Hitze-Reportage

Heiß, heißer, 13A

Florian Gossy, 14. Juli 2010, 17:31
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    Bei guten 32 Grad war die Hitze
    schon unangenehm ...

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    Die Klimaanlage in der U2 wirkte
    sich positiv aufs Gemüt aus.

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    Ein erster Zwischenstand aus der
    Linie O. Da geht noch mehr ...

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    ... bei 40 Grad war dann Gott sei
    Dank Schluss.

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    Der 13A stellte den Rekord auf.

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    In der S-Bahn war 37,5 die
    Höchsttemperatur.

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    Im Vergleich sind die 33 Grad in
    der U3 richtig gemütlich.

derStandard.at war zwei Stunden zur Mittagspause mit einem Thermometer in Wiener Öffis unterwegs - Eine schweißtreibende Reportage

Eigentlich ist der Tag schon um halb acht in der Früh gelaufen. Die Haustür geht auf, die Sonne blendet, ein kurzes Durchatmen und es geht schon los: Die Körpertemperatur steigt an, die Poren öffnen sich, Schweiß dringt nach außen. Ein bescheidener Start in den Tag. Es geht aber noch schlimmer. Denn um zehn nach halb acht ist der Tag schon zum zweiten Mal gelaufen. „Bitte zurücktreten, Zug fährt ein" ist auf den Screens zu lesen. Der Zug fährt wie angekündigt ein, die Türen gehen auf, zwei, drei Schritte ... und es geht von vorne los: Die Körpertemperatur steigt an, die Poren öffnen sich noch weiter. Noch mehr Schweiß versaut das T-Shirt, das man den ganzen Tag anhaben wird.

Grund genug für derStandard.at, zwei Stunden in der Mittagszeit mit den Wiener Öffis durch die Stadt zu fahren und die Temperatur zu messen. Wie heiß ist es wirklich in den Straßen-, U- und S-Bahnen?

40 Grad - geht noch mehr?

Ausgangspunkt dieser Großstadt-Exkursion ist die Station Schottentor, es ist kurz nach elf. Die 32,4 Grad machen dem Körper zu schaffen, Abkühlung bringt nur die einfahrende U-Bahn. Im klimatisierten Waggon ist es angenehm, das Thermometer sinkt auf 29,1 Grad. Schade, dass die Fahrt am Praterstern schon wieder zu Ende ist. Dort wartet bereits die Straßenbahn O auf das Thermometer. Schon beim Betreten der alten Garnitur spürt man, dass es einen ersten Hitzerekord geben könnte - die 29 Grad aus der U2 sollten zu toppen sein.

Das Gefühl hat nicht getrogen: Hat es bei der Franzensbrücke noch kommode 32 Grad, steigt die Temperatur bei der Neulinggasse schon auf 36 Grad. Nicht gerade zur Erquickung der Fahrgäste trägt der Mittdreißiger bei, der über seinen Handylautsprecher den Schlager „Jo, wir sein mit'n Radl do" hört. Der unaufhaltsame Anstieg der Hitze geht trotz der geöffneten Fenster weiter. Bei der Kölblgasse ist es so weit: Die 40 Grad-Marke ist geknackt. Feierstimmung fühlt sich trotzdem anders an.

Kein Erbarmen in der Wikingersauna

Am Südbahnhof wird das Verkehrsmittel gewechselt. Statt der Straßenbahn probiert man es im Bus, dem 13A. Ein wenig Bammel ist schon mit dabei, immerhin war auf Twitter von der "Wikingersauna 13A" zu lesen. Bereits draußen vor dem Bus zeigt das Thermometer 40,8 Grad, was aber mit der direkten Sonneneinstrahlung zu tun hat. Die ersten paar Stationen fühlen sich noch verhältnismäßig gut an, es ist genauso heiß wie in der Straßenbahn. Direkt proportional mit der Anzahl der zugestiegenen Fahrgäste steigt jedoch auch die Temperatur. „Können wir bitte aussteigen?" fleht ein kleines Mädchen ihre Mutter an. Die hat aber kein Erbarmen: „Sei ruhig! Mir ist ja auch heiß!" Den Spitzenwert erreicht der 13A bei der Station Pilgramgasse: 42,6 Grad. Das Gefühl ist unnatürlich, das T-Shirt ähnelt einem Handtuch, Schweißperlen tropfen von der Nase.

