Für Schwindelfreie

"Golden Gate Bridge der Alpen"

14. Juli 2010, 09:49
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    foto: apa/barbara gindl

    200 Meter überspannt die Hängebrücke die Saalach-Schlucht.

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    Keine Höhenangst und Schwindelfreiheit sind gute Voraussetzungen für eine Überquerung der Brücke.

Längste Fußgängerhängebrücke der Alpen führt 200 Meter über die Saalach-Schlucht - Eröffnung kommenden Freitag bis Sonntag

Salzburg - Mit neuen Attraktionen wollen Touristiker den Sommerurlaub in den Alpen ankurbeln. Die Schönheit der Natur allein reicht nicht mehr aus. Im Trend liegen Hochseilparks, Aussichtsplattformen, Hängebrücken und Baumwipfelwege. "Je spektakulärer, desto effektiver" heißt offenbar die Devise. So wird von kommenden Freitag bis Sonntag in Saalbach-Hinterglemm im Pinzgau die "längste Fußgängerhängebrücke der Alpen" und der "höchst gelegene Baumwipfelwanderweg Europas" eröffnet. Die Brücke, genannt "Golden Gate Bridge der Alpen", soll weniger wagemutigen Gästen den "Kick" eines hautnahen Naturerlebnisses in luftigen Höhen vermitteln.

"Du fühlst dich gut"

Auf der Lindlingalm im Talschluss des Glemmtals auf 1.300 Metern Seehöhe erheben sich zwei orangefarbene, 38 und 26 Meter hohe Stahlträger über der 42 Meter tiefen Saalach-Schlucht. Trotz der robusten Bauweise wirkt die 200 Meter lange und 1,60 Meter breite Hängebrücke schlank und elegant. "Durch die Geländebeschaffenheit hat sich das Vorbild der Golden Gate ergeben. Die Brücke geht leicht bergauf, hat ein schönes Design und fügt sich super in die Landschaft hinein. Du fühlst dich gut", gerät Projektleiter Reinhold Bauböck (38) mitten auf der 74 Tonnen schweren Stahlbrücke ins Schwärmen. Seit drei Jahren träumt er von dieser Vision, nun ist sie Realität geworden.

Staunende Besucher

Von der Planung bis zur Ausführung wurden Firmen aus der Region engagiert. Der Aufbau dauerte zwei Monate. Die Gehfläche besteht aus rutschfestem, hochwertigem Gitterrost. Zwei 220 Meter lange Tragseile, zwei 200 Meter lange Windseile, vier 36 Meter lange Erdanker und 70 Kubikmeter Beton sorgen für Stabilität. Während Bauböck die technischen Daten erläutert, betreten neugierige Touristen mit Kinderwagen und Hunden die noch gesperrte Attraktion. "Super, schön", staunt ein belgisches Ehepaar. "Wie ein Trampolin", konstatiert die zweijährige Natalie aus Thüringen, obwohl die Brücke nur leicht schwingt. "1.800 Menschen können auf einmal hinauf. 500 Kilogramm pro Quadratmeter beträgt die maximale Last", schildert Bartholomäus "Bascht" Hasenauer (46), Besitzer der Lindlingalm. Er und Bauböck - letzterer ist seit 20 Jahren in der Outdoorbranche tätig - teilten sich zu je 50 Prozent die 1,5 Mio. Euro Errichtungskosten. 200.000 Euro lukrierten sie aus EU-Fördermittel.

Im Anschluss in die Baumzipfel

In fünf Jahren soll sich das Projekt amortisiert haben. Erwachsene zahlen neun Euro Eintritt und Kinder fünf. Die Brücke ist ganzjährig begehbar. Der angeschlossene 650 Meter lange "Baumzipfelweg" - jeder Besucher bekommt eine grüne Zipfelmütze, die er sich zur Erinnerung behalten darf - ist im Eintritt inbegriffenen und führt den Besucher über Stufen und Brücken vom Waldboden durch die Stockwerke des Baumes hinauf bis zu den Wipfeln, 28 Meter über dem Boden. "Wir sind da der Fortsatz von den Wipfeln, darum Baumzipfelweg", lacht Bauböck. Die Gipfel der Berge und der Almboden rücken näher und auch die Stationen des Hochseilparks mit vier Seilrutschen; die längste ist 700 Meter lang und 120 Meter hoch. Schon von der Hängebrücke aus "können Opa und Oma miterleben, was ihre Enkel im Hochseilpark alles machen - Auge in Auge mit den Mutigen", erklärt Edith Danzer vom Tourismusverband Saalbach-Hinterglemm.

