Pelargonien: Fruchtig, würzig, frisch und blumig

24. August 2010, 14:12
  • Im Gegensatz zu Rosen oder Veilchen, bei denen die Blüten duften, sind 
es bei den Pelargonien die Blätter.
    foto: apa/barbara gindl

    Im Gegensatz zu Rosen oder Veilchen, bei denen die Blüten duften, sind es bei den Pelargonien die Blätter.

Die beliebte Balkonpflanze duftet nicht nur gut, sondern findet auch als Würzkraut Verwendung

Bonn - Pelargonien sind sehr beliebte Balkonpflanzen und zieren ähnlich wie Geranien häufig die Häuserfronten. Bei einem Großteil der aus dem südlichen Afrika stammenden Pflanzen handelt
es sich aber nicht nur um Zierpflanzen, sondern auch um Duftpflanzen mit einem außergewöhnlich breiten und intensiven Duftspektrum. 

Duftende Blätter

Im Gegensatz zu Rosen oder Veilchen, bei denen die Blüten duften, sind es bei den Pelargonien die Blätter, von denen der Wohlgeruch ausgeht. Die in feinen Drüsenhaaren gebildeten ätherischen Öle verbreiten den intensiven Duft, bei manchen Arten jedoch erst, wenn man mit dem Finger über das Blatt reibt. Je nach Art der Pflanze reicht die Bandbreite der Düfte von fruchtig über würzig, blumig bis hin zu herb-aromatisch. So ist zum Beispiel die Pelargonium scabrum für ihren besonders starken Zitronenduft bekannt. Der Duft der Pelargonium crispum ist dagegen etwas weniger zitronig, dafür aber bei einigen Sorten verbunden mit einem Hauch von Zimt oder Pfirsich.

Einige Pelargonienarten zeichnen sich auch durch einen intensiven Rosenduft aus, so zum Beispiel Pelargonium graveolens oder Pelargonium capitatum. Beide Arten werden heute großflächig in Nordafrika und Spanien angebaut. Man gewinnt aus ihnen ein Geraniumöl, das als preiswerter Ersatzstoff für echtes Rosenöl gehandelt wird. Andere Arten wie die Pelargonium odoratissimum duften nach Äpfeln oder die Pelargonium tomentosum nach Minze. Die Pelargonium fragrans strömt dagegen ein Kiefern- oder Fichtennadelaroma aus.

Als Würzkraut und Duftkissen

Schonend getrocknet können Pelargonienblätter in Duftkissen verwendet werden. Da alle Blätter essbar sind, können sie je nach Sorte und Aroma auch als Würzkraut in verschiedenen Speisen und Getränken verwendet werden. So eignen sich zitronige oder fruchtige Sorten laut dem Infodienst aid als Salatkräuter oder für Obstsalate. Sorten mit Minzaroma können für Limonaden oder Tees genutzt werden, nach Rosen duftende Sorten verfeinern Kuchen oder Desserts.

Auch in der Medizin spielen Pelargonien eine Rolle. So enthält Pelargonium sidoides Stoffe, die gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Duftpelargonien sind in der Regel als Topfpflanzen auf dem Balkon oder der Fensterbank zu finden, man kann sie aber auch in den Garten pflanzen. Sie bevorzugen einen warmen und sonnigen Standort in geschützter Lage. Da sie sehr kälteempfindlich sind, überstehen sie hiesige Winter im Freiland meist nicht. (sid)

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1 Posting

Hab im Frühling beim Heimkommen spätnachts einen ausgerissenen Pelargonien-Strauch auf der Straße gefunden. Daheim eingesetzt und mit ihm gelitten, als er alle Blüten und Blätter abwarf und zu verholzen begann. Ich hab ihn dann in einer Verzweiflungsaktion radikal kleingeschnitten, und siehe da, seit letzter Woche blüht er wieder, freut mich immens.

Gleich die Probe aufs Exempel gemacht: Die Blätter duften beim Reiben tatsächlich leicht, würd sagen minzig-zitronig. Wohlgeruch ist aber übertrieben. Die Blätter-Eßprobe spar ich mir.

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