Bis zum Ziel, der Endstation Skodagasse, dauert es ewig und noch viel länger. Mittlerweile schmerzt schon der Kopf, auch wenn die Temperatur langsam zurückgeht. Bei der Fahrt durch den sechsten Bezirk kühlt es ab, bei der Endstation hat es nur mehr angenehme 38 Grad. Während der kurzen Fahrt mit der Straßenbahn 43 stagniert die Anzeige bei 37 Grad. Bei der U6-Station Alser Straße genießt das Thermometer bei 34 Grad Außentemperatur eine kurze Ruhepause, ein Zug wird abgewartet. In der neuen U6-Garnitur steigt die Temperatur auch nur auf maximal 35 Grad, was vielleicht auch an der Dame am Nebensitz mit der Armani-Brille liegt. Sie sorgt mit der Fächer-tauglicheren, weil größeren der beiden Gratiszeitungen für eine entspannte, wenn auch windige Fahrt.

"Oag, diese Temperaturen. Oag."

Vom Bahnhof Floridsdorf geht es dann mit der Schnellbahn in Richtung Meidling. Diesmal wartet eine Reihe alter Wagons auf die Mitreisenden. Ein älterer Herr setzt sich am Platz nebenan und sieht die Grad-Anzeige: "Oag." Bitte? "Oag, des Wetter. Anfoch nur oag." Dabei zeigt das Thermometer "nur" 37,5 Grad an. Mit dem 13A sollte er wohl nicht fahren - schon aus gesundheitlichen Gründen. Am Bahnhof Meidling schließlich zeigt die ÖBB, dass ihr die Fahrgäste bzw. deren Flüssigkeitshaushalte am Herzen liegen.

Ein Mädchen verteilt gekühlte Eistee-Plastikflaschen, mit "weniger Zucker". In der U-Bahn gibt es zwar keinen Gratis-Eistee, dafür ist es um drei Grad kühler. Noch niedriger, nämlich bei knapp 33 Grad, liegt die Temperaturanzeige in der U3. Erfrischend ist in der U-Bahnstation Herrengasse aber nur die abschließende Fahrt mit der Rolltreppe. Eine kühle Brise weht und lässt die Schweißtropfen verschwinden. Das T-Shirt bleibt trotzdem nass. Es ist erst 13 Uhr. Leider. (Florian Gossy, derStandard.at, 14.07.2010)

Kommentar posten
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Prolet
00
25.8.2010, 12:20
Für mich ist der 13a die tägliche Information - vom Fahrpreis abzuziehen - weil gratis aber niemals umsonst agbegeben;-)

Texte folgenden Inhalts aus der Diskussion "Wier Blut Plakate seien obszön":

Obszön ist ein Zölibat am Hintern der heranreifenden Jungs auszuleben!

Wiener Blut als Synonym für Wiener, ein Mensch der die Stadt mag und die Sitten wie Gebräuch lebt und steht als Forderung einer Selbstverständlichkeit.

Parteien die Wiener zu vertreten haben, stehen zur Wahl. Daß Sozen nicht mehr dazugehören ist bekannt, warum sollten die von Wienern gewählt werden.

Es wird behäuplt, ein Gspritzter ist mehr als ein Roter.

Klar, kommt doch das Soda hinzu, soda!

Tschuldign, den Släng hätte ich nicht hingebracht.

Schnabeltierfresser
02
19.7.2010, 12:49
Verstehe ich nicht,

ich dachte Wien sei die tollste und ursuperste Stadt der Welt, wie führende Manager immer wieder bestätigen?

nbergmann
00
24.7.2010, 09:38
super stadt

wie sie sich das vorstellen könnte man wien vor den heißen temp. schützen oder wollen sie etwa mehr steuer bezahlen, um die älteren verkehrsmittel noch schneller auszutauschen gegen welche mit klimaanlagen. dann fordern sie einfach mehr geld für die öffis.

