Unauffällig an die Spitze des Geheimdienstes

  • Wer es einmal zum Generalmajor gebracht hat, steht ziemlich weit oben in der Hierarchie des Bundesheeres. Anton Oschep hat es geschafft.
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    Wer es einmal zum Generalmajor gebracht hat, steht ziemlich weit oben in der Hierarchie des Bundesheeres. Anton Oschep hat es geschafft.

Stiller Analytiker "mit Bodenhaftung": Anton Oschep (54)

Wer es einmal zum Generalmajor gebracht hat, steht ziemlich weit oben in der Hierarchie des Bundesheeres, da gibt es nur noch zwei höhere Ränge. An Karrieresucht kann es also nicht liegen, dass Anton Oschep die prestigeträchtige Stelle des Stabschefs beim Streitkräftekommando in Graz und Salzburg mit einem nüchternen (aber natürlich abhörsicheren) Büro in Wiens hässlichstem Amtshaus vertauscht.

Dort sitzt das streng geheime Abwehramt, dessen Chefposten ebenfalls mit einem Generalmajor zu besetzen ist. Kameraden des 1956 im Kärntner Eisenkappel geborenen Offiziers halten ihn für eine ideale Besetzung - gerade weil über ihn so wenig bekannt ist. Und das Einzige, was man zu wissen glaubt, dürfte falsch sein: Man vermutet, dass er der roten Reichshälfte zuzurechnen ist, weil sein Vorgesetzter, der Streitkräftekommandant, eben als ÖVP-nahe gilt. Aber die wenigen SPÖ-Mitglieder im Heer wissen, dass er kein Parteibuch hat. Und enge Freunde erzählen, dass Oschep es auch zu Beginn seiner Dienstzeit vermieden hat, den "kritischen Offizieren" beizutreten, der SPÖ-Vorfeldorganisation, die in den Siebzigerjahren um Einfluss unter Militärakademikern geworben hat.

Ausgemustert wurde er 1979 - das ist der Jahrgang Pasubio, dem auch der neue Heeresnachrichtenamtschef Edwin Potocnik angehört. Im selben Jahrgang war Oscheps Vorgänger im Abwehramt, Generalmajor Wolfgang Schneider, seinerzeit Lehrgruppenoffizier. Jahrgangskameraden wissen von einer über den dienstlichen Bereich hinausreichenden Freundschaft mit Potocnik zu berichten, bei der Oschep sich stets als Mann mit Bodenhaftung erwiesen habe.

So machte er still Karriere - als Analytiker hoch geschätzt vom jetzigen Generalstabschef, dem Oschep seinerzeit als Stabschef bei der Truppe diente. Seine Arbeitsweise beschreiben Mitarbeiter aus Graz so: "Er hat immer der Ebene angemessen agiert" - sprich: sich nicht in Details verloren, um die sich andere zu kümmern hätten.

Oschep lernte das Bundesheer in ganz unterschiedlichen Funktionen kennen, unter anderem zwei Jahre als Geheimdienstoffizier im Nachrichtenamt. Er vertrat das Heer als Attachée in Rom und beim Streitkräftekommando in Ulm, wo er auch seine zweite Frau, eine Deutsche, kennenlernte. Geheiratet wurde vor 13 Monaten - in Wien will das Paar zusammenziehen. In der einem Geheimdienstler angemessenen Diskretion. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 14.7.2010)

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wir hatten hr. genmjrdg anton oschep als kdt der G3 abtlg/milko s in der riedenburgkaserne. er war ein sehr kollegialer kdt , umsichtig, dienstfordernd, war viel im außendienst, spielte mit uns hallenfußball, er war zu uns ein sehr fürsorlicher kdt, konnte alles mit ihm besprechen. er war überall beliebt. wünsche ihm viel soldatenglück bei seiner neuen aufgabe!

wer oder was ist der "jahrgang pasubio"?

benennt sich jetzt das österreichische bundesheer nach einem dolomitenberg, der im ersten weltkrieg ein kriegsschauplatz war?

geschmacklos!

was kommt als nächstes:
- "jahrgang barbarossa"
- "jahrgang el-alamein"....

einfach widerlich.......

