Wahlkampf im WWW

Von Kampfposting bis Liebeserklärung

14. Juli 2010 17:31
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    collage: beigelbeck

    Websites für Bürgermeister Michael Häupl, für Wien und natürlich für die Sozialdemokraten, auch wenn das Parteilogo auf den diversen roten Plattformen meist schwer zu finden ist. Lange vor dem offiziellen Wahlkampfstart buhlt die Wiener SP im Internet, vor allem in diversen Social Media, um Aufmerksamkeit.

Die SP versucht, für jede Zielgruppe eine eigene Online-Plattform zu kreieren

Wien - Wenn Sie in nächster Zeit in der U-Bahn ein Telefongespräch folgenden Inhalts mithören, dann könnte das Teil einer politischen Kampagne sein: "Findest du nicht auch, dass der Häupl ein echt guter Bürgermeister ist? Viel besser als der Strache." "Mundfunk" nennt sich diese Werbung, erfunden vom "Team für Wien", einer Plattform für SP-nahe Wiener, die mithelfen wollen, Michael Häupl erneut auf den Bürgermeistersessel zu hieven.

Herzstück der sogenannten Mission 2010 ist eine Website, auf der es noch weitere Tipps für den Zwischendurch-Wahlkampf gibt. Wer zehn Minuten Zeit hat, könnte Häupl lobend in einem Internetforum erwähnen, wird etwa vorgeschlagen, ein Screenshot von derStandard.at mit einem möglichen Posting findet sich praktischerweise anbei. Wer mehr als zehn Minuten aufwenden will, kann zu einem "Team Talk" mit einem SP-Stadtrat kommen oder eines der Seminare besuchen, die kostenlos oder gegen kleine Beiträge angeboten werden.

In Planung, aber noch nicht online: Ein "Redbook", das - analog zu Facebook - SP-Sympathisanten (geografisch) vernetzen soll, etwa um spontane Verteilaktionen koordinieren zu können. Nicht ganz zufällig erinnert das an den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, wo sich Obama-Anhänger auf my.barackobama.com zusammenschließen konnten.

Fast zwei Jahre nach Obamas Online-Erfolg spielt das Internet in einem SP-Wahlkampf eine entscheidende Rolle. "Seit Mai präsentieren wir fast alle 14 Tage eine neue Plattform", sagt Landesparteisekretär Christian Deutsch. So können auf stimmenfuerhaeupl.at Video-Sympathiebekundungen für den Bürgermeister abgegeben werden.

Adam Green für Häupl

Neben den üblichen Verdächtigen aus dem SP-Universum erzählt dort etwa der amerikanische Sänger Adam Green: "I like the Leopold Museum." Ob der weiß, in welchem Kontext sein Statement, aufgenommen beim Donauinselfest, nun im Internet steht, ist freilich zu bezweifeln.

Die "längste Liebeserklärung der Welt" soll auf ilovevie.at entstehen. Dort erzählt etwa "Profil"-Herausgeber Christian Rainer, dass er Wien liebt, "weil es keine Stadt gibt, in der die Frauen so lustvoll mit Männern flirten wie hier". Parteilogo findet sich auf der Website keines, dafür aber vom Bezirksblatt, das wiederum Echo-Medienhaus gehört, an dem die SPÖ beteiligt ist.

Ganz neu im Netz ist die Toleranz-Kampagne "Viele Gesichter", die den Wienern verdeutlichen soll, was Menschen mit Migrationshintergrund zum Zusammenleben in der Stadt beitragen, etwa in der Gastronomie oder im Sport. Junge Leute soll die Plattform "Ich bin Wien" ansprechen, die vor allem mit Musik und Veranstaltungen auf sich aufmerksam macht. Gemeinsam ist allen Websites die Vernetzung mit Facebook, Youtube, Twitter und Co.

