Schmied will Lehrer-Berufsbild reformieren

14. Juli 2010 14:37

Nächste Gespräche im September

Innsbruck - In dieser Legislaturperiode will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) das gesamte Lehrerbild neu schreiben. Die Umstrukturierung des Lehrerdienstrechts befinde sich in der Phase der Vorbereitung, erklärte sie am Mittwoch im Rahmen ihres Besuchs der Sommerhochschule an der Pädagogischen Hochschule Tirol in Innsbruck Journalisten. Derzeit gebe es in der Österreichischen Bildungsreform mehr Fragen als Antworten und es sei noch nicht abzusehen, wie sie konkret aussehen werde.

"Bildungspolitisch brauchen wir Mut und Entschlossenheit, große Dinge gleichzeitig anzugehen", sagte Schmied, "ein Wenn-Dann-Weg ist hier nicht möglich." Mit den großen Themen Lehrerdienstrecht, die neue Lehrerausbildung und die neue Schulverwaltung werde der "Herbst sehr heiß, darüber mache ich mir keine Illusionen". Nächste Gespräche starten im September.

Landesschulräte unverzichtbar

Ziel sei vor allem, ein gemeinsamer Start für alle pädagogischen Berufe. Im Verlauf könne es dann Spezialisierungen geben. "Es muss dann nicht mehr lauten: Einmal Volksschullehrer, immer Volksschullehrer", erklärte Schmied. Außerdem soll die Lehrerausbildung auch berufsbegleitend oder für Quereinsteiger möglich sein.

Der Weg führe zu selbstständigen Schulen, in denen der Schulleiter mehr Verantwortung, personell und in der pädagogischen Leitung, übernehmen solle. Der Landesschulrat bleibe trotzdem unverzichtbar und müsse vor Ort das Kompetenzzentrum bleiben. "Ich bin mit dem Modell sehr zufrieden. Allerdings wäre es auch in Tirol sinnvoll, die Schulabteilung im Amt der Tiroler Landesregierung und den Landesschulrat zusammen zu legen," sagte Schmied. Andere Bundesländer, wie das Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Wien, haben diesen Schritt schon hinter sich. "Der vernünftige Weg wäre es, alles im Landesschulrat zusammen zu führen", meinte sie. Das müsse aber das Land entscheiden.

Schmied will "Marke" Neue Mittelschule schützen

Weiters betonte Schmied, dass nur die 320 NMS-Standorte als Neue Mittelschule zu verstehen seien. Das von der Liste Fritz geforderte Modell der "Tiroler Mittelschule" lehnte sie ab: "Wir müssen die Marke schützen und Klarheit bewahren." Es sei derzeit "leider nicht möglich", weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Momentan sei bereits jede sechste Schule in Österreich in eine NMS umgewandelt worden. Bis 2013 werde nun die Testphase laufen. (APA)

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henne57
31.07.2010 16:08
Das war jetzt der dritte Tag, an dem die Schmied in diesem Jahr gearbeitet hat!

f.j.neffe
 
22.07.2010 22:19
Ob jemand Frau Schmied ein Herkunftswörterbuch schenkt?

Bevor man etwas reformiert, ist es immer gut, man schaut erst einmal, ob man weiß, was es ist. Als Ich-kann-Schule-Lehrer schaue ich ins HERKUNFTSWÖRTERBUCH: LEHREN + LERNEN leitet sich von germ. LAISTI = FÄHRTE ab. Man lernt, indem man Färhten des Lebens verfolgt und ErFAHrungen macht. Und wenn einen das LERNEN dermaßen fasziniert, dass die anderen neugierig werden und einem von sich aus FOLGEN wollen, dann ist man LEHRER. In der neuen Ich-kann-Schule ist der LEHRER deshalb der, der mit mitreißendem Beispiel im Lernen vorausgeht und nicht der heute übliche Unterrichtsvollzugsbeamte. Ob jemand Frau Schmied ein Herkunftswörterbuch schenkt?
ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Quasselmodo
22.07.2010 14:56
Wer hats erfunden?

Frei nach obigem Werbeslogan: Wer hat denn praktisch als erste Aktion im Amt mit Vehemenz die Lehrer entweder als Idioten oder als Gauner oder beides dargestellt?
Dadurch ist es ziemlich sinnlos geworden, Streichelaktionen (nebenbei mit diskussionswürdigen Inhalt) anzukündigen.

