Merkel besucht China

Unterwegs nach "Chermany"

16. Juli 2010 17:53

Die Exportweltmeister China und Deutschland suchen neuerdings Gemeinsamkeiten - Spannungen nach Dalai-Lama-Besuch bei deutscher Kanzlerin 2007 vom Tisch

So schön war die deutsche Bundeskanzlerin noch nie abgebildet. Zumindest noch nicht in China. Die Parteizeitung Renmin Ribao würdigt jeden Staatsbesucher mit einer Biografie und einem Farbfoto immer rechts unten auf ihrer Titelseite. Als Angela Merkel Freitag in Peking eintrifft, hat die Zeitung ein jugendlich strahlendes Porträt von ihr gewählt und nachkoloriert. Viermal war die CDU-Politikerin schon in China. Sie hat das Gütezeichen "eines alten Freundes oder Freundin" , das Politiker nach drei Besuchen automatisch erhalten, übertroffen.

Das Foto spricht Bände. Nicht immer wurde Angela Merkel so vorteilhaft abgebildet. Viele Fotos sollten sie bewusst lächerlich machen. Das war zu einer Zeit, als Frau Merkel angeblich die Gefühle des chinesischen Volkes tief verletzt hatte, weil sie den Dalai Lama in Berlin empfing. Pekings Propaganda schäumte. Aber das ist längst vergessen. Daran erinnert die gelenkte Presse nicht. Selbst das Internet ist voll von Lob, spricht von einem "Miyue" - einem neuen Honeymoon.

In der Pekinger Großen Halle des Volkes, wo Merkel mit militärischen Ehren von Premier Wen Jiabao empfangen wird, ist alles auf Harmonie in den Beziehungen eingestellt. Beide Politiker führen plötzlich das Wort vom "strategischen Verhältnis" im Mund, weil sie ihre Kontakte auf eine "neue Ebene der vertrauensvollen Zusammenarbeit" anheben wollen.

Strategisches Verhältnis

In einem feierlich verabschiedeten 28-Punkte-Kommuniqué versprechen sie, internationale Verantwortung für die Weltwirtschaft zu übernehmen und in multilateralen Gremien wie der Uno zusammenzuarbeiten, deren Reform beide unterstützen. Vergessen sind Verdächtigungen vom Klima-Gipfel in Kopenhagen, als die Europäer China und Premier Wen bittere Vorwürfe wegen der damaligen Blockade machten, die zum Scheitern der deutschen und EU-Initiativen führten. "Beide Seiten" , so das Kommuniqué, "würdigen die aktiven Maßnahmen ihrer Regierungen." Man bekannte sich außerdem ausdrücklich zur Wahrung der Menschenrechte und des Rechtsstaates.

Vor allem aber geht es um die Wirtschaft. China und Deutschland, beide große Exportmächte, sind weit weniger als andere Staaten von der Krise betroffen. Sie können gemeinsam die Weltwirtschaft beeinflussen, Finanzmärkte stabilisieren, andere zur Finanzdisziplin anhalten. Bilateral ist der deutsch-chinesische Handel über 100 Mrd. Dollar schwer. Er ist nicht nur größer als der Frankreichs, Englands und Italiens mit China zusammen. Wens Reich ist unter den 20 größten Handelspartnern Deutschlands das einzige Land "wo ihr Deutschen trotz Krise 2009 mehr als zuvor hinexportieren konntet" .

Nicht nur einmal wurde das Bonmot der FT zitiert, das die Exporteurs-Achse als "Chermany" beschreibt. Der Schlüssel für die neue Gemeinsamkeit aber liege in der immer noch labilen Nach-Krisen-Lage, sagt ein Beobachter. Für China sei Deutschland wirtschaftlich, politisch, umwelttechnologisch und mit seiner internationalen Rolle der attraktivste Partner in Europa. "Frankreichs Sarkozy ist ein unsicherer Kantonist, der britische Premier ein noch Unbekannter." (Johnny Erling aus Peking/DER STANDARD, Printausgabe, 17.7.2010)

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F S 3
22.07.2010 11:45
Berichte, von denen man hier wenig liest - aber gerne vom FS3 - dem anderen Fern-Seh-Programm - gebracht werden: Vorigen Freitag zerstörte eine gewaltige Explosion eine Pipeline im Ölterminal in Dalian und…

…verursachte einen Ölteppich von 200 km2. Die zwei Explosionen ereigneten sich beim Entladen von Rohöl eines Tankers in der Pipeline zum Lager.

