Werthmann

"HPM soll sagen, was mit Millionen an Wahlkampfkostenerstattung passiert ist"

Thomas Mayer, 14. Juli 2010, 23:14

Salzburger EU-Abgeordnete erzählt über die Gründe ihres Abgangs von der Liste Hans-Peter Martin

„Ich kann das alles nicht mehr mittragen. Es wird dem Wähler etwas versprochen, aber es mangelt dann an der Umsetzung", sagt die EU-Abgeordnete Angelika Werthmann im Gespräch mit dem STANDARD nach ihrem Austritt aus der "Liste Hans-Peter Martin" am Mittwoch (siehe derStandard.at-Bericht). Martin wirft sie „mangelnde Kooperations- und Gesprächsbereitschaft" vor. Er „propagiert ständig Demokratie, Transparenz, Mitsprache", erzählt sie, aber er selber halte sich nicht daran. Ein Jahr lang habe sie das seit den EU-Wahlen im Juni 2009 beobachtet, und sei jetzt zum Schluss gelangt, dass es keinen Sinn mehr habe.

Besonders problematisch findet Werthmann den Umgang des Listen-Gründers Martin mit Millionenbeträgen, die er als Wahlkampfkostenrückerstattung gemäß dem Parteienförderungsgesetz bekommen hat. Insgesamt sind dies knapp mehr als 4,2 Millionen Euro seit 2005 gewesen. Für die EU-Wahlen 2004 erhielt die Liste HPM 1,488 Millionen Euro, für die Teilnahme an der Nationalratswahl 2007 mehr als 391.000 Euro, und für die EU-Wahl 2009 mehr als 2,32 Millionen Euro. Als diese Problematik in Mayers Europablog auf derStandard.at im Frühjahr im Detail aufgezeigt wurde, reagierte Martin darauf mittels Postings sehr emotional, gab aber keinerlei Einblick in die finanzielle Gebarung seiner Liste.

"Kein Projekt bekannt"

Werthmann sagt nun dazu: „Ich habe keine Ahnung, was mit der Wahlkampfkostenerstattung geschehen ist", auch wenn das ein Mitglied der Liste eigentlich wissen müsste. Und: „Mir ist kein Projekt bekannt, außer jenes von 100.000 Euro für ein Sozialprojekt im Integrationshaus, wofür es verwendet wurde. Wo ist also das Geld, was ist daraus geworden, was ist damit passiert? Das ist nicht das Wahre", erklärt die EU-Abgeordnete und fordert Martin auf, das öffentlich zu machen: „Er liegt den Wählerinnen und Wählern in Österreich in der Verpflichtung zu sagen, wie viel sich auf dem Parteikonto befindet."

Woran sich das Zerwürfnis mit dem Listengründer und selbsternannten EU-Aufdecker im Alltag konkret festmachen lasse? Werthmann: „Als es zum Beispiel um eine Presseaussendung ging. Die hat er mir einfach vorgelegt, ohne dass ich die Möglichkeit hatte, dazu inhaltlich etwas zu sagen." Oder ein anderes Beispiel sei die Besetzung des Perspektivenausschusses im EU-Parlament gewesen: „Das hätte ich für mich für interessant gehalten. Aber Martin hat einfach beschlossen, dass Martin Ehrenhauser (der dritte EU-Abgeordnete der Liste HPM, Anm.) die Liste in diesem Ausschuss vertritt", sagt die Salzburgerin. Mitentscheidung in der Gruppe, das wolle Martin nicht. Der Stil sei mit „Wasser predigen, Wein trinken" durchaus treffend beschrieben.

Werthmann ist bereits die zweite EU-Abgeordnete, die mit Martin kurz nach EU-Wahlen bricht. 2005 hatte sich ein ähnliches Szenario mit Karin Resetarits abgespielt, die die Liste verließ und dann bei der Fraktion der Liberalen im EU-Parlament andockte. Werthmann will vorerst einmal freie Abgeordnete bleiben und im Herbst entscheiden, ob sie sich um Aufnahme in einer Fraktion bemüht. (Thomas Mayer, derStandard.at, 14.7.2010)

Kommentar posten
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10
16.7.2010, 11:49
hpm hat noch ueberhaupt gar nichts, nada, rien, nullo, niente "pruefen lassen":...