Ist die Gattin beim BND beschäftigt?

Das würde den umständlichen(einseitigen) Datenaustausch erleichtern.

Und ein Darabos-Parteigänger....

...das Parteibuch war wieder mal wichtiger als Kompetenz!

Ihr SPÖ-Bashing wird schön langsam fad.
Haben Sie was anderes auch im Hirn?

Kann nicht sein....

offenbar müssen manche es gebetsmühlenartig behaupten, minister darabos hat gerade gesagt, dass keiner der beiden neuen leiter in der spö ist. sollte er doch wissen...

Wieso? Beim Geheimdienst ist doch alles geheim.

War als Milizsoldat beim KdoLaSk und später beim

SKFüKdo beordert und habe Anton Oschep als fähigen, ruhigen (GStb) Offizier erlebt. Alles Gute ihm für die neue Aufgabe.

hoffentlich ist seine Frau G'scheiter als die von seinem englischen Kollegen

die hat naemlich alle Daten, Fotos vom Haus etc per Facebook veroeffentlicht.

In Rom hat er sich offensichtlich als Frau getarnt. Dort war er nämlich "Attachée".

Oh, "ausgemustert" ist er?

Na bitte, habe kürzlich meinen alten Kühlschrank auch ausgemustert.

Hiterlässt lieber hier keine Kommentare.

Während Ihres Schrieibens weiss der Mann bescheid, wer Sie sind, woher Sie schreiben und ob Sie Windows oder Linux haben :=)

Österreichischer Geheimdienstchef...

...ob das ein spannender Job ist?

Da Österreich noch immer DIE Drehscheibe im internationalen Nachrichtendienst ist

mehr als man sich vorstellen kann.

Sie werden

manchen nichts begreiflich machen können, weil sie in klischees denken... in ihrer vorstellung ist alles klein, lächerlich, was österreich macht....

Täuschen sie sich nicht ;)

Oh, er heiratet

eine deutsche Doppelagentin?

Einerseits spioniert sie schwäbische Spätzlerezepte aus und nun auch österreichische *Nockerln*.

lulz

Eine sparsame Ulmerin.

"Ha, noi, Schmuckkäschtle verrammele un ned zahle welle"

(Das war Schwäbisch)

Und enttarnt ist er jetzt auch noch.

Fahndungsfoto und Lebenslauf sind nun öffentlich.

We love our Operettenrepublik, don't we?

Sie ist wohl keine feministin :-)

dann würde sie fordern, eine frauenquote einzuhalten :-) sind sicher nur ganz wenige frauen bei den militärgeheimdiensten, wie beim gesamten heer gibt es wohl auch hier nachholbedarf. es hat das alles zwar entweder das image aus filmen oder man wertet ab im sinne von operettenstaat, sie werden aber nicht so viel anders arbeiten als andere. bei aller technik ist human intelligence das wichtigste, sie mag zwar an datenmenge wenig ausmachen, geht aber auch um schlussfolgerungen und einschätzungen. daher braucht man auch die richtigen leute, also die, die cool und clever genug sind - und das hat weder mit geschlecht noch mit parteibuch etwas zu tun...

Holy heat

Sie meinten seine Frau...- nicht mich...

Um, well,...

Die Hitz'....

Sorry.

Hahaha.

Nay

Ich bin tatsächlich keine Feministin.

(I'm a professional skirt lifter, not a shirt raiser)

Ich hab' einen ersten Job für den neuen Lulz - und Lolzdienstchef, falls er mitliest.

Wenn der schlaue Schlapphutträger das entschlüsseln kann, ist er gut:

Ating manki toktok tin pipia misis kwin bokis.
May tingting em tok hait. Him kam liklik mun!

:-p

Wen interessiert schon das Abwehramt? Die paar Hansln dort sind doch eh alle mit sich selbst beschäftigt.

Richtig. Es gibt hier nichts zu sehen. Gehen Sie weiter.

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