerksystem aufnehmen, berichtet der ORF-Teletext am Freitag. Wer im Freiland zwischen 40 und 50 km/h zu schnell fährt, soll zusätzlich zur Geldstrafe einen Strafpunkt im Vormerksystem bekommen.
Als "Schritt in die richtige Richtung" wird der Vorstoß seitens des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Unsere Erhebungen zeigen, dass jeder fünfte Fahrzeuglenker auf
Freilandstraßen schneller fährt als erlaubt.
Geschwindigkeitsübertretungen sind aber kein Kavaliersdelikt - besonders
im Freiland kann Rasen tödlich sein", so KFV-Direktor Othmar Thann in einer Aussendung. Ungefähr ein Drittel aller tödlichen Unfälle sei auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.
Mehrheit für Aufnahme in Deliktkatalog
Eine KfV-Erhebung zeigt, dass sich eine Mehrheit für eine Aufnahme von Geschwindigkeitsdelikten in den Deliktkatalog des Vormerksystems ausspricht: 80 Prozent der befragten Pkw-Lenker seien dafür, dass gravierende Geschwindigkeitsübertretungen mit einer Vormerkung geahndet werden.
Ablehnung hat hingegen der ÖVP-Verkehrssprecher signalisiert: Die bestehenden Maßnahmen seien ausreichend, wird Ferry Maier im Teletext zitiert. "Unverständlich" ist diese Position wiederum für die SPÖ. Wer derzeit außerhalb des Ortsgebiets um 49 km/h zu schnell fährt, komme mit einer Geldstrafe davon. Erst ab einer Überschreitung von 50 km/h wird auch der Führerschein entzogen. "Für manche, die es sich leisten können, wirken Geldstrafen nicht abschreckend", argumentiert SPÖ-Verkehrssprecher Anton Heinzl. (red, derStandard.at, 16. Juli 2010)