Budget: Fischer drängt auf rechtzeitige Vorlage

15. Juli 2010, 18:01
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    foto: apa/neubauer

    SPÖ-Klubobmann Josef Cap hält auch nach dem Gespräch mit Bundespräsident Fischer an dem umstrittenen Budgetfahrplan fest. Er hofft auf kontruktive Gespräche mit der Opposition.

Die Frist für die Regierung sei "keine Ermessens­bestimmung" - Regierung hält dennoch unbeeindruckt an Fahrplan fest

Bundespräsident Heinz Fischer hat die Regierung unerwartet deutlich aufgefordert, das Budget 2011 pünktlich bis zum 22. Oktober vorzulegen. Nach Gesprächen mit den Klubobleuten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen verwies das Staatsoberhaupt via Aussendung auf die Verfassungsbestimmung, wonach der Haushaltsentwurf "spätestens 10 Wochen vor Ablauf des Finanzjahres" vorzuliegen hat. "Bei dieser Bestimmung handelt es sich um keine Ermessensbestimmung", sagte der Bundespräsident, "sondern um eine Ordnungsbestimmung, die auch dadurch nicht aus der Welt geschaffen wird, dass die Verfassung Vorkehrungen für den Fall trifft, dass der Budgetentwurf nicht fristgerecht vorliegt."

Machtwort des Bundespräsidenten

"Die Bundesregierung ist daher weiterhin verpflichtet, sich um eine rechtzeitige Vorlage des Bundesfinanzgesetzes für das Jahr 2011 zu bemühen", heißt es in der Aussendung weiter. Freilich sei nicht zu bestreiten, dass die von der Verfassung vorgegebene Frist auch bei den Bundesfinanzgesetzen für die Jahre 2009 und 2007 - wenn auch aus anderen Gründen - nicht eingehalten worden sei. Hintergrund: Die Budgetentwürfe für diese Jahre waren deshalb nicht rechtzeitig eingebracht worden, weil im Herbst 2008 und im Herbst 2006 Nationalratswahlen stattfanden.

Die Klubobleute von SPÖ, ÖVP. FPÖ und Grünen waren am Donnerstag zu Gesprächen in der Hofburg eingeladen. BZÖ-Klubobmann Josef Bucher hat seinen Termin erst am 23. Juli. Er habe erst vor wenigen Tagen um einen Gesprächstermin angesucht, heißt es dazu in der Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Außerdem wird seitens der Hofburg betont, dass es Gespräche des Bundespräsidenten mit den Fraktionsobleuten im Nationalrat am Beginn der Amtsperiode auch vor sechs Jahren gegeben habe.

Regierung unbeeindruckt

Die Regierung zeigt sich von der Forderung des Bundespräsidenten nach einem strafferen Budgetfahrplan unbeeindruckt. Sowohl Kanzleramt als auch Finanzministerium betonten, dass man am aktuellen Terminplan festhalten will, der die Verschiebung der Budgetrede vom 20. Oktober auf den 1. Dezember vorsieht. Die Verfassung sehe einen Mechanismus für die Behandlung eines verspätet eingebrachten Budgets vor. "Das ist auch in der Vergangenheit passiert und diesmal wird es auch nicht mutwillig verschoben", sagte ein Sprecher von Kanzler Werner Faymann.

Im Büro von Finanzminister Josef Pröll wurde ebenfalls auf den ins Parlament übermittelten neuen Fahrplan mit der Budgetrede am 1. Dezember verwiesen. Damit werde eine umfassende Beratung der Haushaltspläne im Nationalrat ermöglicht. Ziel sei, das Budget mit 1. Jänner 2011 in Kraft treten zu lassen. "Seitens der Regierung bemüht man sich, angesichts der schwierigen Voraussetzungen der Wirtschaftskrise und der Konsolidierung frühestmöglich ins Parlament zu gehen. Den aus unserer Sicht möglichen Tag haben Bundeskanzler und Finanzminister gemeinsam kommuniziert", so ein Sprecher Prölls.

Cap will trotzdem an Budgetfahrplan festhalten

Auch SP-Klubobmann Josef Cap hat nach dem Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer das Festhalten der Regierung am verschobenen Budgetfahrplan bekräftigt. Er unterstrich gegenüber der APA erneut, dass man für das Budget noch die Herbstprognosen der Wirtschaftsforscher im September einarbeiten wolle. Das Parlament werde "den gleichen Zeitraum für die Behandlung des Budgets haben wie bisher auch immer - nur eben vier Wochen später", sagte er einmal mehr.

