Dritte Gewaltnacht in Belfast

  • Demonstranten zündeten in Ardoyne nahe Belfast ein Fahrzeug an. Die Ausschreitungen nach dem Oranier-Marsch vom Sonntag gingen am Dienstag in die dritte Nacht.
    foto: ap/liam mc burney

    Demonstranten zündeten in Ardoyne nahe Belfast ein Fahrzeug an. Die Ausschreitungen nach dem Oranier-Marsch vom Sonntag gingen am Dienstag in die dritte Nacht.

Bisher über 80 Verletzte bei anhaltenden Ausschreitungen - Krisengespräche zwischen politischen Führern und Polizei

Belfast/London - In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es in der Nacht auf Mittwoch neuerlich zu Ausschreitungen gekommen. Gewaltbereite Demonstranten aus katholischen Stadtvierteln bewarfen die Polizei mit Molotowcocktails, Steinen und Flaschen. Auch einige Schüsse wurden abgefeuert, berichtete die BBC. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Die Polizei ging mit mehr als 100 Mann gegen die Demonstranten vor und setzte Wasserwerfer ein. Politiker der katholischen Partei Sinn Fein riefen erneut zum sofortigen Ende der Gewalt auf. Nach ihnen gehe der Protest vor allem von regierungskritischen Republikanern und "Asozialen" aus, schreibt die BBC.

Der nordirische Polizeichef Matt Baggott hatte am Dienstag erklärt, dass unter den Gewalttätern diesmal vor allem Jugendliche und sogar einige Kinder im Alter von nur acht Jahren gewesen seien. Er sprach von "Freizeit-Randale". Bis zum Dienstag wurden bei den Protesten rund 80 Personen verletzt, vier Polizisten wurden angeschossen. Über Verletzte bei den Ausschreitungen in der Nacht auf Mittwoch gab es zunächst keine Informationen.

Der erste Minister Nordirlands, Peter Robinson von der Democratic Unionist Party (DUP) und sein Stellvertreter Martin McGuiness von Sinn Fein wurden am Dienstag von Seiten der Polizei kritisiert und aufgefordert mehr Führungsstärke zu zeigen. Trotz Aufrufen der politischen Parteien, die Gewalt zu beenden, gingen die Ausschreitungen auch Dienstagnacht weiter. McGuiness und Robinson haben für heute ein gemeinsames Gespräch mit Polizeichef Baggott über die anhaltenden Ausschreitungen angekündigt.

Triumphmärsche der Oranier für Katholiken unerträgliche Provokation

Die nordirischen Protestanten gedenken im Juli des Sieges von Wilhelm III. von Oranien über seinen katholischen Schwiegervater, den 1688 vertriebenen König Jakob II. Stuart, am 12. Juli 1690 in der Schlacht am Fluss Boyne. Die Triumphmärsche werden von der katholischen Bevölkerung stets als unerträgliche Provokation empfunden. Die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen aus diesem Anlass gab es bereits 1813 in Belfast. Wilhelm III. (1650-1702) wuchs in den Niederlanden auf, deren Erbstatthalter er 1674 wurde. Er trat an die Spitze der Gegner des französischen Königs Ludwig XIV. und heiratete 1677 die Stuart-Prinzessin Maria. Die pro-französische Politik seines Schwiegervaters Jakob II. veranlasste das britische Parlament zu einem Hilfsgesuch an Wilhelm, der 1688 mit Truppen landete und nach Jakobs Flucht zum König von England, Schottland und Irland ausgerufen wurde. (APA, red)

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BBC: Shots fired at police in north Belfast riot

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