...
Experte: „Wo sind Martins Förder-Millionen?“
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Parteienförderungsexperte Hubert Sickinger sieht das anders: „Wenn Martin den Wahlkampf zur EU-Wahl im Vorjahr laut eigenen Angaben mit 500.000 Euro finanziert hat, aber 2,3 Millionen Euro an Förderungen kassierte, fragt man sich schon: ,Wo ist das restliche Geld?‘“ Zwar müsse Martin dem Finanzamt bis zum Herbst einen Rechenschaftsbericht vorlegen und auch die Wahlkampfkosten-Rückerstattung überprüfen lassen, aber da gebe es Schlupflöcher, übt Sickinger allgemeine Kritik am Parteienförderungsgesetz. Und: „Andere Parteien stecken Förderüberschüsse in den Apparat, aber Martin hat ja keinen."

also dann ...
10
15.7.2010, 16:57
und immer wieder : H P M...ist nur eine one-man-s h o w...

ja...er hat (im tertiär...) einmal ein gutes buch geschrieben - stimmt.

als politiker fehlt es ihm an (fast) allen charaktereigenschaften - gleichwohl hier das niveau, insbes. im ösi-land...,
sowieso schon erschreckend n i e d r i g ist.

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00
16.7.2010, 07:09
net fallen SIE auch noch auf den "buch-autor" schmaeh rein:...

...hpm war bestenfalls co-autor.

des ist so wie beim "g'schupften ferdl": da glauben auch alle, es ist vom qualtinger, dabei war's vom bronner.

mstislav raskachlovitsch
00
22.7.2010, 09:10
auch mit "co-autor".......

....haben Sie scheinbar noch zu hoch gegriffen.......

also dann ...
00
16.7.2010, 10:25
stimmt - danke.

gaberl2
 
00
15.7.2010, 11:14
des is alles wuascht....

hauptsache er filmt seine kollegen bei der stechuhr.... ;-)

sir osis of liver
 
01
15.7.2010, 09:36

frau warthmann hat doch gewusst, mit wem sie sich einlässt, wenn sie sich HPM andient. frisst man halt eine zeitlang die krot, und bleibt dann als wilde abgeordnete auf dem hochbezahlten sessel kleben. gute strategie!

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00
15.7.2010, 11:20
das glaub ich SO nicht...

...mehrfach wurde herizuforum von betroffenen beschrieben, dass hpm im vorfeld einer in seinem interesse liegenden aktion (zb einer wahl) durchaus charmant und freundlich auftritt.

kaum jedoch wird der/die betroffene zur erreichung des jeweiligen ziels nicht mehr benoetigt, findet eine grobe veraenderung statt.

das koennte erklaeren, warum immer wieder verschiedenste persoenlichkeiten meinen, mit ihm gut auskommen zu koennen und dann der ueberraschend veraenderten realitaet ins auge blicken muessen.

Michael Jack Dundee
 
00
15.7.2010, 10:04

Dank dem Stimmvieh funktioniert es.

crowdsalad
01
15.7.2010, 09:33
und bei der nächsten eu-wahl wird hpm dank der kronen zeitung wieder 15% (+/-) bekommen ...

bluebeard's 8th wife.
01
15.7.2010, 09:47
ja, aber dichand ist doch tot.

oder macht er das so wie der kräuterpfarrer und kampagnisisert aus dem jenseits?

Dr. Socrates
01
15.7.2010, 09:40

dichand ist tot.

Beim Barte des Proleten!
01
15.7.2010, 09:30
Ich weiß wohin die Millionen geflossen sind!

In GLÜHBIRNEN !!!!

http://diepresse.com/images/up... Martin.jpg

Blauer Dunst!
22
15.7.2010, 09:28
Ja die leute sind eben angeschlagen im Kopferl!

Bei der EU-Wahl schwarz und den HPM wählen, Strache wegen den Ausländern überhaupt nur zu hören, anstatt der SPÖ, die als einzige Partei in der zweiten Republik etwas zusammen gebracht hat, die Absolute zu geben!
Also wählt halt weiter die nichts-nutzen Dampfplauderer und hoffentlich sitzen dann nur mehr Kärntner mit Ihren verschrobenen Kickl Meinungen und Scheuch/Strache Gehaben im Parlament!
Denn dann könnt Ihr singen:
Gute Nacht Freunde! Es ist Zeit zu gehen, was ich noch zu sagen hätte, dauerd eine Zigarette und ein Glas im stehen....
Schütz die Menschenrechte auch ein Ausländer ist nur ein Mensch und wir brauchen ihn frage Aussenminister Spindlegger, der sagte jetzt müssen wir den Österr. die Wahrheit sagen wir brauchen Ausländer!

chelene chirsch
00
15.7.2010, 10:07

"anstatt der SPÖ, die als einzige Partei in der zweiten Republik etwas zusammen gebracht hat"

ich würde zug um zug mit einer ordentlichen pensionsreform darüber nachdenken, was die S sonst noch "zusammenverbrochen" hat - da gibt es genug kerben im holz.