Keine Termindebatte, sondern inhaltliche Diskussion

Cap räumte ein, dass es "im Moment" noch keine Einigung im Parlament auf den Wunschzeitplan der Regierung gebe. Im Laufe des Sommers werde man da aber in weiteren Gesprächen auf einen grünen Zweig kommen, hofft er - oder aber bei Sondersitzungen ab Mitte August bzw. der ersten regulären Sitzung des Nationalratsplenums im September. Von der Opposition wünscht sich Cap eine Fixierung nicht nur auf die "Termindebatte", sondern eine inhaltliche Diskussion.

Die Unterredung mit dem Bundespräsidenten am Donnerstag habe sich übrigens mitnichten nur um das Thema Budgetfahrplan gedreht, so Cap. Eine Gesprächsrunde der Klubvositzenden mit dem neu angelobten Bundespräsidenten sei üblich. Fischer war in der Vorwoche für seine zweite Amtszeit vereidigt worden. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 69
1 2
Fraho
01
19.7.2010, 19:56
Haben alle einen Meineid geschworen?

Es wird völlig übersehen, dass die Abgeordneten nach der Wahl bei der konstituierenden Sitzung auf unsere Bundesverfassung angelobt wurden: „Sie werden geloben unverbrüchliche Treue der Republik Österreich, stete und volle Beobachtung der Verfassungsgesetze und aller anderen Gesetze und gewissenhafte Erfüllung Ihrer Pflichten.“ „Ich gelobe“. war dann die Antwort ALLER „Volksvertreter“
Mir wäre es völlig unverständlich, dass dieser von den Regierungsparteien "befohlene" Meineid keine Folgen für die betreffenden Parteigänger haben sollte – eigentlich müssten diese VP/SP „Volksvertreter“ wegen Meineid belangt werden oder ihr „freies“ Mandat zurück legen.

ExBeamter
01
21.7.2010, 11:25
Ja, leider sieht es so aus.

Frei nach dem Motto "wir sind Politiker und schei... auf die Gesetze".

amanaplanacanalpanama
01
19.7.2010, 09:22
Recht muss Recht bleiben

wie immer in Österreich

fredi1990
00
18.7.2010, 17:29

er kann ja die regierung, wenn sie einen verfassungsbruch macht, entlassen! ganz einfach!

wie das dann der hr. finanzminster den wählern erklären will bin ich gespannt!

F G
01
18.7.2010, 01:23
Humorlos

Die Regierung soll die Verfassung einhalten, oder, falls ihr das nicht möglich ist, zurücktreten.

klartextreden
00
17.7.2010, 17:29
>SPÖ u. ÖVP wegen Verfassungsbruch nicht mehr wählbar!!!<

>Wenn sich Heinz Fischer nicht durchsetzen kann, so soll er doch gleich erklären, daß das Amt des Bundespräsidenten für den "Hugo" ist!<

fredi1990
00
17.7.2010, 13:07
auf den bundespräsitenten wird der pröll nicht reagieren!

der befolgt doch nur die befehle von die großindustrie und den großbauern und vor allen von schüssel!!!

da kann der rote heinzi wollen was er will!

österreich mafia - övp
01
17.7.2010, 11:29
warnung !!

du arbeitest für 10.000 schilling bis du 70 bist, damit die pension vom pröll gesischert ist

gehts dir wirklich gut !

österreich mafia - övp
00
17.7.2010, 11:29
warnung !!

du arbeitest für 10.000 schilling bis du 70 bist, damit die pension vom pröll gesischert ist

gehts dir wirklich gut !

Achilles26
 
01
16.7.2010, 14:11
Komischer Rechtsstaat

Jetzt haben wir seit bald hundert Jahren eine parlamentarische Demokratie samt Verfassung, aber es zeigt sich immer mehr (Ortstafelfrage etc.), dass die verantwortlichen Politiker das womöglich nicht ganz so ernst nehmen. Sobald Wahlen anstehen, wird die Verfassung zurechtgebogen, dass es eine wahre Freude ist.
Auch wenn dieses "Machtwort" des roten Heinzi wenig bewirken wird, hat er natürlich recht, da kann ihm der Cap sagen, was er will.
An den beiden Wahltagen im Herbst wird dann die Rechnung für diese Manöver präsentiert werden, mit einem Sieger HC und so weiter.
Hoffentlich hält dann der Blutdruck des Wiener Bürgermeisters den Belastungen stand, soll ja schlecht ausschauen diesbezüglich!

