Kopf des Tages

Eine Story zwischen Flucht und Heimweh

Gudrun Harrer, 15. Juli 2010 19:22

Vielleicht ist Amiri einer dieser dubiosen Informanten, die im Kontext von Waffenprogrammen sogenannter Schurkenstaaten regelmäßig auftauchen

Es kann ja so gewesen sein, wie es Shahram Amiri darstellt, oder eher so, wie es die Amerikaner erzählen. Oder aber ganz anders. War der junge iranische Atomwissenschafter die fünf Millionen US-Dollar wert, die ihm die CIA angeblich für Informationen über das iranische Atomprogramm bezahlt hat, oder zeigt die Summe nur die Verzweiflung der US-Geheimdienste? Und wenn die Version der USA stimmt - dass Shahram Amiri freiwillig mit ihnen zusammenarbeitete -, wieso in aller Welt geht er jetzt in den Iran zurück? Das kann er, ohne um seinen Kopf fürchten zu müssen, doch eigentlich nur, wenn er nichts zu verraten gehabt hat.

Oder aber er ist eben einer dieser eher dubiosen Informanten, die im Kontext geheimer Waffenprogramme von sogenannten Schurkenstaaten regelmäßig auftauchen, besonders dann, wenn sie gerade dringend "gebraucht" werden.

Manche wollen eine Green Card und Geld, andere vor allem Aufmerksamkeit. Meist ist an dem, was sie erzählen, anfangs etwas dran, oft beginnen sie, wenn ihnen dann das eigene Material ausgeht, zu dichten. Wenn deshalb der Liebesentzug ihrer "Gastgeber" droht, bekommen sie Heimweh. Und mit ihrer verwackelten Weltsicht glauben sie an das große Verzeihen zu Hause.

Wenn jedoch Amiri, der sich am Montag in die pakistanische Botschaft (iranische Interessenvertretung) in Washington flüchtete, tatsächlich die dritte Urananreicherungsanlage bei Ghom verpfiffen hat (die der Iran im Herbst 2009 "freiwillig meldete"), dürfte es dem iranischen Regime schwerfallen, nett zu ihm zu sein. Wenn sie ihm etwas antun, bricht andererseits ihre Story zusammen.

Die lautet, dass Amiri, auf Pilgerfahrt in Mekka, im Juni 2009 im Rahmen eines US-saudischen Komplotts entführt, in die USA verschleppt, gefoltert und ausgehorcht wurde. Diese Version verbreitete Amiri auch auf einem Video - während ihn ein anderes als Doktoratsstudenten in spe in Tucson zeigte. Das kann auch durchaus stimmen: Anwerben, debriefen, ansiedeln, das ist das entsprechende Programm.

In Teheran arbeitete er an der Malek-e-Ashtar-Universität, die enge Verbindungen zu den Revolutionswächtern hat. Er war nur ein kleiner Isotopen-Forscher, sagen andere. 50 Millionen habe ihm die CIA für die Mitarbeit angeboten, sagte Amiri, der in Teheran Frau und Kind (7) in die Arme schloss. Zu den fünf Millionen, die ein US-Offizieller nannte, hat er übrigens jetzt keinen Zugriff mehr. (DER STANDARD, Printausgabe 16.7.2010)

Schmauleier1
22.07.2010 00:59
Bei allem was wir nicht wissen..

Wissen wir doch 2 Sachen:
1) die Amis sind sauer auf ihn. (sonst hätten sie ja die Zusammenarbeit mit der CIA nicht bestätigt)
2) Amri hat keine wirkliche Angst nach Iran zurückzukehren.(Bilder am Flughafen von Teheran)

My best guess:
Die Iraner haben ihn geschickt.
Die Amis waren sich nicht sicher.
Er wusste nichts vom Atomprogramm, jetzt wissen die Iraner was die Amis für Fragen stellen.

kurt haenel
 
16.07.2010 11:12

wäre interessant, dass diese Geschichte und das weitere Schiksal des Mannes in einem Jahr noch einmal ansprechen würde....

So wie es jetzt nämlich ausschaut, hab ich ja doch den Eindruck, dass der Mann wegen seiner Familie erpresst wurde, in den zurückzukehren.

setarkos
16.07.2010 13:22
Da bin ich ganz Ihrer Meinung!

Er macht auch weder körperlich noch psychisch den Eindruck, als ob er "entsetzlich gefoltert" worden wäre. Ich fürchte, das steht ihm erst jetzt bevor!

Toni Gruber
16.07.2010 09:04
Schadensbegrenzung

Irgendwie muss man diese Peinlichkeit beschönigen, da behauptet einer auf der Wallfahrt nach Mekka von den Saudis entführt worden zu sein. Enorm peinlich für Saudi - Arabien, ich kann mir nur 2 Lösungen vorstellen, entweder er wurde entführt weil die Amis glaubten er sei ein sehr wichtiger Mann , oder er wurde gleich als Köder geschickt, um diesen Ärger zu provozieren, und zu allem Ärger merkten die Amis dann noch , dass sie jemanden bekommen haben, der nichts weiß. Ein ernormer Erfolg für Iran, die Hüter der Wallfahrt nach Mekka sind absolut diskreditiert, im ganzen moslemischen Raum, Iran kann die Wallfahrt nach Mekka einschränken, und und und

parthischer pfeil
 
16.07.2010 06:16
einfache nummer

- er hat ausgeplaudert.

- seine im iran lebende familie wurde unter druck gesetzt.

- er geht zurück und seine geschichte wird von der ir propaganda abgeschlachtet (der verlorene sohn flüchtet holywoodfilmreif zurück, dam dadam dadam... imperialisten am ende happyend.

- das regime gibt kurze zeit später die im iran gefangen gehaltenen amerikaner frei.

- somit win2win situation4all. agentendeal abgeschlossen. jeder bewahrt gesicht. happyend shala lala.

- was guckst du???

hans kerbler
15.07.2010 22:55
was ist da los?

das wundert mich jetzt ein bischen - noch kein einziges verwirrtes posting mit einem mossad hat seine hände im spiel, israel zündelt, ich erkläre euch jetzt die große weltpolitik, oder ähnlichem gebrabbel.

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
16.07.2010 10:07

ja wenn es unbedingt sein muss,Israel Mossad die USA sind schuld,zufrieden ich hoffe Sie können jetzt besser durch den tag.

Borg101 (Flip Mode)
16.07.2010 08:06
Ihr Posting reicht vollkommen aus...

um zu erkennen:

1. wer ein verwirrtes Posting schreibt

2. dass die von Ihnen genannte "Verwirrten" doch nicht ueberall ihren Senf dazu geben

3. dass die von Ihnen genannte "Verwirrten" anscheinend doch etwas Niveau haben und nicht jeden "Mist" kommentieren muessen

4. dass fuer Sie jeder "Verwirrt" ist, der (wie Sie selbst aufgezaehlt haben) eine negative Meinung ueber Israel, Mosat udg. hat.

MfG

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