200 Reisende hatten nach einer Zugpanne keine Möglichkeit auszusteigen
Stockholm - Nach den Hitze-Pannen bei der Deutschen Bahn gibt es nun auch in Schweden einen ähnlichen Fall. Sechs Stunden mussten an die 200 Reisende bei quälender Hitze von über 50 Grad in einem Schnellzug ausharren - ohne Klimaanlage, ohne Wasser und bei geschlossenen Fenstern.
Türen waren nicht zu öffnen
Der X2000-Zug war von Stockholm nach Göteborg unterwegs. Wegen eines technischen Defektes blieb die Lok stehen. Der Zug wurde
aber erst nach mehr als sechs Stunden Wartezeit in gleißender Sonne von
einer Ersatz-Lok abgeholt. Die Temperaturen in den Abteilen stiegen derweil auf über 50 Grad.
Dennoch blieben die Türen zu - und die Fenster konnten nicht geöffnet
werden. Ein 42- jähriger Mann schlug mit einem Hammer ein Fenster ein,
um einem ohnmächtigen Mitreisenden und einem offensichtlich stark
leidenden Baby Luft zu verschaffen. Passagiere berichteten nach der Tortur von Panik, Ohnmachtsanfällen und
"Lynchstimmung gegenüber dem Personal".
Nach 13-stündiger Verspätung am Ziel
Der Reisende mit Hitzschlag wurde schließlich in ein Krankenhaus gebracht. Die anderen Reisenden wechselten nach weiterer Wartezeit den Zug. Sie erreichten Göteborg schließlich mit 13-stündiger Verspätung.
20 Euro Entschädigung
Empört reagierten Betroffene dann auf die Mitteilung der Bahn, man werde ihnen einen Gutschein über 200 Kronen (etwa 20 Euro) zukommen lassen. SJ-Aufsichtsratschef Ulf Adelsohn kündigte daraufhin eine Nachbesserung an. "Das war eine verdammte Katastrophe. So was darf einfach nicht passieren." (APA)