Schweden

Sechs Stunden bei 50 Grad in Zug eingesperrt

14. Juli 2010, 15:10

200 Reisende hatten nach einer Zugpanne keine Möglichkeit auszusteigen

Stockholm  - Nach den Hitze-Pannen bei der Deutschen Bahn gibt es nun auch in Schweden einen ähnlichen Fall. Sechs Stunden mussten an die 200 Reisende bei quälender Hitze von über 50 Grad in einem Schnellzug ausharren - ohne Klimaanlage, ohne Wasser und bei geschlossenen Fenstern.

Türen waren nicht zu öffnen

Der X2000-Zug war von Stockholm nach Göteborg unterwegs. Wegen eines technischen Defektes blieb die Lok stehen. Der Zug wurde aber erst nach mehr als sechs Stunden Wartezeit in gleißender Sonne von einer Ersatz-Lok abgeholt. Die Temperaturen in den Abteilen stiegen derweil auf über 50 Grad. Dennoch blieben die Türen zu - und die Fenster konnten nicht geöffnet werden. Ein 42- jähriger Mann schlug mit einem Hammer ein Fenster ein, um einem ohnmächtigen Mitreisenden und einem offensichtlich stark leidenden Baby Luft zu verschaffen. Passagiere berichteten nach der Tortur von Panik, Ohnmachtsanfällen und "Lynchstimmung gegenüber dem Personal".

Nach 13-stündiger Verspätung am Ziel

Der Reisende mit Hitzschlag wurde schließlich in ein Krankenhaus gebracht. Die anderen Reisenden wechselten nach weiterer Wartezeit den Zug. Sie erreichten Göteborg schließlich mit 13-stündiger Verspätung.

20 Euro Entschädigung

Empört reagierten Betroffene dann auf die Mitteilung der Bahn, man werde ihnen einen Gutschein über 200 Kronen (etwa 20 Euro) zukommen lassen. SJ-Aufsichtsratschef Ulf Adelsohn kündigte daraufhin eine Nachbesserung an. "Das war eine verdammte Katastrophe. So was darf einfach nicht passieren." (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 272
1 2 3 4 5 6
mard
01
16.7.2010, 09:10

Ja, jetzt wird das Fluchen bei Politikern auch zur Usance.

Damit wirken die 1. authentischer und kann sich als aufgeregter Bürger mit ihren verbalen Entgleisungen als Sprachrohr des eigenen Frusts ventilieren.

Politik wird immer lächerlicher. In ganz Europa.

Dead Weather
 
02
15.7.2010, 10:51
ÖBB

Mittlerweile steige ich nur mehr mit einer Flasche Wasser und einem Fächer in einen Zug ein, egal wie lange ich voraussichtlich fahre. Einem Unternehmen das es schafft nach 2 Stationen schon 6 Minuten Verspätung zu haben ist alles zuzutrauen.

Sternchen100
00
19.7.2010, 12:27
Und diese ICE-Ramsch-Züge hat man jetzt auch noch nach Russland verkauft...

Kaputte Achsen, fliegende Räder, ausgefallene Stromversorgungen, gebrochene Hüllen = deutsche Wertarbeit namens ICE. Jetzt kommt noch dazu, dass diese Rasant-Loks, die eigentlich auch nicht viel schneller sind als Eilzüge (halt weniger oft halten, aber das war es schon) nur Temperaturen von -20 bis +32 ° C aushalten, sonst fällt die Klimaanlage aus.

Das kommt davon, wenn man die Bahn privatisiert und nur noch billigen Ramsch kauft, erinnert mich an die hunderte km-Autobahn, die man nach 7 Jahren in Ostdeutschland neu bauen darf, weil man den billigsten Anbieter nahm und ihm nur 5 Jahre Garantie abrang. Die Autobahn sollte 30 Jahre halten, jetzt zerbröselt der ganze Beton nach 7 Jahren ("Betonfraß"). Gewinne = privat, Kosten = Staat.