Sche
22.07.2010 16:08
Nun ja...

...Sie dachte bei Amtsantritt vermutlich, da die LehrerInnen jahrelang von der "Strickliesl" ver*rscht wurden, dass das nahtlos so weiter gehen kann.

Jippie1
21.07.2010 14:12

Eine berufsbegleitende Lehrerausbildung bzw. für Quereinsteiger begrüße ich sehr stark.

Ob mal allerdings das Lehrerbild einfach korrigieren kann, ist mehr als fraglich, schließlich hat sich die Öffentlichkeit über Jahrzehnte hinweg ein (negatives) Bild der Lehrer angeeignet, das man jetzt in ein paar Jahren ganz bestimmt nicht los wird.

Solange Lehrer im Sommer soviel frei haben und überdurchschnittlich viel Urlaub haben, wird sich das Lehrerbild auch nicht ändern.

Sche
22.07.2010 10:14
Wow...

...wenn das mal nicht eine tiefsinnige Analyse des negativen Lehrerbilds in Österreich ist.

SARKASMUS AUS!

mountaineer
17.07.2010 08:06
Schmied will dies, Schmied will das, Schmied will jenes...

nur eines will sie nicht: zugeben, dass es ihr 1.) gar nicht um das wohl des bildungswesens geht und dass sie selbst dann, wenn 1. zutreffen würde, sie 2.) gar nicht kompetent wäre, eine ernstzunehmende reform durchzuführen.

Valporella
20.07.2010 10:08

ihre primäre aufgabe ist es, eva scholik, walter riegler, fritz neugebauer von der bremse wegzubekommen.

Sche
20.07.2010 12:13
Eines Vorweg

Ich bin kein Fan der genannten Personen.

ABER:
Wenn man mit einem Auto Vollgas auf eine Wand zurast, ist Bremsen nicht unbedingt verkehrt.

Ich gebs zu
20.07.2010 10:57
Die Genannten sind -- fürchte ich -- die einzig Vernünftigen.

mountaineer
17.07.2010 07:27
schmied hat ja soooo viel ahnung von der materie - bewundernswert!

nicht mehr: einmal volksschullehrer, immer volksschullehrer, nein, mann ist ein jahr volksschullehrer und im nächsten unterrichtet man chemie an einer htl.

völlig willkürlich wird man von einer oberstufe der höheren schule, die es dann ja eh nicht mehr gibt, an die volksschule versetzt werden können...

kein wunder, dass man momentan zu wenige volksschullehrer und andere lehrer hat, man hat sie ja systematisch einen jahrzehnt lang vergällt.

sam duke
15.07.2010 15:17
die soll sich gscheiter ums image oder den ruf

der bankerinnen kümmern.

clangi
18.07.2010 08:33
davon hat sie...

(auch) keine ahnung!

Phillip Decker
15.07.2010 12:49
Ringel...

Wie sagte schon Ringel einmal in einem Vortrag:
"na, denen werden wir schon helfen "hat in Österreich 2 Bedeutungen. Welche davon Schmied gemeint hat, kann sich jeder selbst ausmalen...

Heiliger Georg
15.07.2010 12:13
Es gibt viele Einsparungsmöglichkeiten - bitte nur nicht bei den Kindern!!

Wann werden die unzähligen und teuren Bezirksschulinspektoren und vielen unterschiedlichen Landesschulinspektoren abgeschafft. Sie kosten viel Geld und leisten wenig! Warum wird in Kärnten eine neue Inspektorin für die Neue Mittelschule bestellt. Hat man dort zu viel Geld??
Es soll nicht bei den Schulen/Lehrern/Kinder und der Bildungsqualität eingespart werden. Der große und teure Verwaltungskopf sollte endlich Platz für Qualität machen.

naihoit
15.07.2010 10:06
Einfach zum Nachdenken:

