Stevens im Interview

"Vorne gibt es noch Bedarf"

15. Juli 2010, 10:54

Salzburg-Trainer über Janko, Landsleute, WM, Champions League, Red Bulls Zukunft in Deutschland und Neuverpflichtungen

Salzburg - Er ist der Star unter den Fußball-Trainern in Österreich. Red Bull Salzburg hatte er in der vergangenen Saison zum Meistertitel geführt, nun will Huub Stevens im zweiten Anlauf auch in die Champions League. Der 56-jährige Niederländer sprach im Trainingszentrum in Taxham über den Abgang von Stürmerstar Marc Janko, seine Landsleute bei der WM in Südafrika und darüber, dass Red Bull seinen Hauptfokus im Fußball in einigen Jahren auf Deutschland legen will.

Sie haben mehrfach betont, dass die Mannschaft heuer weiter ist als im Vorjahr. Ist sie auch von der Qualität her darüber zu stellen?

Stevens: "Es ist zu früh, das zu sagen. Wir haben Spieler geholt, die kreativ nach vorne denken. Wir haben dadurch noch mehr Möglichkeiten, wir suchen aber weiter. Vorne gibt es noch Bedarf, weil wir einen Zickler und einen Janko verloren haben, und außerdem Nelisse länger ausfällt."

Anders gefragt: Warum glauben Sie, dass diese Mannschaft heuer erstmals in der Red-Bull-Ära die Champions League erreicht?

Stevens: "Wir waren auch letztes Jahr ganz nah dran, dieses Ziel zu erreichen. Bestimmte Spieler waren aber noch nicht bei uns. Heuer sind wir einen Schritt weiter, haben durch die Europa League auch mehr internationale Erfahrung. Die jüngeren Burschen kennen außerdem jetzt das Trainerteam, das ist enorm wichtig."

Mit Marc Janko hat einer der profiliertesten Spieler den Club verlassen. Ihr Verhältnis ist am Ende nicht gerade das beste gewesen. Ist mit seinem Wechsel nach Enschede beiden Seiten gedient?

Stevens: "Mein Verhältnis zu ihm war nie schlecht. Wir verlieren durch ihn bestimmte Qualitäten, aber aus seiner Sicht verstehe ich den Schritt ins Ausland. Als Trainer muss ich darauf achten, dass sich jeder Spieler verbessert. Das war am Anfang auch so, am Ende ist es mir bei ihm aber nicht mehr gelungen. Er hat dann auch nicht mehr diese Leistungen gebracht."

Warum?

Stevens: "Das weiß ich nicht, Spieler sind verschieden. Dem einen musst du immer wieder auf die Schulter klopfen, dem anderen einen Tritt geben, um alles aus ihm rauszuholen. Das ist die Aufgabe eines Trainers. Mit einigen musst du viel reden, mit anderen wenig. Der eine braucht mehr Zeit, der andere weniger. Das ist gar nicht so einfach, Menschen sind verschieden."

Warum sind die Niederlande eine gute Adresse für Janko?

Stevens: "Es ist ein sehr offensiver, technischer Fußball. Außerdem ist es nicht so körperbetont wie hier in Österreich, das kommt ihm sicherlich entgegen."

Sie haben zuletzt das auch bei der WM häufig gebrauchte 4-2-3-1 gespielt. Ist das Ihr neues System oder haben Sie auch andere Varianten im Kopf?

Stevens: "Wir haben mehrere Optionen. Man muss das immer darauf abstimmen, welche Spieler man zur Verfügung hat. Defensive Mittelfeldspieler sind nicht nur defensiv, sie können sich auch in den Angriff einschalten. Ich bin nicht auf der Suche nach einem System, sondern nach einer Ordnung."

Eigentümer Dietrich Mateschitz will seinen Hauptfokus im Fußball langfristig auf Leipzig legen, Salzburg soll eine Art Ausbildungsverein werden. Was bedeutet das für Ihre eigene Zukunft?

Stevens: "Das habe ich gewusst, das hat er mir schon bei unserem ersten Gespräch gesagt. Ich habe gefragt, was ich dann hier soll. Er hat in die Zukunft geblickt und geantwortet, dass die Idee auf fünf bis acht Jahre angelegt ist. Das ist so lange, ich weiß nicht, ob ich so lange überhaupt Trainer bin."

Können Sie es sich vorstellen, auch in der deutschen Bundesliga für Red Bull zu arbeiten?