El Victor vive
00
21.7.2010, 00:22
Warum soll denn

gerade die SPÖ an Pensionssystemen schuld sein, die aus ÖVP-Alleinregierungszeiten (und die gröbsten Verschlimmbesserungen aus Schwarzblauen) stammen ? Nur weil sie nicht alle Fehler der andern sofort wieder ausbessern kann ?

GarciaLorca
40
15.7.2010, 09:27
Ja, Ja, lieber Standard

Postings, die die Qualität des Artikels kritisieren, werden erst gar nicht veröffentlicht...

Persönliche Frage an Herrn Mayer: haben sie irgendeine private Streiterei mit dem - zugegeben etwas nervigen HPM - oder warum schreiben sie ständig diese zornigen und unausgeglichenen Artikel gegen ihn?

MfG,
Lukas Hammer

skip it
01
15.7.2010, 09:53
was hpm betrifft...

...trieft der artikel geradezu von understatement.

fragen sie doch einmal leute, die mit ihm direkt zu tun hatten.

oder wirtsleute, die ihm hausverbot erteilten.

marcopolo1971
 
04
15.7.2010, 09:22

Wer konnte jemals daran zweifeln, dass HPM ein Scharlatan ist? Ein wenig Menschenkenntniss und 1+1+Krone.

GarciaLorca
34
15.7.2010, 09:11
Ich finde diesen Artikel ziemlich komisch...

- Hier wird irgenwie mit zweierlei Maß gemessen. Bei anderen Parteien wird nicht genau aufgelistet, wie viel sie nach welcher Wahl zurückbekommen haben. Und das "außer 100.000 Euro für ein Integrationshaus" Statement finde ich auch ziemlich merkwürdig - mir ist kein anderer Fall bekannt, wo WahlkampfkostenRÜCKerstattung für solche Zwecke ausgegeben wird

- Der Liste Martin im EP anzugehören ist sicher nicht lustig. Es gab schon beliebtere MEPs. Jetzt tritt die Gute aus der Liste aus - aber nicht dass sie ihr Mandat zurücklegt, sondern sie bleibt im EP - und macht was genau? Auch wenn ich Martin nicht wählen würde, seine Liste hat 3 Mandate erreicht. Die Frau Werthmann mit ihrem Programm wurde sicher nicht gewählt.

chilli p.
00
15.7.2010, 15:26

mit dem dreck von anderen kann man sich nicht reinwaschen.

martin hat mit pro transparenz-kontra privilegien kampagnisiert und führt sich auf - da muss man doch sagen dürfen, das er seine eingene standards nicht einhält.

skip it
02
15.7.2010, 09:56
NOCH AMAL: "auwa de aundan aa!" gilt nix!...

...hpm ist der selbsternannte "mister sauberstweiss" und hat daher seinem "ueber allem sei transparenz" slogan den er bestaendig von allen anderen einfordert zuallererst einmal selbst nachzukommen.

der splitter bei den anderen sollte tunlichst erst kritisiert werden, wenn der balken aus dem eigenen auge entfernt wurde.

hpm und glaubwuerdigkeit? nie gehoert.

bluebeard's 8th wife.
03
15.7.2010, 09:52
wer, wie martin, mit dem versprechen wahlkämpft, es werde über jeden euro der förderungen genauestens rechnung abgelegt

und dies dann unterlässt, wer, wie martin, in jedem wahlkampf und in jeder funktionsperiode mitstreiter so verprellt, dass diese nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten können - der muss sich ein paar öffenliche fragen gefallen lassen.

und wer, wie sie, martin wählt, muss sich ein paar fragen über seinen geisteszustand gefallen lassen. weil mittlerweile ja wohl offenbar ist, dass martin außer einigen geschliffenen sottisen über die eu nichts an konkrter poltischer arbeit zustande bringt.

GarciaLorca
01
15.7.2010, 12:34
"Auch wenn ich Martin nicht wählen würde"

vielleicht lesen sie mein Positing bevor sie es kritisieren.

Ich würde ihn nicht wählen, weil ich es ziemlich dumm finde, sich mit der Krone ins Bett zu legen und den eh schon EU feindlichen Lesern ständig erzählt, wie schlimm nicht alles ist. Meiner Meinung nach ist er sehr naiv und sieht nicht, dass er die Dumpfen anti-Politik und anti-EU Ressentiments mit seinen Kommentaren füttert.

Aber nocheinmal: ich finde, dass dieser Artikel (und andere über ihn) ziemlich undifferenziert ist und dass bei HPM und allen anderen mit zweierlei Maß gemessen wird.

Blauer Dunst!
12
15.7.2010, 09:35
Ja aber der hat ja absolut ÜBERHAUPT NICHTS gemacht

da darf man dann schon fragen!

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