Geklaute Musik in Online-Pornos ärgert Labels

15. Juli 2010, 11:07

Kläger: "Eklatante und schmutzige Rechtsverletzung"

Rechtzeitig zum 15. Geburtstag des MP3-Formats holt die zuletzt etwas gebeutelte Musikindustrie wieder einmal zu einem Rundumschlag gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet aus. Abgesehen hat man es diesmal vor allem auf die florierende Online-Erotikbranche. Wie aus einem Bericht des Wall Street Journal hervorgeht, haben sich gleich 15 Plattenlabel zusammengetan und vor einem kalifornischen Bezirksgericht in Los Angeles Klage gegen diverse Pornoseiten-Betreiber eingereicht. Grund ist die illegale Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Songmaterial in hunderten von Schmuddel-Clips.

"Die Angeklagten haben diese urheberrechtlich geschützten Soundaufnahmen und Musikkompositionen einfach gestohlen und für die Soundtrack-Untermalung ihrer eigenen pornografischen Videos verwendet, ohne sich die Lizenz oder Zustimmung der Rechtehalter zu sichern", heißt es in der vorgelegten Anklageschrift. Deren Verfasser - darunter unter anderem die Plattenlabels Warner Bros. Records und Atlantic Records - behaupten, mindestens 500 derartige Copyright-Verstöße auf den Seiten der Pornoanbieter gefunden zu haben.

150.000 Dollar Strafe pro illegalem Clip

Aus Sicht der Musikindustrie stellt dies eine "Rechtsverletzung der eklatantesten und schmutzigsten Art und Weise" dar. Aufgrund der Schwere des Vergehens fordern die Kläger daher die stolze Summe von 150.000 Dollar pro entdeckter illegaler Verwendung als Wiedergutmachung ein. Gerechtfertigt wird die hohe Schadensersatzforderung auch von dem immensen Imageschaden, den die betroffenen Künstler durch die Einbindung ihrer Werke in pornografisches Material erlitten haben, so die Plattenfirmen.

"Ich weiß zwar über die Details dieses Verfahrens nicht Bescheid. Prinzipiell ist es aber mehr als verständlich, dass sich Künstler und Labels dagegen wehren, wenn ihre Musik unlizenziert für Pornostreifen verwendet wird", stellt IFPI-Austria-Sprecher Thomas Böhm gegenüber pressetext klar. Im vorliegenden Fall habe man es jedoch nicht nur mit einer Copyright-Verletzung zu tun. "Dadurch entsteht ein enormer Imageschaden", bestätigt Böhm die Argumentation der US-Kollegen.

Hoffen auf einvernehmliche Lösung

"Wir sind selbst Copyright-Inhaber und haben sehr großen Respekt vor der Durchsetzung von Schutzrechten für geistiges Eigentum", kontert Lawrence Walters, Anwalt von RK Netmedia, einem von der Klage betroffenen Pornounternehmen. Dieses beruft sich vor allem auf eine spezielle "Fair Use"-Klausel im US-Urheberrecht, die eine Verwendung von urheberrechtlich geschützten Musikstücken unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne die ausdrückliche Genehmigung des Rechtehalters erlaubt. Walters: "Wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung." (pte)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Para Dox
00
23.7.2010, 13:50
Lächerliche Stellungnahme von Böhm

"Dadurch entsteht ein enormer Imageschaden", bestätigt Böhm ..."

So als ob Pornokonsumenten die Musik als ekelig empfinden, weil sie in einem Porno verwendet wird. Und Menschen, die Pornos abstoßend finden, werden sich kaum welche ansehen.

Wachsender Widerstand
00
16.7.2010, 14:13
kann ich verstehen,

das fehlende geld wird jetzt via klagen zurück geholt.

ist auch eine methode den umsatz zu steigern.

Wurzelloser Kosmopolit
02
16.7.2010, 14:06
Wo denken die hin ?

Einen Porno mit Musik seh ich mir prinzipiell nicht an.
Neigungsbedingt.

hopper
00
17.7.2010, 02:21

Ich hab mir sagen lassen, dass angeblich in deutschen Pornos oft so eine Art Schlager Melodie (ohne Text versteht sich) im Hintergrund zu hören ist.

Schrecklich wer steht sichs auf sowas?

hitchy
00
16.7.2010, 13:30
was für ein imageschaden?

Die sollten sich für die werbung bedanken. So viele Kunden erreicht man selten.

Dr. Schland
00
16.7.2010, 12:28

Jetzt schafft die Musikindustrie harte Fakten.