Schnabeltierfresser
00
24.7.2010, 09:48
Kein Problem.

Man könnte einen Sunblocker installieren:
http://thenationalevil.files.wordpress.com/2008/07/s... he-sun.jpg

;)

DasLebenhinkt
00
20.7.2010, 20:58

Diese Manager fahren sicher nicht mit dem 13A

Muh Kuh
 
03
16.7.2010, 15:22
Die (von mir schön öfter und antwortlos an die Wr Linien gestellte) Frage ist,

wieso seit ca. einem Jahrzehnt so etwas einfaches wie ÖFFENBARE FENSTER von den Wr.Linien abgeschafft wurde!

mögliche Erklärungen:

Man nimmt an, daß alle "Beförderungsfälle" (=amtsdeutsch für Fahrgäste) zu dumm für den ordenungsgemäßen Gebrauch von Fenstern sind und andauernd alles mögliche hinausstrecken (jahrzehntelanges Ausschildern mit Warntafeln - "nichts hinausstrecken!" - half nichts).

man befürchtet, daß Streit und Prügeleien zwischen den Beförderungsfällen ausbrechen könnten, die sich nicht einigen können, ob links oder rechts aufgemacht wird.

Es ist ein Sicherheitstest: wann kollabiert der erste Fahrer, wieviele Verletzte und Tote gibt es?

Es ist das Werk eines Sadisten, der im gekühlten Büro sitzt und - lächelt

BraS
 
02
19.7.2010, 09:51

weil es den Wiener Linien so wie anderen österreichischen Bus- und Straßenbahnbetreibern mittels Verordnung verboten wurde, Fenster einzubauen, die ein Hinauslehnen auch in widrigsten Fällen nur irgendwie möglich machen könnten.

Ihre Kritik geht an den Falschen. Ändern müsste diesen Unfug Ministerin Bures.

Andreas Prucha
00
18.7.2010, 03:46

Hat eher mit den Klimaanlagen zu tun: Klimaanlage mit gleichzeitigem Fensteröffnen is irgendwie absurd.

unterwegs in Österreich
00
26.7.2010, 23:23
Warum hat man dann bei der ersten ULF-Generatio

Kiemen an den kleinen Öffnungen angebracht?

Weils keine Klimaanlage haben.

Wenn man mit diesem ULFen fährt, kommt man sich wie in gewissen Transporten im 2. Weltkrieg vor.

Ich bin unschuldig, aber nicht ganz.
00
18.7.2010, 13:31
Ja, sicher - und wenn die Klimaanlage nicht funktioniert, wie in jedem 2. Bus????

Dann einfach Bibel auf und Glaube.
Oder Wie? Wie? Wie?
Wiener Linien?

Kundenfeindliches Unternehmen mit asozialen Tarifen.

BraS
 
03
19.7.2010, 13:44

dann könnte das daran liegen, dass erst in jedem 3. Bus eine eingebaut ist.

Der Tourist
00
17.7.2010, 01:47

Autofahrer?

In der Bim hängen doch die Schilder, daß sich wegen Zugluftgefahr nur die Fenster einer Seite öffnen lassen.

Modjo
00
26.7.2010, 11:19
Die rechte Fensterreihe

wurde erst vor ca. 20-25 Jahren zugesperrt. Früher sind die Fenster auf beiden Seiten aufgegangen. Vermutlich gab es zu oft Fahrgastbeschwerden wegen Zugluft.

wolf_vienna
00
16.7.2010, 14:20
Warum Unterschiede bei Bus und Bim?