Diesen Montag mußte der Seehafen zum Gelben Meer total gesperrt werden. Die Sperre soll mindestens eine Woche andauern.

Der Hafen Dalian/Xingang ist Standort eines von vier strategischen Öllager Chinas, mit einem Fassungsvermögen von 19 Mill. Barrels, sowie Transferhafen für zwei große Raffinerien, Dalian Petrochemical Corp u. WEPEC, beide im Besitz von PetroChina mit einer gemeinsamen Verarbeitungskapazität von ca. 600.000 Barrels per Tag.

cendo
17.07.2010 14:04
übliches

diplomatengewäsch, zentrale botschaft: wir haben uns lieb

was tatsächlich sache ist weiß niemand von uns, die presse is nur beim abschreiten der front dabei, die lassen uns nur wissen, was sie uns wissen lassen wollen

ich weiß, dass ich nichts weiß, aber viele wissen nicht einmal das.

Queen of Sheba
 
17.07.2010 13:39
Die Reise Merkels nach Peking diente der Deutsch-Chinesischen Folterverständigung.

Agnostiker1
17.07.2010 12:04
Als Ergänzung zu den unsäglichen und persönlich beleidigenden....

..Kommentaren aller Kenner der China-Szene, die noch nie in Berlin besucht haben, folgendes ZItat aus der Süddeutschen, die bekanntlich aller Lobhudeleien gegenüber Merkel unverdächtig ist:

Die Kanzlerin hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen: Angela Merkel hat sich auch in China Respekt verschafft, weil sie auch über die Schattenseiten spricht - nicht laut polternd, aber seit Jahren konsequent. Als sehr gut beschreiben chinesische Diplomaten derzeit das Verhältnis zu Deutschland. In Peking haben sie auch die Zahlen addiert und gemerkt, dass China allein mit Deutschland so viel Handel betreibt wie England,Italien und Frankreich zusammen.

beowulf2
 
17.07.2010 13:18

Klingt für mich nach ziemlich viel selbstverblendung. Merkel ist in China extrem unbeliebt - naja, vielleicht mag die KP insgeheim dann doch so gerne, da ihre Aussagen und Handlungen die chinesische Bevölkerung die KP erst recht unterstützen läßt.

Was die SZ betrifft - die sie als "unverdächtig" beschreiben. Ich weiß nicht welche Einstellung die SZ gegenüber Merkel hat, ich weiß aber, dass sie mit Henrik Bork einen der mit Abstand polemistischten und gehäßigsten Schreiberlinge im Repertoir haben. Peking hat an Deutschland ein wirtschaftliches Interesse - keine Frage. Deswegen wird zusammengearbeitet, genauso wie mit Bush oder Obama. Ob das alleine ausreicht um eine gute Verhandlungsposition für D zu erreichen... naja

Agnostiker1
17.07.2010 15:56
Sie gehören zu den Leuten, die vom Lauf der Welt nur die persönlich.....

..zurechtgelegte Meinung haben. Von Objektivität sind Sie himmelweit entfernt. Bleiben Sie ein Gefangener Ihrer Einbildung.

beowulf2
 
17.07.2010 18:34

"Von Objektivität sind Sie himmelweit entfernt. Bleiben Sie ein Gefangener Ihrer Einbildung."

Sie meinen also, dass ich die richtigen Eigenschaften für den Journalistenberuf aufbringe?

Agnostiker1
18.07.2010 12:42
Sie mit ihrer Schlichtheit und Rabulistik, wären eine Schande.....

