Zusammenhang von Mobiltelefonnutzung und Tinnitus in einer hochrangigen Fachzeitschrift der Umweltmedizin publiziert
In den letzten beiden Jahrzehnten kam es zu einer intensiven Verbreitung des Mobiltelefons. Etwaige langfristige Auswirkungen auf das Hörorgan wurden bisher nicht untersucht. Wissenschafter des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien und der HNO-Abteilung des Wiener AKH veröffentlichten die laut eigenen Angaben weltweit erste qualitativ hochwertige Studie zur Frage des Zusammenhanges der Mobiltelefonnutzung und dem Auftreten von Tinnitus.
Das Auftreten von Tinnitus in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden zumindest gelegentlich unter Ohrgeräuschen und bei etwa zwei Prozent ist die Lebensqualität dadurch erheblich eingeschränkt. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 100 Patienten mit Tinnitus, für den keine bekannten Ursachen ermittelt werden konnte, und (als Kontrolle) 100 Patienten der HNO-Ambulanz des Wiener AKH ohne Tinnitus (Patienten mit Halsentzündung, etc.) eingeschlossen.
Andere Ursachen wurden ausgeschlossen
Den Studienteilnehmern wurde ein der großen Interphone-Studie der WHO angeglichener Fragebogen zur Mobiltelefonnutzung vorgelegt. Weiters wurden die Teilnehmer einer Reihe von HNO-Untersuchungen (Audiogramm, etc.) unterzogen. Studienleiter Hans-Peter Hutter: "Wir gingen hier sehr sorgfältig vor, damit alle üblichen Ursachen für eine etwaige Entwicklung von Tinnitus ausgeschlossen werden konnten wie zum Beispiel Lärmereignisse etwa durch zu lautes Musikhören."
Auch weitere Störfaktoren wie Schulausbildung und Herkunft der Studienteilnehmer (Stadt/Land) wurden berücksichtigt. Als Ergebnis dieser zwar relativ kleinen, aber wegen ihrer sorgfältigen methodischen Durchführung besonders aussagefähigen Studie konnte ein signifikanter Anstieg des Risikos für Tinnitus mit zunehmender Dauer der Mobiltelefonnutzung ermittelt werden. Nebenbei zeigen die Detailauswertungen, dass sich das Risiko bei einer Nutzung von länger als vier Jahren verdoppelt. (red)