Die Natur ist das Kapital

Der Gast, der kommt nicht mehr nur wegen der Natur, weiß Hasenauer. "Die Natur ist unser Kapital. Wenn man die Möglichkeit hat, eine Attraktion zu installieren, dann soll man das machen. Sein Sohn Hannes legt nach: "Ich bau mir nichts her, was mir nicht gefällt. Ich schau das ja am Tag hundertmal an." Und Bauböck meint: "Die Grundidee war ein Ausflugsziel für Groß und Klein. Du musst Erlebniswelten schaffen, um attraktiv zu sein. Die Leute werden zur Bewegung in der Natur animiert, wir führen sie in neue Perspektiven. Wenn man die Natur so intensiv erlebt, wird auch die Achtung an ihr geweckt. Mit der Bauweise wird nichts zerstört, sie integriert sich in die Landschaft."

Freizeitanlagen bringen Gäste

Wer bei schönem Wetter auf der Brücke steht, kann das kunterbunte Treiben auf der Lindlingalm beobachten. Dutzende Kinder und Erwachsene vergnügen sich im "Schnitza's Park" oder kneippen im "Teufelswasser". Nebenan weiden die 14 Milchkühe der Alm. Der Glemmtalschlusszug und Mountainbiker keuchen herauf. Seit es die Freizeitanlagen auf der Alm gibt, "kommen im Sommer 20 Prozent mehr Gäste", erzählt "Bascht". 1,5 Millionen Nächtigungen verbucht der Tourismusverband im Winter, 500.000 im Sommer. "Die Zahlen sind die letzten zwei Jahre stabil. Der Tourismus braucht den Kick, den gewissen Anreiz für die Reiseplanung. Unser Ziel ist, im Sommer noch zuzulegen", resümiert Danzer. (APA)

Informationen: Saalbach

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14 Postings
hungrybear
00
19.7.2010, 12:57
wieder einmal ...

...piefke saga schauen ;-)

weiß was
01
15.7.2010, 19:33
unnötiges und teures

Naturverschandelungs- und Naturentfremdungsprojekt. Mit 200.000 EU-Förderung ließen sich viel interessantere Projekte verwirklichen, die wahrscheinlich mehr Gäste bringen. Ich würde mich gefrotzelt fühlen, für 200 m Hängebrücke 9 Euro zahlen zu müssen.

m kubik
10
15.7.2010, 12:27
Der leichteste Alpaufzug steigt in Vorarlberg

http://tinyurl.com/2vv7cb4

die_eidechse
 
00
26.7.2010, 14:02
so ziemlich das bescheuertste video das ich seit langem gesehen habe

Hr. Wolf
00
15.7.2010, 06:48
In 5 Jahren amortisiert??

Bei der Rendite gibt`s EU-Förderung?

Koma84
00
15.7.2010, 13:34
Habe ich 195 begangen

Gruss

Jo eh...
00
15.7.2010, 18:02

Sie sind aber alt ;-)

Lichtfreak
00
14.7.2010, 13:03
APA ...

wie immer muss man APA hinterfragen!

Die transportieren auch noch so jeden Unsinn und verkommen so langsam zur Peinlichkeit!

Robinson Crusoe
01
14.7.2010, 11:38
Nicht richtig recherchiert

Die laengste Haengebruecke der Alpen wurde erst vor ein paar Tagen im Kanton Schwyz eroeffnet und ist fast doppelt so lang:

http://bazonline.ch/panorama/... y/22173049

Ebenso ist die auch erst kuerzlich im Kanton Wallis eroeffnete Bruecke laenger:

http://bazonline.ch/panorama/... y/12006108

-blos so-
00
14.7.2010, 14:29
man hät's die längste in der EU nennen sollen ;)

aber immerhin haben die Schweizer nur diese Brücke und keinen Baumzipfl weg ;)

und man darf auch anmerken, daß die Schweizer auch erst vor 4 Tagen diesen Artikel geschrieben haben...

da haben die zugrunde liegenden Recherchen wohl schon etwas früher statt gefunden...

sociovation
17
14.7.2010, 10:14
Die Alpen verkommen zunehmend zu einem Themenpark

Jo eh...
00
14.7.2010, 15:32

Nur in Österreich findet das jemand schlecht ;-)

Demosthenes
00
15.7.2010, 13:09
jop, isses auch

schlecht nämlich. welchen zweck hat eine brücke, zu der ich hinfahren muss, fürs drübergehen zahle, die nirgendwo hin führt und die so einfach in die landschaft gekotzt ist. natur, die habe ich auch wenn ich am waldboden herumhatsche, gratis noch dazu. ah da fällt mir ein: in dieser höhe gibts keine zecken mehr. also doch für was gut (falls man nicht geimpft ist).

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