Trotz der zahlreichen Online-Aktivitäten will Landesparteisekretär Deutsch die Offline-Kampfzone nicht den anderen Parteien überlassen. Plakate, Inserate, City-Lights, TV- und Kinospots werde es geben, stellt er für den Intensivwahlkampf im Herbst in Aussicht. Der beginnt am 4. September in der Stadthalle - passend zum Datum der Wahl am 10. Oktober um genau 10.10 Uhr. Was sich die Partei das kosten lässt, dazu gibt es keine Angaben. Deutsch: "Wir haben jedenfalls keine Materialschlacht vor." (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2010)

Kommentar posten
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libera
14.08.2010 10:12

beindlich
denen ist nichts zu blöd

Walter Kaiser
 
14.08.2010 17:27
Solange Ihnen Ihre Rechtschreibung nicht peinlich ist, ...

... braucht sich niemand für eigenartige Wahlwerbung zu schämen.

libera
14.08.2010 18:21

ironie ist ihnen, so scheints, eher fremd?

clown bobo
16.07.2010 15:37
wie kann man heutzutage noch sozialist sein?

die sozen gehören aus dem rothaus gefegt.

Walter Kaiser
 
14.08.2010 17:26
Dachte im Rathaus sitzen keine Sozialisten, ...

... sondern Sozialdemokraten?

Und ja, das hat was mit "sozial" und "Demokratie" zu tun. Beides scheint ihnen fremd zu sein.

t 3
 
14.08.2010 13:47
ad "gefeget":

das ist offenbar der kleine unterschied. die eine möchten gern die besseren sein, andere möchten die konkurreten nur einfach wegfegen. dass von rechts immer latenter hass und gewalt durchscheint, ist wohl ein systemimanenter zug...

wien 1220
 
20.07.2010 19:22

Viel besser ist es Egoist zu sein!

BP tankt auch Ihren Golf voll!
16.07.2010 09:58
Ich frage mich bei solchen Online-Kampagnen immer, warum das eigentlich nicht die Grünen schon seit Jahren haben?

An solchen Dingen erkennt man die wahre Tiefe der Grünen Kriese!

stamidis1
15.07.2010 20:24
Richtung Bratislava

Vorbei an den neuen Stränden am Kanal sowie dem Badeschiff, am Hundertwasserhaus dem Erdbergersteg und an den Gasometern alles unter roten Bgmstr. erbaut und umgebaut weiter Richtung Wiener Hafen, wirtschaftlich nicht weg zu denken eine Idee einer SPÖ Bezirksvertretung entlang der Donauinsel erbaut unter einem Wiener SPÖ Bgmstr. eigentlich sollte ich hier bleiben doch möchte ich nach Bratislava um zu sehen wie Wiener Ideen dort umgesetzt werden, ach ja der dritte Wiener Müllverbrennungsofen und das Bioenergiewerk lagen auch noch am Weg sowie die Kläranlage wo nach 20 Stunden ohne Chemie reines Wasser rauskommt erbaut unter einem roten Bgmstr. genau. Darum sollte man Spö wählen.

badblackguy.blogspot.com
 
16.07.2010 09:03

Die Gasometer wurden von "Unternehmern" umgebaut
und die Stadt Wien hat damit nichts zu tun!
Das Hundertwasserhaus wurde nicht von der Stadt
Wien gebaut!
Das Badeschiff wurde von "Unternehmern" finanziert
und nicht von der Stadt Wien!

Die Donauinsel wurde mit unserm Steuergeld bezahlt!

Sorry, aber was soll dieser Unsinn!

Walter Kaiser
 
14.08.2010 17:33
Nein, die Stadt Wien hat wenig selbst gebaut, die Stadt Wien hat keine Ärmchen umd die Schaufelchen zu halten.

Aber die Stadt Wien hat Projekte vorangetrieben, genehmigt oder ist auch nur beteiligt.

Warum gibts z.B. in Salzburg kein Badeschiff?

Und nona wurde die Donauinsel mit "unserem" Steuergeld bezahlt. Glaubens, die Vaupen würden irgendwas mit Parteigeldern machen?

Aber die Roten haben die Donauinsel gegen den Willen der RathausÖVP durchgesetzt - und deshalb haben wir jetzt Freizeitanlagen und einen Hochwasserschutz um den uns jede Großstadt der Welt beneidet.