...für den Beruf des Journaisten. Sagen Sie mir, warum gerade Sie mit Ihrer selektiven Wahrnehmung und vorgefassten Meinung sich dazu berufen fühlen?

beowulf2
 
18.07.2010 15:49

Tu ich eh nicht. Bin stattdessen in der Wissenschaft gelandet kkk

Agnostiker1
18.07.2010 19:32
Schmalspurwissenschaftler.

beowulf2
 
18.07.2010 23:00

1. "unsäglichen und persönlich beleidigenden....
..Kommentaren"

Haben sie sich da eigentlich mitgezählt?

2. "nur die persönlich.....
..zurechtgelegte Meinung haben."

Wollte mich für dieses Lob eigentlich noch bedanken. Verzeihen sie mir wenn es etwas verspätet kommt. Aber danke dafür - nicht viele haben eine eigene Meinung. Ich freue mich, dass sie das zu schätzen wissen.

cenare in animo habeo
17.07.2010 19:33
Für dieses Bonmot

darf sogar ich Sie beglückwünschen.

cenare in animo habeo
17.07.2010 12:30
Ja, ja.

Sie hätten im Sinne der Realpolitik den Handel mit dem dritten Reich ebenfalls lautstark begrüßt.

cenare in animo habeo
17.07.2010 09:37
Gratuliere.

Merkel grüßt ihren Kolonialherren.

Gemeinsam können sie dann Dissidenten hinrichten.

Agnostiker1
17.07.2010 12:05
Sie wissen überhaupt nicht, welchen Unsinn Sie in die Welt setzen.

cenare in animo habeo
17.07.2010 14:26
Sie wissen gar nicht, welch schlechten Dienst

Sie China und der Welt mit mit Ihrer Sympathie für autoritäre Regime erweisen.

Eines sei Ihnen aber noch gesagt, auch wenn Sie es wahrscheinlich nicht begreifen werden:
die chinesische Regierung hat Angst, und eine Regierung, die Angst hat, ist immer eine schlechte Regierung, ob vor 5000 Jahren, heute, oder in Zukunft.

Agnostiker1
17.07.2010 16:09
Ich habe keine Affinität zu autoritären Regimen.

Doch ich bin Realist. China ist zur Zeit so, wie es ist. Ich richte mich nach der normativen Kraft des Faktischen. Ihrer Diktion nach zu schließen, würden Sie aus grundsätzlichen Erwägungen mit China oder Rußland auch nicht über Abrüstung reden.

cenare in animo habeo
17.07.2010 18:05
Über Abrüstung zu reden,

bedeutet, aus einer Situation der Gleichrangigkeit heraus zu reden. Mit einem Hund verhandelt man nicht, und wir sind gerade dabei, uns in hündische Abhängigkeit zu begeben.

Agnostiker1
18.07.2010 12:37
Ihre Wortwahl ist widerwärtig und völlig daneben.

Mangels fundierter Argumente gebrauchen Sie eine Diktion, die völlig unverständlich ist. Wenn ich die Spannbreite Ihrer Aussagen so sehe, dann sind Sie alles andere als ein seriöser Diskutant. Sie sind ein Ihrer Neigung her, ein Nihilist.

cenare in animo habeo
18.07.2010 22:27
Bla, bla.

Akademische Bildung schützt vor Dummheit nicht.

Jugo Jebe Dugo
17.07.2010 15:57

was für einen müll sie hier von sich geben... tststs!

cenare in animo habeo
17.07.2010 18:12

Mitläufern wie Ihnen wird Europa zu verdanken haben, dass in fünfzig Jahren drei Viertel seiner Bevölkerung auf dem chinesischen Gastarbeiterstrich seine Schaffenskraft ausblutet, anstatt sie in eine unabhängige, eigenständige Wirtschaft zu investieren, während der übriggebliebene Rest in Armut vegetiert.

spaß&freude
17.07.2010 08:36

die merkel kann man gar nicht mehr unvorteilhafter abbilden, als es die natur bereits getan hat!

Agnostiker1
17.07.2010 12:10
Ein solcher Satz beweist, dass Sie eine Bildung schlimmer

als die "bildungsfernen Schichten" zählen. Sie übersehen dabei völlig, dass die österreichischen Politiker versteckt werden müssen, weil die Mütter die Kinder von der Straße holen um traumatische Erlebnisse zu verhindern.

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