Öffis fahren war gestern Donnerstag der reinste Albtraum. Es war wirklich ein Horror diese unerträgliche Hitze.
Und eines möchte ich mal wissen! Die neuen ULF, warum sind einige davon mit Klimaanlage ausgestattet und andere nicht. Oder schalten die Fahrer die Anlagen nicht ein?
Dasselbe gilt für die neuen Busse! Auch hier gibt es scheinbar klimatisierte und nicht klimatisierte!
Ich hoffe, dieser Schwachsinn wird von den Wr. Linien bald abgestellt, der Preisunterschied kann bei einem Bus oder ULF nur minimal sein!

graviton
00
17.7.2010, 22:32

ULFs aber der Nummer 52 resp. 702 sind klimatisiert, der Rest nicht. Das hat einfach damit zu tun, dass diese aus einer neueren Generation stammen (und daher A1 bzw. B1 anstatt A bzw. B heißen).

Modjo
00
26.7.2010, 11:23
Hinzufügen sollte man vielleicht,

dass die ULFe (und auch die neuen U-Bahnen und Busse) keine echte Klimaanlage eingebaut haben, sondern nur eine Lüfungsanlage, die die Außentemperatur konstant um 5°C absenkt. Bei 35°C Außentemperatur hat es im Wagen also immer noch rund 30°C, was keine besondere Abkühlung ist.

Richtige Klimaanlagen findet man nur in Bussen von privaten Betreibern vor, z.B. Blaguss aber auch vermehrt bei den Postbussen.

portionsenf
01
16.7.2010, 00:30
hmmm

ösis, dösis - hin & her ... was soll das werden? dieses kommentar spricht für bzw. viel mehr gegen sich.
im fall von 13A, der tag ein tag aus - winter oder sommer - hoffnungslos überfüllt ist, werden auch die friedlichsten menschen mal ungehalten & lassen sich hin und wieder zu einer schnippischen bemerkung verleiten - die 42°C in der früh machen die sache nicht besser ...
die leute sind einfach zurecht genervt - unabhängig von ihrer natinalität - fahrer/innen, fahrgäste, insb. solche mit kinderwägen/ rollstühlen (die so oft wegen überfüllung nicht einsteigen können) - es gibt sicherlich viele bemühungen das problem in den griff zu bekommen, dennoch grenzt die fahrt mit dem 13A derzeit an eine zumutung ...

G-Man
00
16.7.2010, 00:19

warum kann Wiener Linien oder diese Stadt nicht mehr in die Qualität anstatt in die Quantität investieren??

Def. Izit
06
15.7.2010, 22:04
Mit dem 13A sollte er wohl nicht fahren - schon aus gesundheitlichen Gründen

- nichts neues in Wien, aber was soll aus einer Straßenbahnlinie werden, die im "Rausch" zum Bus gemacht wurde.

Mein Mitgefühl den Fahrern!

hellfast
00
15.7.2010, 19:55

13A kann ich bestätigen. kein spaß...

G.O.
01
15.7.2010, 19:48
44,4 Grad Celsius in Wien 18., Innenraum

Wer bietet mehr?

ARO5
00
15.7.2010, 22:30

Klingt nach Dachgeschoß.

konfusius
00
15.7.2010, 21:20
Sie haben gewonnen!

Undzwar eine Fußreise nach China zum Selbstkostenpreis... ;)

Also da bin ich mit meinen 32 Grad ja noch auf der lauschigen Seite gelandet...
Und selbst das ist nur mit wiederholtem duschen auszuhalten, bei 44 Grad würde ich die Wohnung fluchtartig verlassen, schliesslich hat es draussen "nur" mehr 30 Grad ;)

rowa
01
15.7.2010, 16:58
Hitzesieger im 2.

Der 11A und der Praterstern...
11A = 41°C.

vorname nachname1
86
15.7.2010, 16:56
den oesis kammas nie recht machen

zuerst wird gejammert wo ist der sommer. dann ist es endlich soweit, und das gejammere ist soooo heiss kann beginnen. danach abkuehlung (weil temperatursturz) und erneutes gejammere weil der wetterumschwung ist fuer den kreislauf eine belastung. ad infinitum.

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