Hätten die Schwarzen sowas gemacht, dann müsste man Eintrittsgeld zahlen und irgendwer würde stinkreich sein.

tucker maxxx
15.07.2010 22:08

sowas ist für uns zum glück selbstverständlich, dabei ist es eben nicht so v.a. wenn man andere großstädte kennt. mich ärgert sehr vieles an der spö (auch in wien)
trotzdem ich kann mir nicht vorstellen, dass eine övp der bevölkerung so viel gegeben hätte, da wäre die kohle in die BLs zur agrarförderung abgeflossen und wir würden mit dem traktor von einer bank zur nächsten fahren um dort brav unseren dienst an der raika in den wiener lagerhäusern abzuleisten.
letzilch profitiert ganz österr. bis heut noch von kreisky und seinen innovationen, da er mit gratz massgeblich wien zur weltstadt gemacht hat. sonst wären wir heute vermutlich eine industriegeisterstadt

skip it
16.07.2010 13:55
na, mit der geschichte der stadt kennen s' ihnen aber NULL aus...

...aber traeumen s' weiter.

stamidis1
15.07.2010 20:19
Wien ist so schön, was hat die SPÖ dafür getan?

Eine Frage die ich hier gerne umdrehen würde: Was wäre Wien ohne der SPÖ. Ich habe jahrelang in Wien SPÖ gewählt und das aus gutem Grund. Ich habe einen Autobus vor der Tür der alle 5-8 Min. kommt fahre zur U1 ca. 8 Min. Fahre in die Stadt zirca 8 Min. bin am Stephansplatz und mitten auf der Fuzo welche ein roter Bgmstr. bewilligt hat. Bewege mich am Graben und setze mich in eine Schanigarten, diese Idee der Schanigärten in Fuzos stammt auch von einem roten Bgmstr. Danach gehe ich in einen wunderschönen Dom der mit Hilfe des verstorbenen Bgmstr. Zilk sehr schön da steht. Sein Angagement für den Dom war weithin bekannt. Danach gehe ich zum Donaukanal flaniere und steige in den Twin Cityliner um nach Bratislava zu fahren.

hast1
16.07.2010 00:16
und was von alldem ist speziell sozialistisch?

wollen sie ernsthaft behaupten, schanigärten in fuzos sind eine sozialistische eigenart, von häupl erfunden?

glauben sie, jedes kleine kaff mit schwarzer regierung hat eine fuzo, nur wien hätte mit einer övp-regierung noch keine?

was kann zilk für den wunderschönen dom?
und selbst wenn er ihn erbaut hätte, ich sags ihnen nicht gern, aber herr zilk ist tot und steht nicht zur wahl!

stamidis1
16.07.2010 03:03
Lesen

Lesen ist die eine Sache aber das gelesene kann nur subjektiv aufgenommen werden. Ich habe nirgends behauptet das Schanigärten eine Sozialistische erfindung wären, doch die Idee in de Fuzos solche zu ermöglichen war eine solche. Ich habe nicht behauptet das Zilk den Dom erbaut hätte, jedoch hat er viel dazu beigetragen diesen wieder zu renovieren oder etwa nicht? Mir ist schon bewußt wenn man keine Argumente mehr hat dann polemisiert man, doch es könnte auch sein das Sie es Mißverstanden haben, darum meine Erklärung dazu. LG

Prof. Alois
 
15.07.2010 19:27
Der Rainer vom Profil wirbt für den Häupl? Ich hau mich ab. Das Bezirksblatt ist ein reines SP-Produkt,

Es kommt dort keine andere Meinung vor. Die Gesichter da drin sind vorwiegend vorteilhaft fotografierte Stadträte. Es steht halt nicht im Impressum drin, dass da die SP die Feder geführt hat. Was in dieser Form in Österreich einmalig ist. Erinnert entfernt an das Rumänien Ceausescus.

Das Bezirksblatt ist ein umfangreiches Gratismagazin, das zur Zeit wöchentlich erscheint. Und kostenlos an jede Wiener Haustür geliefert wird. K önnte es sein, dass es bald Wahlen gibt?

