"Sun Chronicle" will Geld für's Kommentieren und Kreditskartendaten - Damit will der Verlag auch gegen die Anonymität im Netz vorgehen
UserInnen von derStandard.at sollten bezahlt werden, weil Sie die Seite mit Inhalt beliefern, merken PosterInnen immer wieder an (hier zum Beispiel scherzhaft Peter Gruber). "Sun Chronicle" versucht es andersrum. Um posten zu können, verlangt die US-Zeitung 99 Cent von UserInnen.
Es gehe es aber weniger um die Einnahmen, der Verlag wolle damit vielmehr gegen die Anonymität im Netz vorgehen, heißt es. Künftige Poster müssen nämlich die Gebühr mit Kreditkarte bezahlen und so Name, Adresse und Telefonnummer bekanntgeben, Kommentare werden dann unter dem Kreditkartennamen veröffentlicht.
Dies sei ein "notwendiger Schritt, wenn der Sun Chronicle
weiterhin ein Forum für Kommentare auf unserer Seite bieten will", so Verleger Oreste P. D'Arconte. Man wolle so "Exzesse der Vergangenheit" wie "Missachtung der Verhaltens-Richtlinien, blinde Anschuldigungen und
unbewiesene Behauptungen" verhindern, heißt es in der Erklärung der Zeitung dazu.
In Amerika wird die Anonymitätsproblematik im Netz derzeit heftig diskutiert, so prüfen etwa die New York
Times, Washington
Post oder auch die Huffington Post verschiedene Ansätze, die die
Anonymität der Community
deutlich einschränken sollen. "Es ist ein unumstrittenes Faktum, dass Nachrichtenseiten Abstand von
anonymen Kommentaren nehmen sollten", kommentierte etwa Leonard Pitts Jr., Kolumnist beim "Miami
Herald". (red)