Kelborn
01
15.7.2010, 10:23

kenne den x2000 und finde ihn eigentlich toll. Teuer aber extrem schnell und gemütlich. So wie die ÖBB sein sollte. Sowas hätt ich mir nicht gedacht...

ich hätte nach spätestens einer Stunde die Feuerwehr angerufen und eine Tür aufgebrochen.

Oisa i find des (ned) supa
00
16.7.2010, 10:17
Tja,

wenn der X2000 mal fährt, ist er schon ok.

Der fährt aber nicht wenn es zu heiß ist, wenn es zu kalt ist, wenn Schnee liegt oder der Wind wieder mal ein paar Bäume über die Gleise geweht hat.

mitrovic dejan
00
15.7.2010, 10:22
MacGyver Tip -Parfum Flasche +Feuerzeug=Bombe !.

Hätten die Pasagiere Waffen gehabt könnten die auf pößen Fenster schiessen um Luft zu Bekommen.
deswegen FPÖ X.
-Ironie aus-
Ich steige prinzipiel in kein Zug ohne meine BAZUKA.
.
http://www.kleinezeitung.at/nachricht... etzt.story

Rote Lola1
00
15.7.2010, 15:13
Endlich richtige Tips, Tips, Tips!

Meiner: die BAZOOKA quer zur Fahrtrichtung abfeuern, dann ist das Zielfenster weg und das gegenüberliegende durch die Rückstoßflamme auch!
Btw., gibts da nen tollen Witz: 3 Wissenschafter (Chemiker, Physiker, Mathematiker) sind einem komplett leeren Raum eingesperrt und haben 1 Konservendose. Wie kommt man ohne Werkzeug rein? Der Physiker: An die Wand werfen (die pöße) bis sie platzt. Der Chemiker: Solange draufspucken bis die Spucke ein Loch macht. Der Mathematiker: Nehmen wir an, wir hätten einen Dosenöffner!!!

Roky Erickson
01
15.7.2010, 09:50
Aus Sicherheitsgründen

... sollte man bei dieser Hitze keine Bahnfahrt mehr ohne schweres Gerät antreten.

iohui
00
15.7.2010, 10:00

:) akkuschrauber oder presslufthammer?

José Atento
04
15.7.2010, 09:44
6 Std., einfach unglaublich,

dass man Züge baut, bei denen man in solchen Situationen nicht die Fenster (Notfenster ?) öffenen kann. Das grenzt schon an mehr als nur grobe Fahrlässigkeit.

Als Betroffener gibt es da nur eines. Zivilcourage zeigen und mit den Nothammern die Fenster einschlagen. Die sollten dann einmal versuchen die Kosten einzuklagen.

Das Problem ist auch, dass viele Menschen verlernt haben den Hausverstand einzusetzen und Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie möglicherweise im Nachhinein (!) betrachtet falsch sein könnten. Ob etwas falsch oder richtig ist, kann man aber natürlich IMMER nur aus der jeweiligen Situation heraus beurteilen, NIEMALS im Nachhinein. Im Nachhinein sind alle immer "sehr gescheit" - man denke da an die Börsen.

Kelborn
01
15.7.2010, 10:33
Türen gehen nicht auf?

bei deutscher Technik wäre das nicht passiert: http://www.youtube.com/watch?v=5Va18MMwPkU

Sternchen100
00
19.7.2010, 12:29

Der ICE ist ja in Deutschland produziert, nur eben als billigen Ramsch. Für private Bahnaktionäre.

José Atento
01
15.7.2010, 11:06

Ich denke, dass es einen Türnotöffner da auch geben müsste, oder?
Das gibt es doch bei uns in der Bim oder Schnellbahn auch.
Vielleicht ist dieser versteckter angebracht, damit er nicht bei voller Fahrt von einem Besoffenen so einfach aktiviert wird.

Ivan Bukov
00
15.7.2010, 10:06

Naja sie werden ja nicht gleich randalieren. 20 Minuten noch, 20 Minuten noch, 20 Minuten noch... Wann ist es oportun die Scheiben einzuschlagen. Ist halt leicht reden wenn man vor dem PC sitzt

Commander Echelon
01
15.7.2010, 15:24

ich glaube ab dem moment, wo es gefühlte 50 grad in einem zug hat, ist es zeit die fenster einzuschlagen. Fraglich ist es natürlich auch, ob es keine klimaanlage gab oder warum die ausfiel, weil wenn der zug steht und die klimaanlage ausfällt, würd ich persönlich schnell zum nothammer greifen, allein schon wegen diesem artikel!