soamist
00
16.7.2010, 12:02

allzuoft sollte er sich nicht einmischen sonst kapiert auch der letzte bürger wie unnötig das bp-amt ist

John McLanes Jünger
00
16.7.2010, 10:59

Also aus diesem Artikel schließe ich:
Entweder hat Herr Cap nicht verstanden um was es geht.
Oder es existiert eine Geheime Verfassung die für und nur für die SPÖ gilt und die aber zugleich über der normalen Österreichischen Verfassung steht.

derpradler
01
18.7.2010, 10:14
Cap

ist die Fratze der SPÖ! Geächtet von jedem echten Sozialdemokraten!

MBR
00
16.7.2010, 09:54

sehr gut herr fischer, bravo

John McLanes Jünger
00
16.7.2010, 09:52

Wer braucht eigentlich den Cap ??? Diese alte Sozisteinzeitfigur gehört endlich raus geschmissen.

Abgesehen davon dachte ich das Cap nicht in der Regierung sitzt deshalb hat er auch nichts in der Regierung (auch wenn seinen Partei die Mehrheit stellt) da nichts mitzureden. Er ist Nationalratsabgeordneter entweder hat er seinen Job nach 1000 Jahren noch immer nicht verstanden oder er mischt sich ein.

Sollte die Regierung aber daran festhalten dann wäre ein Gerichtsurteil fällig. Währe sicher spannend!

vonFrundsberg
02
16.7.2010, 09:17
jetzt mal im ernst

wer von euch glaubt wirklich daran das heinz fischer hier richtig druck auf die regierung machen wird. ich kann es mir zwar nur wünschen, aber stärke zu zeigen war noch nie sein ding. dass er bei seiner antrittsrede die ortstafelfrage als dringenstes problem und die budgetfrage hintangestellt hat, spricht ja schon bände. ich glaube er hat genauso wie die beiden regierungsparteien darauf gehofft, dass opposition und bürger diesen miesen beschiss schon fressen werden. alles wasjetzt kommt wird nur noch verzögerungstaktik sein.
verdammt kann keiner mal hierfür eine demonstration organisieren? diesen verfassungsbruch kann man doch nicht einfach so hinnehmen!

blubb66
04
16.7.2010, 08:46
Verfassungsbrecher...

... soll noch einer von SPÖ, ÖVP etwas über die Kärntner und ihre Taferln sagen ...

affdsewrq
00
16.7.2010, 08:29
Politiker machen 3 Monate Urlaub

das nennt sich Sommerpause.
Politiker haben also die längsten bezahlten Ferien, die je ein Mensch haben kann.

affdsewrq
02
16.7.2010, 08:28
SPÖ ÖVP bei Wien-Wahl abwählen

das sollte die einzige Antwort darauf sein, dass SPÖ als auch die ÖVP einen VERFASSUNGBRUCH begehen!!!
bei jedem Bürger gäbe es sofort Konsequenzen.

Mahaloo
22
16.7.2010, 09:34
Ich stimme zu!

Maria Vassilakou 4 Bürgermeisterin!

ego n
00
16.7.2010, 17:25
du lebst aber nicht in wien?

Mahaloo
01
17.7.2010, 03:47
nein, ich bin bezahlter Poster in Indien - Jobverlagerung ins Ausland halt... :/

_marvin
00
16.7.2010, 09:04

Was hat die Wien Wahl mit dem Bund zu tun?

Genau das ist das dümmste überhaupt! Man soll so wählen, wie die jeweiligen Regierungen in den jeweiligen Ebenen arbeiten. Ist man z.B. mit der Bundes SPÖ unzufrieden aber mit der Wiener SPÖ schon, wäre es unklug, diese abzustrafen.
Wenn dies alle machen würden, hätte man auf einmal einen anderen BGM und dann wars im Endefekt keiner und keiner wollte das es so kommt.. ja ja!

john.carter.denton
00
16.7.2010, 11:08
als schelm, der böses dabei denkt,...

...könnte man durchaus einen kausalzusammenhang zwischen der verspäteten budgetvorlage und den wien-wahlen im herbst herstellen.

_marvin
00
16.7.2010, 12:06

Ja, einerseits wird der Regierung vorgeworfen, wegen der Wahl zu verschieben, doch die Opposition missbraucht dies Thema ebenfalls für die Wahlen!

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