Austausch in bestimmten Zügen geplant - Erneuerung dauert Jahre
Frankfurt/Main - Neue Klimaanlagen in Zügen der
Deutschen Bahn sollen künftig auch bei Außentemperaturen bis zu 45
Grad funktionieren. Dies habe Bahnchef Rüdiger Grube zugesichert,
sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann der
"Mitteldeutschen Zeitung" laut Vorabmeldung. Die Bahn hatte am
Donnerstag eingeräumt, dass Klimaanlagen in älteren ICEs nur bei
Temperaturen bis 32 Grad Celsius völlig problemlos funktionieren.
Neuere Fahrzeuge der ICE-3- und der ICE-T-Reihe sind bis 35 Grad
ausgelegt.
"Kapazitäten sind begrenzt"
Demnach werden die Geräte vor allem in der zweiten ICE-Baureihe
ausgetauscht, die von diesem Jahr an modernisiert werden soll.
"Darüber bin ich froh. Das ist ein Ergebnis der Chaostage", sagte der
Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag. Auch bei Kälte
müsse man mit größeren Problemen rechnen, wurde Hermann zitiert. Auch
brauche die Bahn mehr Reserven. Die technische Anpassung dauere aber
Jahre. "Die Kapazitäten sind begrenzt."
Zugleich erhob Hermann schwere Vorwürfe gegen das frühere
Konzernmanagement unter Hartmut Mehdorn. Das Unternehmen sei
ausschließlich mit dem Ziel geführt worden, es an die Börse zu
bringen. "Da wurde nur das Nötigste investiert, weil alles andere die
Bilanzen versaut hätte. Das müssen Rüdiger Grube und die neue
Bahnführung jetzt bitter bezahlen."
Klimaanlage in 50 Zügen ausgefallen
Wegen der großen Hitze fielen bei der Deutschen Bahn nach eigenen
Angaben innerhalb einer Woche in etwa 50 Zügen die Klimaanlagen aus.
Am vergangenen Wochenende mussten etwa in Bielefeld viele Fahrgäste
mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Betroffen sind vor allem ICE
2.
"Bahn soll sich großzügig zeigen"
Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Deutsche Bahn aufgefordert,
Fahrgäste aus überhitzten Zügen deutlich besser zu entschädigen als
geplant. "Die Bahn sollte sich großzügig zeigen", sagte der
Vorsitzende Karl-Peter Naumann am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung
"Maybrit Illner". "Reisegutscheine sind nicht angemessen." Die Bahn
hat jenen Hitzeopfern, die ärztlich versorgt werden mussten,
Fahrgutscheine in Höhe des Eineinhalbfachen des ursprünglichen
Fahrpreises zugesagt. (APA/apn/AFP/dpa)