Deutsche Bahn

Neue ICE-Klimaanlagen sollen auch bei 45 Grad arbeiten

16. Juli 2010 06:35

Austausch in bestimmten Zügen geplant - Erneuerung dauert Jahre

Frankfurt/Main - Neue Klimaanlagen in Zügen der Deutschen Bahn sollen künftig auch bei Außentemperaturen bis zu 45 Grad funktionieren. Dies habe Bahnchef Rüdiger Grube zugesichert, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann der "Mitteldeutschen Zeitung" laut Vorabmeldung. Die Bahn hatte am Donnerstag eingeräumt, dass Klimaanlagen in älteren ICEs nur bei Temperaturen bis 32 Grad Celsius völlig problemlos funktionieren. Neuere Fahrzeuge der ICE-3- und der ICE-T-Reihe sind bis 35 Grad ausgelegt.

"Kapazitäten sind begrenzt"

Demnach werden die Geräte vor allem in der zweiten ICE-Baureihe ausgetauscht, die von diesem Jahr an modernisiert werden soll. "Darüber bin ich froh. Das ist ein Ergebnis der Chaostage", sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag. Auch bei Kälte müsse man mit größeren Problemen rechnen, wurde Hermann zitiert. Auch brauche die Bahn mehr Reserven. Die technische Anpassung dauere aber Jahre. "Die Kapazitäten sind begrenzt."

Zugleich erhob Hermann schwere Vorwürfe gegen das frühere Konzernmanagement unter Hartmut Mehdorn. Das Unternehmen sei ausschließlich mit dem Ziel geführt worden, es an die Börse zu bringen. "Da wurde nur das Nötigste investiert, weil alles andere die Bilanzen versaut hätte. Das müssen Rüdiger Grube und die neue Bahnführung jetzt bitter bezahlen."

Klimaanlage in 50 Zügen ausgefallen

Wegen der großen Hitze fielen bei der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben innerhalb einer Woche in etwa 50 Zügen die Klimaanlagen aus. Am vergangenen Wochenende mussten etwa in Bielefeld viele Fahrgäste mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Betroffen sind vor allem ICE 2.

"Bahn soll sich großzügig zeigen"

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Deutsche Bahn aufgefordert, Fahrgäste aus überhitzten Zügen deutlich besser zu entschädigen als geplant. "Die Bahn sollte sich großzügig zeigen", sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Reisegutscheine sind nicht angemessen." Die Bahn hat jenen Hitzeopfern, die ärztlich versorgt werden mussten, Fahrgutscheine in Höhe des Eineinhalbfachen des ursprünglichen Fahrpreises zugesagt. (APA/apn/AFP/dpa)

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14 Postings
BürgerAnwalt
19.07.2010 18:38
Wenn die Anlagen bis 45° Außentemperatur arbeiten aber nicht kühlen - ist es Murks!

Meine Anlage arbeitet bisher bei jeder Temperatur draußen.

Es ist immer angenhem kühl!

Marlon62
19.07.2010 17:11
Erneuerung dauert Jahre

Ich nehme an, bis die Erneuerung auf Geräte bis 45° abgeschlossen ist, haben wir Sommertemperaturen bis 52°.

FFluXXuSS
17.07.2010 23:22
Perfide Gutmachung: Reisegutscheine für Opfer ...

Geborgene LAwinenopfer könnte man nach diesem Schema mit Liftkarten (gültig nur im Winter) trösten?!
;-]

living reef
21.07.2010 09:08
der großteil an "lawienopfern"

löst diese lawinen -meist in ungesichertem gelände - selbst aus. was hätten nun also die liftbetreiber damit zu tun?

Miss Deutung
16.07.2010 22:53

Zwei simple Dinge habe ich von meinem Haustechniklehrer gelernt - vielleicht sollten sich die p.t. Leute von der DB und der APA das merken:

1. Eine Kühlung ist keine Klimaanlage (weil sie die Luftfeuchtigkeit nicht reguliert).
2. Eine Kühlung ist ein anderes Gerät als eine Lüftung. Bei Ausfall der Kühlung sollte es also -mit funktionierender Lüftung- nicht wesentlich wärmer werden als außerhalb des Waggons.

rainbow warrior
16.07.2010 10:09
Was ich nicht ganz verstehe.....

....warum schalten sich die Klimaanlagen bei 32Grad komplett aus ???
Normalerweise schafft es eine unterdimensionierte Klimaanlage bei höheren Außentemperaturen dann halt nicht auf die eingestellten 21...22Grad, dann hat es eben 25oder 26 oder....Grad.

Stephan Weinberger
17.07.2010 03:18

Die absolute Temperatur ist eigentlich nicht so ausschlaggebend, maßgeblich ist die sog. Feuchttemperatur. Einerseits darf es für den Wärmetauscher am heißen Ende nicht zu trocken sein, sonst wird er die Hitze nicht los. Am kalten Ende darf es wiederum nicht zu feucht sein sonst kann es passieren dass der Wärmetauscher dort zufriert.
Die Züge bei denen es Probleme gab waren auch zumeist gut bis überfüllt (also viel Wärme und Feuchtigkeit im Inneren, was der Anlage immer mehr Leistung abverlangt).

dradiwaberl5693
16.07.2010 09:46

Seltsam, eine Klimaanlage benutze ich vor allem wenn es heiß ist, und 32°C sind ja nicht wirklich eine Seltenheit. Da hat wohl irgendwer nicht wirklich nachgedacht.

Stephan Weinberger
16.07.2010 10:05

32° sind lt. DIN an heißen Sommertagen anzunehmen. Vielleicht wird's ja doch langsam wärmer in Europa :-)

Natürlich hat's auch früher heißere Tage gegeben, dann sind die Klimaanlagen halt außerhalb ihrer Spezifikation gelaufen (d.h. mit geringerer Leistung bzw. höherer Ausfallwahrscheinlichkeit). Das letzte mal 2003. Inzwischen sind sie halt 7 Jahre älter und strecken entsprechend schneller die Patschen...

Norbert Michael
 
22.07.2010 21:34
32° an heißen Sommertagen!

Diese 32° hat es dann aber im Schatten, und der Zug
fährt ja wohl nicht immer im Schatten!
Wie viel Grad hat es dann in der prallen Sonne?......

Sand
16.07.2010 09:07
sollen

:-))

Franz Mukal
16.07.2010 23:59
ja, die wollen, dass die sollen!

ich habe mir jetzt öffenbare Zugfenster patentieren lassen. So wie es aussieht werde ich reich.
Früher, in der Steinzeit, gab es den Witz, was ist das wichtigste an einem Eisenbahnwaggon? - die Schaniere bei den Aschenbechern - sonst muss man den Waggon zum entleeren derselben immer umdrehen.
Willkommen in der Realität!

Stephan Weinberger
17.07.2010 03:14

Öffenbare Fenster sind bei 280km/h halt nicht mehr ganz so toll, weil's dann bei der Tunneldurchfahrt und jeder Zugbegegnung den Fahrgästen die Trommelfelle zerlegt...

Franz Mukal
17.07.2010 10:30

schon richtig, es geht ja nur um den seltenen Fall, dass die Klimaanlage bei 38° ausfällt. Dann fährt er halt nur 140 statt 280km/h

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