1. Ich bin kein Lehrer
2. Ich habe LehrerInnen immer als GegnerInnen emfunden (bin halt aufmüpfig).
3. Ich kenne viele LehrerInnen, die besser etwas anderes gelernt hätten.
Aber: was LehrerInnen heutzutage tun sollen haben sie niemals gelernt, können sie auch niemals können und stehen ihren Herausforderungen zumeist auch sehr hilflos gegenüber.
Sogenannte "Mittelstands"bürger können ihren Standard üblicherweise nur halten, wenn beide Elternteile arbeiten.
Das heißt, daß sie tagsüber nicht vorhanden und am Abend müde sind.
Die Erziehung, also schrittweise Vorbereitung auf ein eigenverantwortliches Leben muß ergo jemand anderer übernehmen.
Das wird den LehrerInnen aufgebürdet, ist aber nicht deren Job und können sie auch nicht.

patmos
15.07.2010 12:51

Jaja, das mit dem Aufmüpfig sein...das war lustig. Da brauchte man kein Hirn dazu, keine Kreativität, keinen Teamgeist, keinen Arbeitswillen, gar nichts. Bloß dieses kleine bisschen Destruktivität. Pappkamerad alias Feindbild Lehrer aufgestellt und piff paff puff! Jaja, das waren noch Zeiten.

marie berg
28.07.2010 08:29
hm,

wenn ich mich so umschau, sind jedoch gerade die mitschülern, denen sie hirn, kreativität, teamgeist und arbeitswillen absprechen, im erwachsenen leben am erfolgreichsten. die braven, die nie probleme mit den lehren hatten, sind nunja, halt entweder polizisten oder lehrer geworden ...

Valporella
20.07.2010 10:11

Bei uns gilt man als aufmüpfig, wenn man
6x50 min/Tag Frontalunterricht als fad emfpindet.

naihoit
15.07.2010 09:45
Provinzialismus, Augenauswischerei und Selbstbeweihräucherung.

Da sitzen ein paar alte Möchtegerns in den Pädaks, die sonst nichts geschafft haben, und sekkieren die StudentInnen mit Wissen, das diese niemals brauchen werden.
Und das Jahre lang.
Jede/r Maturant/in kann und weiß mehr, als eine Lehrkraft in der Hauptschule jemals brauchen wird, muß aber trotzdem in der Pädak jahrelang mit "fachspezifischem Studium" die Zeit vergacken.
Gruppendynamik, Motivationslehre etc. bleibt einigen IdealistInnen vorbehalten (in der Freizeit zu erwerben, no na).
Und für die Didaktik gibt es ja das Probe-, Lehr oder was weiß ich was Jahr.

GoodieGoodie
15.07.2010 11:01

Das Probejahr gibt es nur beim Lehramtsstudium an der Uni. Die studieren jahrelang und sehen dabei nie ein Kind. Und dann kommt das Probejahr in der Realität.

Die Ausbildung an der Pädak (oder PH) hat die Schulpraxis während der 3 Jahre regelmäßig verteilt in Tages- und Blockpraktika. Und nach Ende der Ausbildung gibt es kein Probejahr, sondern sofort Dienstantritt.

Veronika Lenz
18.07.2010 20:50

nun, so ist es nicht ganz-auch die Uni AbsolventInnen machen Praktikas (während ihrer Ausbildung und nicht erst im Probejahr)-
meiner Erfahrung nach sind es heute vor allem die angeblich besser pädagogisch ausgebildeten Pädak-Absoventinnen (die älteren machen vieles mit Ihrer Erfahrung wett), die schlecht mit jungen Menschen umgehen können-(sie sind häufig schlicht und einfach verbildet)die Uni AbsolventInnen dagegen wären vielfach in der Lage einen guten Unterricht zu machen, werden aber häufig durch das System behindert (zu viel Bürokratie, bereits demotivierte KollegInnen...)

Ich gebs zu
15.07.2010 11:10
Die AHS-lehrerausbildung enthält seit mehr als 20 Jahren

ein pädagogisches Begleitstudium, inklusive Hospitationen und Probeauftritten.

Die praktische Ausbildung ist somit zwar vielleicht weniger umfangreich, aber nicht so schlecht, wie Sie das hier beschreiben.

clangi
18.07.2010 08:35
vor allem...

hat sie sich vor ein paar jahren deutlich verbessert!
früher in die praxis und "direkter"...

asinus
15.07.2010 09:10

Frau Schmied ist Ankündigungsweltmeisterin. Das und jenes, heute dies, morgen das...
aber das Hauptproblem, die Überalterung des Lehrkörpers, sieht sie nicht. Die wird sich noch wundern....

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