Ökologie

Mesokosmen-Experiment zur Ozeanversauerung beendet

17. Juli 2010, 17:45
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    foto: maike nicolai, ifm-geomar

    Mesokosmen im Kongsfjord, Spitzbergen.

Im Fokus der Forscher stand "das andere CO2-Problem" - zukünftige Umweltbedingungen simuliert

Kiel - Nach mehr als 30 Tagen geht eines der größten europäischen Experimente zu den Folgen der Ozeanversauerung zu Ende: 35 Forscher aus zwölf Nationen untersuchten unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) sechs Wochen lang, welche Auswirkungen steigende Kohlendioxidkonzentrationen auf die ozeanischen Ökosysteme haben. Die neun für das Experiment genutzten Mesokosmen - gewissermaßen die größten Reagenzgläser der Welt - werden vom Greenpeace-Schiff "Esperanza" von der nordeuropäischen Inselgruppe Spitzbergen nach Kiel zurück gebracht.

Die von Menschen verursachten Kohlendioxidemissionen führen nicht nur zu einer Erwärmung des globalen Klimas. Sie sorgen auch dafür, dass der pH-Wert des Meereswassers sinkt und die Ozeane versauern. "Dieses Phänomen, das wir als 'Das andere CO2-Problem' bezeichnen, kann dazu führen, dass sich maritime Lebensgemeinschaften stark verändern. Kalkbildende Organismen wie Muscheln, Schnecken, Seeigel, aber auch das mikroskopisch kleine Plankton, das an der Basis des Nahrungsnetzes steht, reagieren empfindlich auf die Ozeanversauerung", erklärt der Meeresbiologe Ulf Riebesell, wissenschaftlicher Leiter der Studie. Da kaltes Wasser mehr Kohlendioxid aufnehmen kann, kommt die Ozeanversauerung in den Polargebieten stärker und früher zum Tragen als anderswo. Forscher vermuten daher, dass die empfindlichen Ökosysteme der Polarregionen besonders stark gefährdet sind.

Das Experiment

Um die Auswirkungen der Ozeanversauerung unter realen Bedingungen zu untersuchen, haben die Wissenschaftler neun 17 Meter hohe Mesokosmen im Kongsfjord vor Ny-Ålesund im Nordwesten Spitzbergens verankert. Diesen überdimensionalen Reagenzgläsern, von denen jedes eine Wassersäule von etwa 50 Kubikmetern einschließt, wurde Kohlenstoffdioxid in verschieden hoher Konzentration zugesetzt. "Wir haben Bedingungen simuliert, wie sie in 20, 40, 60 Jahren und weiter in der Zukunft zu erwarten sind, wenn die Emissionen im bisherigen Maß fortschreiten", erklärt Riebesell. Während ihrer täglichen Messungen und Probennahmen beobachteten Biologen und Chemiker die Veränderungen des Meerwassers und der eingeschlossenen Lebensgemeinschaft. Die simulierte Ozeanversauerung führte zu unerwartet starken Änderungen der Entwicklung und Produktivität der Planktongemeinschaft mit erheblichen Auswirkungen auf die Freisetzung klimarelevanter Gase und die Umsatzraten wichtiger Elemente im Meerwasser.

Nach Abschluss der Arbeiten in Ny-Ålesund stehen für alle Teilnehmer umfangreiche Auswertungen im Labor an. "Das Experiment ist besser verlaufen, als wir erhofft hatten", bilanziert Riebesell. "Stürme, wie wir sie in der Ostsee durchmachen mussten, gab es glücklicherweise nicht. Das Eis, das sich bei steigenden Temperaturen von den Gletschern löste und auf die Mesokosmen zutrieb, konnte unsere Eiswache rechtzeitig beiseite schieben. Und die neugierigen Robben und Belugas haben sich nur bis auf einige Meter genähert."

Sechs Wochen lang fuhren die Forscher in Schlauchbooten regelmäßig von der Station in Ny-Ålesund mit Planktonnetzen, Wasserschöpfern und Sonden hinaus, um Messungen in den Mesokosmen durchzuführen und Proben für ihre Laborarbeiten zu nehmen. Täglich wurden den Mesokosmen über 300 Liter Wasser entnommen und in den Laboren aufbereitet und analysiert. Mit über 60 Messparametern und zehntausenden von Einzelanalysen wird dies der bislang umfangreichste experimentelle Datensatz zu den Folgen der Ozeanversauerung. "Wir erwarten einen Riesensprung in der Erforschung der Ozeanversauerung", so Riebesell. (red)

Klaus Ermecke
 
10
21.7.2010, 17:58
und Greenpeace schon wieder

Es lebe die globale ANGSTINDUSTRIE!

Das Problem des Lebens auf der Erde ist nicht ein Zuviel and CO2, sondern dessen ständiger Rückgang. Vor etwa 120 Millionen Jahren unterschritt der CO2-Anteil der Luft 1000 ppmv - heute haben wir etwa 390 ppmv. Der Grund ist, daß CO2 in ozeanchemischen Prozessen aufgebraucht wird: es bilden sich dort unlösliche Mineralien (z.B. Kaolin - also Porzellanerde), die zum Boden absinken, ebenso wie die Kalkskelette diverser Meeresorganismen wie z.B. der Foraminiferen. Extrapoliert man diesen Trend in die Zukunft, dann sterben irgendwann in 20-30 Millionen Jahren die grünen Pflanzen aus, weil die Luft für sie dann nicht mehr zum Atmen reicht.

Roter Baron
11
18.7.2010, 09:54
jööö

wieder was zum leugnen

roter baron

Psychedelic Brain
51
17.7.2010, 23:15

"... Die von Menschen verursachten Kohlendioxidemissionen führen nicht nur zu einer Erwärmung des globalen Klimas. ..." <- hab' ich was versäumt?

h 90
23
18.7.2010, 03:19

Noch nicht bemerkt, es ist schon viel waermer als noch vor 6 Monaten.

Psychedelic Brain
00
18.7.2010, 10:27

sind sie faul und haben ein bequemes auto das es zu verteidigen gilt? ;)

TanteMitzi
01
18.7.2010, 02:54

Ja

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