Stevens: "Das wird die Zukunft weisen. Ich weiß nicht, ob ich in vier Jahren noch für Red Bull tätig bin. Als ich im Vorjahr gekommen bin, habe ich für ein Jahr unterschrieben mit Option, jetzt bin ich noch zwei Jahre hier (Vertrag bis 2012/Anm.). Nachdem man einen Sportdirektor Beiersdorfer und neue Spieler geholt hat, habe ich gefunden, dass auch ich ein Zeichen für Kontinuität setzen muss, obwohl ich Angebote aus anderen Ligen gehabt habe."

Was denken Sie, wird für den langfristigen Erfolg des Fußball-Projektes von Red Bull entscheidend sein?

Stevens: "Geduld und ehrgeizig bleiben. Und Red Bull muss derselbe Partner bleiben, der er bisher gewesen ist. In ganz Österreich, aber auch weltweit, kann man froh sein, dass Red Bull so viel für den Sport tut. Man spürt, dass sie etwas erreichen wollen."

Bei der abgelaufenen WM haben die Niederlande das Finale erreicht. Macht Sie das stolz?

Stevens: "Ich habe zwar nichts damit am Hut, aber ja. Für so ein kleines Land ist es großartig, wieder einmal im Finale zu stehen und es den Spaniern dort taktisch sehr schwierig zu machen. Darauf kann man schon stolz sein. Spanien war der Turnierfavorit. Die Deutschen haben gegen sie nur reagiert, die Niederländer haben auch agiert. Das Spiel hätte auch anders ausgehen können."

Verstehen Sie die Kritik, die es nach dem Finale für die harte Gangart gesetzt hatte?

Stevens: "Nein, da habe ich kein Verständnis dafür. Natürlich hätte man gegen De Jong Rot geben können, oder gegen Van Bommel und auch Robben die zweite Gelbe. Doch sie haben es den Spaniern taktisch sehr schwer gemacht. Ich finde aber, dass man sich nach so einem Spiel nicht über den Schiedsrichter äußern muss. Er war nicht gut, aber es hat auch Entscheidungen gegen Spanien gegeben."

Welcher Spieler der Niederlande, aber vielleicht auch allgemein, war für Sie bei der WM herausragend?

Stevens: "Mark van Bommel war sehr gut, auch Torhüter Stekelenburg war gut. Van Bronckhorst hat eine gute WM gespielt, andere haben dafür nicht ihr Niveau erreicht. Einige Spieler sieht man nicht, weil sie sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen. Auch sie haben sich ein Kompliment verdient."

Besteht die Möglichkeit, dass diesen Sommer noch ein WM-Spieler zu Red Bull Salzburg wechselt?

Stevens: "Ja, natürlich. Ich weiß aber nicht, ob wir diese Spieler auch bezahlen können, und ob sie nach Österreich wechseln wollen. Bei ganz großen Namen ist das schwierig, obwohl sich auch mit Mendes und Zarate zwei international anerkannte Spieler für uns entschieden haben. Ich habe Geduld, weiß aber nicht, ob auch Beiersdorfer und (Assistent Thomas) Linke so viel Geduld haben." (APA)

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Nicholas Angel
00
20.7.2010, 12:45

Kann bitte jemand Thomas Jandl einen symbolischen Orden dafür überreichen, dass er weiß dass Holland nur ein Teil der Niederlande ist. Sonst postet er das hier noch zehnmal.
Ach was, ich mach es selbst: Herr Thomas Jandl erhält hiermit den Besserwisserorden in Plüsch der derstandard.at-community für seine herausragenden Geografiekenntnisse.

Gary Grantscherbn
00
17.7.2010, 09:47

Holländische Fußballschule ist mir irgendwie seit letzten Sonntag suspekt.

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:37

Ist Stevens Hollaender? Ich dachte er waere aus der Provinz Utrecht.

der Ball bringt nur Unruhe ins Spiel
11
16.7.2010, 14:37
Das ist halt ein Trainer.

Also, würd ich im ÖFB sitzen, den würde ich, wenn es sein müsste, auch zehn Jahre lang beknien, dass er das Nationalteam übernimmt.

Es gibt derzeit keinen österreichischen Trainer, der besser wäre.

Er kennt unsere Spieler.

Und er ist im besten Alter.

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:40

Ja, einer der mit einer Mannschaft mit dem Budget von Red Safterl und dem Kader gerade eben noch den Titel erringt, der ist ein Koenner. Und dass er noch mehr Unruhe ins Team gebracht hat als der Ball, das war wahrscheinlich Motivation.

Hat den Janko sogar zum weggehen motiviert. Und jetzt ist "vorne noch Bedarf." Ein echter Koenner, dieser Niederlaender. Bleiben Sie auf den Knien -- wenn der Teamcoach wird, dann ist was Grosses im Entstehen.

parfen semjonowitsch rogoshin
00
31.7.2010, 12:05
sie meinten wohl...