Endgültig baff ist man, wenn man merkt, wo überall dieses Magazin als Sponsor auftritt. Im VOR-Magazin (jetzige Juli-Ausgabe) leistet sich das Bezirksblatt ganzseitige Inserate. Wiener Taxis fahren herum, vollgeklebt mit dem gelb-rot des WB.

wien 1220
 
15.07.2010 20:28

Wow, die arme ÖVP! Die hat hingegen in Form des Raiffeisenimperiums nur 2 Tageszeitungen (Kurier, Presse), die anderen beiden wienweiten Bezirksblätter, und ein paar Wochenmagazine. Die ist wirklich ganz arg im Hintertreffen.

Prof. Alois
 
20.07.2010 17:38
Eben nicht

Von den redaktionell gestalteten Zeitungen war ja nicht die Rede. Da haben alle Parteien Ihre Lieblinge. Oft auch erkennbar-

Mir ging es um Parteizeitungen, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Die 'Stadtblicke' der ÖVP haben draufstehen, woher sie kommen.

wien 1220
 
20.07.2010 18:23

Das ist sicher ein großer Vorteil der ÖVP: Sie hat volle mediale Unterstützung auch wenn sie nicht Eigentümerin ist. Die SPÖ hat diese Möglichkeit zur Information aus ihrer Sicht nur in jenen Medien, die indirekt ihr gehören. Alle anderen verlangen für jeden Artikel eine entsprechende Anzahl von Inseraten oder schicken sofort zwei weitere negative Berichte nach.

Konsequenz daraus? Die SPÖ darf nach Ansicht ihrer Gegner offensichtlich überhaupt keine Information verbreiten oder gar Werbung betreiben. Selbstbewusstsein sieht allerdings anders aus.

Prof. Alois
 
21.07.2010 21:37
Sehen Sie. Das ist der Unterschied

Alle Blätter, hinter denen im weitesten Sinne ÖVP-Finanzierung steht, dürfen über die ÖVP herziehen, dass es nur so rauscht.

Vom Kurier über Profil bis Österreich (alle Raiffeisen) bis zur Presse, Furche etc. herrscht redaktionelle Freiheit.

badblackguy.blogspot.com
 
16.07.2010 09:07
Was soll dieser Witz?

Sorry, weil der Kurier ja so positiv über die ÖVP
berichtet - wie oft lesen sie Kurier?

Was hat die SPÖ Heute, Krone, Österreich und die
restlichen Bezirkszeitungen!

wien 1220
 
16.07.2010 14:40

... und Raiffreisen gehört der SPÖ ... Der Konrad, ein verkappter Sozialist ...

Wie tiefschwarz muss eigentlich ein Medium sein, dass Sie es nicht zum "Imperium" der SPÖ zählen. Für Sie war offenbar Unterberger noch zu links.

Glauben Sie eigentlich wirklich, dass irgendwer in diesem Forum Ihre Lügen ernst nimmt?

badblackguy.blogspot.com
 
16.07.2010 17:40

Frage von welcher Zeitung ist Unterberger momentan
Chefredakteur? Nicht vom Kurier und auch nicht von
der Wiener Zeitung.

Frage, haben sie irgendwelche Beweise wie die
Raiffeisen sich in die Führung vom Kurier eingemischt hat?

Der Kurier berichtet neutral über die Parteien. Die
Frage wie oft lesen sie den Kurier, haben sie nicht
beantwortet!

Sorry, sie sind hier der Oberlügner!

wien 1220
 
16.07.2010 19:13

Ihre Lügen könnte ich gar nicht übertreffen. Den Kurier lese ich täglich, etwas SP-neutrales kann ich kaum finden (vielleicht im Sportteil), etwas positives natürlich noch weniger. Aus Ihrer Sicht ist das natürlich zu wenig, weil hier müsste man sicher schreiben, dass alle Sozis Gauner sind und sofort hinter Schoss und Riegel gehören, damit Sie zufrieden sind. Somit ist eine sehr kritische Stimme noch viel zu sanft.

Warum übrigens einmischen, wenn man einen ÖVP-Mann zum Chefredakteur machen kann?

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