Oisa i find des (ned) supa
00
16.7.2010, 10:19
Die gesamte Elektronik ist ausgefallen,

deshalb konnten die Türen (angeblich) nicht aufgemacht werden und die Klimaanlage fiel aus.

Sternchen100
00
19.7.2010, 12:31

Heißt das, die Notbremse funktionierte auch nicht mehr????????

Der ICE ist dann kein Zug mehr, sondern ein potentieller Sarg.

charly.be
02
15.7.2010, 10:02
gebe ihnen recht

vor einigen jahren gab es einen sonderzug zur love parade von wien nach berlin mit gleichem problem.
nur dass diese jungen freaks sich eben sofort zu helfen wussten , und der zug in berlin quasi ohne fenster eingefahren ist.
die bürger werden bei uns dazu erzogen , in so einem fall , einfach nur zuzuschauen und hinterher sich grossartig via medien über die bahn aufzuregen , als selbst verantwortung zu übernehmen.

Ro_bert
00
15.7.2010, 09:57

Leider weisst du in der Situation nicht dass es 6 Stunden dauern wird. Und nach 15min ein Fenster einschlagen, wenn der Zug gleich weiterfaehrt, wird teuer.

Michael Bakunin
00
15.7.2010, 12:34

wenn es ein notfall ist, kann mir niemand etwas vorwerfen.

José Atento
01
15.7.2010, 11:02

Wenn die Temperatur und Luftqualität gefährliche Ausmaße annimmt (Kreislaufprobleme oder beklemmendes Gefühl macht sich bemerkbar), die Situation länger andauert, dann ist es aus der Situation heraus die richtige Entscheidung zu handeln. Vor allem wenn man versucht sich mit anderen Pasagieren abzusprechen und gemeinsam handelt. Das sollte auch mit großer Wahrscheinlichkeit dann ein Schlichter (eventuell sogar Richter) so sehen. Schließlich hat man dann meist auch genügend Zeugen zur misslichen Situation! Wenn Sie alleine im Zug sitzen, sollten Sie nachdenken und natürlich zuerst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

amergut
00
15.7.2010, 10:05
mitnichten:

Im Nachhinein sind alle immer "sehr gescheit"!

Dilbert
01
15.7.2010, 09:20

6 Stunden für eine Ersatzlok sind einfach unglaublich.

konfusius
11
15.7.2010, 18:28
Stimmt schon

allerdings ist Schweden ein klein wenig größer als Österreich (etwas mehr als 5x so groß) und da kann man schon mal auf weiter Flur stehen bleiben, wo sich Elch und Birke gute Nacht sagen.
Wenns dann noch so eine gute Mobilfunk-Versorgung wie auf der Westbahn gibt (ja, A1 mag da ein bissl Vorsprung haben) und man somit nicht mal andere Behörden verständigen kann, mag das schon mal dauern. Schlimm ist vor allem das Ungewisse. 1 Stunde ist vielleicht noch irgendwie auszuhalten, aber allerspätestens nach 2 Stunden würde ich entweder zu McGyver oder Hulk mutieren und mir den Weg nach draussen bahnen...

konfusius
00
15.7.2010, 18:37
ad "auf weiter Flur"

revidiere meine Aussage von wegen auf weiter Flur stehen.
Wenn der Zug wirklich nur 10 minuten ausserhalb von Stockholm stand (lt. Adam Riese bei etwa 210km/h also 35km vor den Toren der Stadt) ist es doch mehr als fragwürdig, wenn eine Ersatzlok 6 Stunden braucht um dorthin zu gelangen. Klassische Fehlplanung und Fehleinschätzung der Situation.
Das mag auch ein Grund sein, warum die Reisenden nicht schon früher aus aus dem Fenster eine Tür gemacht haben...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 272
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.