Flug ohne Probleme verlaufen - Volkshilfe: "Bedauern, dass eine menschliche Lösung nicht möglich war und eine integrierte Familie unser Land verlassen musste"
Wien/Linz - Arigona Zogaj, ihre zwei minderjährigen Geschwister
und ihre Mutter sind Donnerstagabend im Kosovo gelandet. Der Flug von
Wien nach Pristina und die Einreise seien reibungslos verlaufen. Das
gab die Volkshilfe, die die Familie betreut, bekannt.
Die Vier sowie ein Begleiter der Volkshilfe wurden bereits am
Flughafen von den Behörden erwartet. Diese geleiteten sie in einen
Extra-Raum, wo abgeschirmt von den übrigen Passagieren die
Einreiseformalitäten erledigt wurden. Anschließend konnte die Familie
über einen Hinterausgang zu einem bereitstehenden Bus gehen und mit
diesem das Flughafengelände verlassen. Sie fuhren zu einem
kurzfristig organisierten Quartier. Der Aufenthaltsort wird aus
Rücksicht auf die Familie nicht bekanntgegeben.
Die Volkshilfe, die Arigona Zogaj, ihre zwei minderjährigen Geschwister und ihre Mutter betreut, hatte noch am Donnerstagabend bestätigt, dass die Ausreise im Gange ist. Die Familie war nach dem Flug von Salzburg nach Wien in ein Flugzeug umgestiegen, das in Pristina landete.
"Bedauern, dass eine menschliche Lösung nicht möglich war"
Der Präsident der Volkshilfe Österreich, Josef Weidenholzer, stellte in einer Pressemitteilung fest: "Wir bedauern, dass eine menschliche Lösung nicht möglich war und dass eine bestens integrierte Familie unser Land verlassen musste". Die Familie Zogaj war drei Jahre in der Betreuung der Volkshilfe. "Wir haben uns um die Zogajs gekümmert, so wie wir uns um alle Menschen kümmern, die bei der Volkshilfe Hilfe oder Schutz suchen, egal ob es sich um Menschen aus dem Inland oder aus dem Ausland handelt", sagt Weidenholzer.
In der Pressemitteilung hieß es weiter, die Volkshilfe habe die Familie Zogaj bei den Vorbereitungen für die Ausreise unterstützt und mit Hilfe ihrer internationalen Kontakte dafür gesorgt, dass die Familie zumindest ein Dach über dem Kopf habe, wenn sie in den Kosovo zurückkehre.
Die Ausreise im Flugzeug wurde gewählt, weil die Zogajs keine
Personaldokumente besitzen und deswegen auf dem Landweg beim Überschreiten der
Staatsgrenzen Schwierigkeiten bekommen hätten. Für den Flug von Salzburg über
Wien nach Pristina reicht dagegen ein von den österreichischen Behörden
ausgestelltes Heimreisezertifikat aus, mit dem sie am Flughafen einchecken
können.
Die Kosten für die Flugtickets bezahlt die Familie aus Geldern, die sie von
Unterstützern bekommen hat. Eine angebotene finanzielle Hilfe vom
Innenministerium hat sie abgelehnt - sie will nicht dem Staat zur Last fallen. (APA)