Nächste Gespräche im September
Innsbruck - In dieser Legislaturperiode will
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) das gesamte Lehrerbild neu
schreiben. Die Umstrukturierung des Lehrerdienstrechts befinde sich
in der Phase der Vorbereitung, erklärte sie am Mittwoch im Rahmen
ihres Besuchs der Sommerhochschule an der Pädagogischen Hochschule
Tirol in Innsbruck Journalisten. Derzeit gebe es in der
Österreichischen Bildungsreform mehr Fragen als Antworten und es sei
noch nicht abzusehen, wie sie konkret aussehen werde.
"Bildungspolitisch brauchen wir Mut und Entschlossenheit, große
Dinge gleichzeitig anzugehen", sagte Schmied, "ein Wenn-Dann-Weg ist
hier nicht möglich." Mit den großen Themen Lehrerdienstrecht, die
neue Lehrerausbildung und die neue Schulverwaltung werde der "Herbst
sehr heiß, darüber mache ich mir keine Illusionen". Nächste Gespräche
starten im September.
Landesschulräte unverzichtbar
Ziel sei vor allem, ein gemeinsamer Start für alle
pädagogischen
Berufe. Im Verlauf könne es dann Spezialisierungen geben. "Es muss
dann nicht mehr lauten: Einmal Volksschullehrer, immer
Volksschullehrer", erklärte Schmied. Außerdem soll die
Lehrerausbildung auch berufsbegleitend oder für Quereinsteiger
möglich sein.
Der Weg führe zu selbstständigen Schulen, in denen der
Schulleiter
mehr Verantwortung, personell und in der pädagogischen Leitung,
übernehmen solle. Der Landesschulrat bleibe trotzdem unverzichtbar
und müsse vor Ort das Kompetenzzentrum bleiben. "Ich bin mit dem
Modell sehr zufrieden. Allerdings wäre es auch in Tirol sinnvoll, die
Schulabteilung im Amt der Tiroler Landesregierung und den
Landesschulrat zusammen zu legen," sagte Schmied. Andere
Bundesländer, wie das Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich
und Wien, haben diesen Schritt schon hinter sich. "Der vernünftige
Weg wäre es, alles im Landesschulrat zusammen zu führen", meinte sie.
Das müsse aber das Land entscheiden.
Schmied will "Marke" Neue Mittelschule schützen
Weiters betonte Schmied, dass nur die 320 NMS-Standorte als
Neue
Mittelschule zu verstehen seien. Das von der Liste Fritz geforderte
Modell der "Tiroler Mittelschule" lehnte sie ab: "Wir müssen die
Marke schützen und Klarheit bewahren." Es sei derzeit "leider nicht
möglich", weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Momentan sei
bereits jede sechste Schule in Österreich in eine NMS umgewandelt
worden. Bis 2013 werde nun die Testphase laufen. (APA)