Neue Paid Content-Idee

Wer posten will, muss zahlen

Astrid Ebenführer, 14. Juli 2010, 17:07
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    Kreditkartennummer, Name, Telefonnummer: Wer beim "Sun Chronicle" posten will, muss diese Daten bekanntgeben.

"Sun Chronicle" will Geld für's Kommentieren und Kreditskartendaten - Damit will der Verlag auch gegen die Anonymität im Netz vorgehen

UserInnen von derStandard.at sollten bezahlt werden, weil Sie die Seite mit Inhalt beliefern, merken PosterInnen immer wieder an (hier zum Beispiel scherzhaft Peter Gruber). "Sun Chronicle" versucht es andersrum. Um posten zu können, verlangt die US-Zeitung 99 Cent von UserInnen.

Es gehe es aber weniger um die Einnahmen, der Verlag wolle damit vielmehr gegen die Anonymität im Netz vorgehen, heißt es. Künftige Poster müssen nämlich die Gebühr mit Kreditkarte bezahlen und so Name, Adresse und Telefonnummer bekanntgeben, Kommentare werden dann unter dem Kreditkartennamen veröffentlicht.

Dies sei ein "notwendiger Schritt, wenn der Sun Chronicle weiterhin ein Forum für Kommentare auf unserer Seite bieten will", so Verleger Oreste P. D'Arconte. Man wolle so "Exzesse der Vergangenheit" wie "Missachtung der Verhaltens-Richtlinien, blinde Anschuldigungen und unbewiesene Behauptungen" verhindern, heißt es in der Erklärung der Zeitung dazu.

In Amerika wird die Anonymitätsproblematik im Netz derzeit heftig diskutiert, so prüfen etwa die New York Times, Washington Post oder auch die Huffington Post verschiedene Ansätze, die die Anonymität der Community deutlich einschränken sollen. "Es ist ein unumstrittenes Faktum, dass Nachrichtenseiten Abstand von anonymen Kommentaren nehmen sollten", kommentierte etwa Leonard Pitts Jr., Kolumnist beim "Miami Herald". (red)

Links

"The Sun Chronicle": "The Sun Chronicle restores commenting section to website"

guardian.co.uk: Paper puts up a paywall for comments

editorsweblog.org: Massachusetts newspapers to charge for ability to comment; eliminate anonymity

meedia.de: Web-Kommentare kosten extra

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 73
1 2
Kein Begriff drückt Mich aus
01
18.7.2010, 15:07
Für seine Meinung geradestehen

oder anders gesagt am Ende deshalb am Boden zu liegen. Anonymität ist Schutz und ein wichtiger Aspekt von Meinungsfreiheit und politischer Freiheit.

Walter der Verwalter
00
21.7.2010, 11:11
aber sollte nicht gerade meinungsfreiheit und politische freiheit...

...ohne anonymität ablaufen? soll heißen, wenn ich meinungsfreiheit habe, brauch ich mich ja nicht anonym zu stellen. Sie sehen, auch ich poste unter einem "alias", das tue ich nicht aus eingeschränkter meinungsfreiheit, sondern weil es bequemer ist, sich dahinter zu verstecken und für seine Aussagen nicht öffentlich einstehen zu müssen. aber wie viel ist so eine meinung wirklich wert?

Yossarian 0815
00
27.7.2010, 15:56

Nein, weil ein privater Poster nicht denselben Schutz genießt den ein Journalist durch seine Zeitung hat.

Walter der Verwalter
00
28.7.2010, 18:05

also sind journalisten "freier" als andere?

plattenrille
00
17.7.2010, 19:50
How's Rupert Murdoch's paywall working out at the Times of London?

My sources say that not only is nobody subscribing to the website, but subscribers to the paper itself--who have free access to the site--are not going beyond the registration page. It's an empty world.

...A Murdoch and Fleet Street veteran with whom I've been corresponding about the paywall reported to me on his recent conversation with an A-list entertainment publicist: "What was really interesting to me was that this person volunteered a blinding realization. 'Why would I get any of my clients to talk to the Times or the Sunday Times if they are behind a paywall? Who can see it? I can't even share a link and they aren't on search. It's as though their writers don't exist anymore.'"

http://tinyurl.com/2dcf4os

suboptimal
 
03
16.7.2010, 14:20
Die sollen lieber froh sein,

dass wir mit unseren kreativen und intelligenten Postings ihren faden APA-Einheitsbrei würzen.

So schauts aus!

Valporella
00
16.7.2010, 13:06

Interessant fände ich, wie DERSTANDARD zu seiner community steht:
Poster sollten zahlen vs Poster gehörten bezahlt?

Auch würde mich interessieren, ob und falls ja welche Veränderungen sich durch die community
für den Journalismus ergeben.

ein Pixel kommt selten allein
03
15.7.2010, 19:05

Ich glaube auch: weniger Postings, weniger Leser.