1116er
02
16.7.2010, 11:52
Deren Verfasser - darunter unter anderem die Plattenlabels Warner Bros. Records und Atlantic Records - behaupten, mindestens 500 derartige Copyright-Verstöße auf den Seiten der Pornoanbieter gefunden zu haben.

und dann waren diese leute noch in der lage, eine klage zu tippen?
haben denen nicht eh schon die hände (und anderes) geschmerzt???

Balthasar Muckensock
012
15.7.2010, 23:31
Die meisten Musikvideos auf MTV

sind von Pornos eh kaum mehr zu unterscheiden... warum sprechen die dann von einem "Imageschaden" für die Künstler??

der Ringe
00
16.7.2010, 14:46

weil die alle einen längeren haben ?

Der Strizzi von gegenüber
00
15.7.2010, 23:31

"Grund ist die illegale Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Songmaterial in hunderten von Schmuddel-Clips."

Die hat man sich natürlich nur für die Arbeit angesehen... Diese aberhunderten Clips.. Wenn man jetzt noch die lizensierten ansieht kommt man wohl auf ein paar 1000 insgesamt..

Was für eine Chuzpe..
Hat man sich gleich das ganze Archiv des Vatikans ausgeliehen?

Und die Labelvorstände haben natürlich auch noch nie Seiten á la Redtube, Youporn etc besucht..

Steve Jobs ruft!

Dirk Gently76
 
07
15.7.2010, 19:51
Wo kann

man sich bewerben ich will auch Pornos schauen und dabei Geld verdienen. Dann kann ich denn ganzen Tag Pornos schauen und muss sie nicht in die Taskleiste legen wenn der Chef kommt.

Erzmagier
00
15.7.2010, 19:33
WTF

wenn man einen pron anschaut gehts ja wirklich ned um die Musik -__-

Freund der Sanktionen
010
15.7.2010, 15:00
Aha.

Und wenn die Musik lizensiert ist, entsteht kein Imageschaden?
Die Gier ist einfach ein Schwein und verräterisch obendrein. Da ist die gesamte Schmuddelindustrie hundertmal ehrlicher...

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
112
15.7.2010, 14:06
können diese labels nicht endlich alle pleite gehen?

ich frag mich, wann sie anfangen leute zu verklagen, die sich einen ohrwurm vorpfeifen/brummen/...

96%
00
16.7.2010, 09:31

wenn's jetzt schon bei lumpigen 500 pornos kassieren wollen, dauert es eh nimmer lang.

Leonardo Basil
04
15.7.2010, 14:01

Wann gehen denn jetzt endlich die ersten labels in Konkurs?

DereMann
01
15.7.2010, 13:02
Was für ein Imageschaden

in den Vereinigten Staaten der Doppelmoral..

Und dort brummt dann der männliche Richter den Produzenten die fette Strafe mit den Worten "Ieehh, Pornos.." auf, um Frau, Familie und Vaterland zu beweisen, ein ehrbarer und unbefleckter Bürger zu sein..

Stoppt den ZENSURWAHN der Politiker - JETZT
02
15.7.2010, 14:07
und holt sich dann in der verhandlungspause

einen zu youporn vids am klo runter.

ja aber
02
15.7.2010, 12:53
jetzt muessen alle mitarbeiter pornos schaun

um dann eine urheberverletzung feststellen zu koennen. kaufen die medienkonzeren eigentlich die pornos?

Extremsuderer
01
15.7.2010, 13:24
Und heiteres "Musikstückraten"

misanthropie
00
15.7.2010, 12:51
- behaupten, mindestens 500 derartige Copyright-Verstöße auf den Seiten der Pornoanbieter gefunden zu haben.

durch "pornos anschaun" geld verdienen?

ich auch!

$thief job$
01
15.7.2010, 12:51
hit me baby one more time ;)

MrGoatee
024
15.7.2010, 12:12

Zuerst statt zu arbeiten den ganzen Tag Pornos schauen und das ganze dann mit eine Klage rechtfertigen...

die machen es sich auch einfach

yoghurtinator
 
00
15.7.2010, 12:10
Eh klar logisch

Im Auftrag der MI p2p-netzwerke u.a. abzugrasen allein wird mit der Zeit auch fad, sodass man sich die Zeit, während die Software eh automatisch p2p u.a. durchsucht, gemütlich einen Porno reinzwitschern kann.

Aber halt aufpassen, dass auf den Abmahnschreiben dann keine Sportflecken zu sehen sind.

Blindes-Vertrauen-Notstand - no na ned part etc
01
15.7.2010, 12:08

trotz aller häme:

diesmal ist die musik-contentindustrie wahrscheinlich sogar im recht, weil es sich ja hier sicher um _kommerzielle_ ab 18 filme/clips handelt, und eben nicht um privaten gebrauch, der wohl unter fair use fällt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.