Ein echter Koenner, dieser Holländer?

ViperDC
00
16.7.2010, 16:17
haha...

der nick!

baby schimmerlos
63
16.7.2010, 11:06

Der hat ja nicht mehr alle Nadeln an der Tanne!

mfg,
baby (münchen/schwabing)

undisputed truth
00
17.7.2010, 12:36

Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung BielefeldverschwörungBielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung Bielefeldverschwörung

Gary Grantscherbn
00
17.7.2010, 09:47

bitte übersetzen in hiesige Landessprache.

astronaut
03
16.7.2010, 11:38

unser troubadix meldet sich auch wieder mal, wie gehts eigentlich bielefeld in der 2. liga?

übrigens, warum soll stevens nicht mehr "alle nadeln in der tanne" haben?

hast du die absage von red bull nach all den jahren immer noch nicht überwunden?

Freya Nakamachi-47
01
17.7.2010, 11:41
Jimmy Hoffa
00
16.7.2010, 08:21
Geiles

Interview! Huubs WM Fazit: Auf Holland kann man stolz sein, gutes Finale gespielt nur der Schiri war halt scheisse und van Bommel war sehr gut...

avision
00
16.7.2010, 10:55
Bedarfsorientiert ...

Vorne gibt es noch Bedarf?
Das Land braucht Fußballlehrer erster Güte mit einer Vision Herr Stevens. Und auch wenn Holland im finale der WM stand, sprechen alle von der Arbeit des Herrn Löw, von seiner psychisch-physisch-taktisch eingeführten Modelle. Und vielleicht braucht auch ein Konzern keine Erziehungsberechtigte, vielleicht brauchen modern gerührte Vereine eine Personalentwicklung wie die Evolution im deutschen Fußball?
Dies als kleine Anregung. Also, nichts zum Aufregen, Herr Stevens, denn im großen und ganzen machen Sie einen sehr guten Job! Vielleicht bei Interviews etwas zu Emotional? ...

Ein Mahner
108
15.7.2010, 23:01
An alle, die hier Hollands Spielweise kritisieren

Holland hat hart gespielt, ja. Aber die Fouls hielten sich in etwa die Waage, mit dem Unterschied, daß die der Holländer klar zu sehen waren, während es die Spanier wie üblich mit hinterhältigen, versteckten Fouls machten.

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:42

Sie sprechen vom WM Finale, Holalnd gegen Kastillien?
Sind nur die Hollaender Foulspieler, oder die Niederlaender aus den anderen Provinzen auch?

Gary Grantscherbn
00
17.7.2010, 09:49

bitte wie? Das war die größte A-Loch-Partie, die es gibt. Das Konzept hieß: Zerstören mit allen Mitteln unter bewusster Inkaufnahme schwerer Verletzungen beim Gegner. H

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:43

Also wenn ein Profi einen Gegner veletzten will, dann kann er das auch.

Smodabo
41
16.7.2010, 10:27

na klar, spanien ist ja berühmt für seine harte gangart und vor allem für die hinterhältigen, versteckten fouls ..
mit "tiqui-taca" ist ja auch nicht das kurzpass-spiel gemeint sondern die "hinterhältigen, versteckten fouls" ..

manchen leuten solltens die tastatur wegnehmen.. pff.. dann nennt der sich auch noch "mahner" .. unglaublich ..

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:45

Mir hat bei Spanien eher die Resilienz imponiert. Der Iniesta war schwer verletzt am Boden, dann sprang er auf wie eine Gazelle und gab dem Gegner eine mit. Ich war eher verwundert dass er danach nicht wieder schwer verletzt zu Boden gegangen ist.

poerney
31
16.7.2010, 09:53

Das schieb' ich jetzt mal auf die Hitze. Du kannst ja nicht ganz bei Trost sein.
Da bleibt einem die Netiquette ja im Keyboard stecken.

trentzer
21
16.7.2010, 09:41
rrrrrichtig!!!!!!!!!

Rumo von Zamonien
20
16.7.2010, 08:56

Redens bitte net so einen derartigen Schwachsinn.

Des gibts ja net!

jumpcut
01
16.7.2010, 08:47
einer wie patrick kluivert

sieht das anders.
der sagt, er hat sich für hollands spiel im finale geschämt.

Thomas Jandl
00
18.7.2010, 15:46

Das ist provinziell! Ein Niederlaender der die Hollaender kritisert. So wie die Oesterreicher die sich auf Wien einschiessen.

Hier ist die Idee: Wenn unser Nationalteam mal eines verliert, dann sagen wir "Wir schaemen uns fuer Wien."

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