Manche Artikel - vor allem, wenn mir deren Inhalt schon aus anderer Quelle bekannt ist - klicke ich hier nur wegen der Postings an, die oft informativ oder witzig sind.
Klar gibt es auch D0deln, nur die gibt es in jeder Gruppe, weshalb es die auch weiterhin geben wird. Vergrault werden aber jene, die nicht dafür bezahlen wollen, dass sie mit ihren Beiträgen (u.U.) die Seite attraktiver machen und/oder die sich solche Zusatzausgaben nicht leisten wollen/können.

Heimwerkerkönig
 
00
15.7.2010, 17:47
Das ist ähnlich wie mit dem Blog von Andreas Unterberger

http://www.andreas-unterberger.at/2010/07/d... em-gesicht

120 Euro pro Jahr, damit man Beiträge 24 Stunden vor den nicht zahlenden "Prolos" lese kann.
Außerdem darf man dann noch Sternchen als Bewertung verteilen.
Was für ein kolossaler Mehrwert.
Ja, der gute Herr Unterberger hat wirklich den Durchblick :-)

Simplicius Simplicissimus
00
15.7.2010, 16:09
Meinung ...

... macht pleite. Ein Fall für Novomatic.

Georg Scholz
00
15.7.2010, 14:53

Gute Idee, befürworte ich!! Das Gesprächsniveau wird sicher deutlich gehoben.

manfredo 66
01
15.7.2010, 13:47

Das zensi-System bei standard.at läuft m.M. nach suboptimal. Gibts da nix Besseres?

667 one step ahead of the devil
00
15.7.2010, 12:35
jetzt würd es mich aber interessieren,

wie der standard dazu steht?

Redaktion derStandard.at/Etat
03
15.7.2010, 13:02

Also derStandard.at plant das natürlich nicht. (sb)

Zuckerbussi
04
15.7.2010, 15:40
Davon würde ich auch abraten...

... denn die Qualität der Postings übersteigt oftmals die Qualität des eigentlichen Artikels.

wrnr .
00
15.7.2010, 17:17
passt

dann hat die Kommentarleiste ja ihren Zweck erfüllt und dem Standard bringts auch was, weil es sich lohnt, die Kommentare zu lesen.

Lord Schaumloeffel
013
15.7.2010, 11:00
sooo, wie es in der anleitung steht:

die patronen ins magazin drücken, geht zwar schwer, aber geht, ja. - dann magazin in das griffstück reinschieben, bis es einrastet. passt auch. - jetzt energisch dieses schlittenstück zurückziehen, puh, kostet kraft, aber es bewegt sich. - jetzt auslassen: ratsch! - okay, jetzt den seitlichen sicherungsflügel auf den roten punkt mit dem buchstaben F drücken, ist ja ganz leicht. - jetzt das ganze so halten, dass das ende mit dem dunklen loch vorne aufs knie zielt. ah was, am besten gleich am knie ansetzen. genau so. - jetzt beherzt den abzug mit dem zeigefinger zurückdrücken! - BAMM! - aua, das tut ja weh, ich blute wie sau, das ganze knie ist kaputt, und erst die schöne hose!!! ja warum sagt keiner vorher denn was??? ich wollte doch nur...

Ueberlebenskuenstler
00
15.7.2010, 12:14

Na, Spielekonsolen-Gun mit Opas Weltkriegswumme verwechselt?

Juvenal
00
15.7.2010, 17:23
Nix verstanden, gell?

Das nennt man "sich selbst ins Knie schießen"

Stoascheissa Korl
02
15.7.2010, 11:26

Für die spannende Geschichte: ein grünes Stricherl!

mir is auf einmal so schwurbelig
011
15.7.2010, 09:54

die 'elite' deren meinungen die ihnen gehörenden medien verbreiten, wollen keinen öffentlichen widerspruch mehr hinnehmen. die kontrolle soll weiter ausgebaut werden. im netz sollen die selben verhältnisse herrschen wie im leben 1.0. es darf den leuten nicht ermöglicht werden zu sehen, daß vielleicht mehrheit gegenüber den gewählten und nichtgewählten eliten herrscht. daraus ließe sich doch etwas machen.

Zuckerbussi
00
15.7.2010, 15:42
Als würde...

..."die Elite" (= reich und aktuell an der Macht) irgendeinen **** darauf geben, was irgendwelche Poster (oft: arm und def. nicht an der Macht) schreiben.

decodieren
00
17.7.2010, 19:21

zensur, manipulationen, pr agenturen, interneteinschränkung, pseudogefahren beschwören

decodieren
02
15.7.2010, 10:30
richtig erkannt!

Guybrush Threepwood
03
15.7.2010, 09:31

"Es gehe es aber weniger um die Einnahmen, der Verlag wolle damit vielmehr gegen die Anonymität im Netz vorgehen, heißt es. Künftige Poster müssen nämlich die Gebühr mit Kreditkarte bezahlen und so Name, Adresse und Telefonnummer bekanntgeben, Kommentare werden dann unter dem Kreditkartennamen veröffentlicht."

Wenn es nur darum ginge, Anonymität zu verhindern, dann könnte man das auch dadurch erreichen, dass die Zeitung den Postern ein paar Cent pro Posting bezahlt. Auch dafür müsste man seine Kontaktdaten bekanntgeben. Also das ist kein Argument.

Natürlich geht's um zusätzliche Einnahmequellen.

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