Lieber anschmachten als abschlachten

13. Juli 2010, 17:32
  • Romantik als Lebensabschnittsinhalt: Vampir Edward Cullen (Robert 
Pattinson) und Menschenkind Bella Swan (Kristen Stewart) müssen auch in 
"Biss zum Abendrot"  auf manches warten.
    foto: constantin

    Romantik als Lebensabschnittsinhalt: Vampir Edward Cullen (Robert Pattinson) und Menschenkind Bella Swan (Kristen Stewart) müssen auch in "Biss zum Abendrot" auf manches warten.

Mit "Eclipse - Biss zum Abendrot" erreicht Teil drei der "Twilight"-Saga die österreichischen Kinos

 Die jungfräuliche Heldin Bella wird darin von Gefühlsstürmen und einem Rudel junger Vampire heimgesucht.

Wien - Bella liebt Edward, und Edward liebt Bella. Jacob ist ihr ebenfalls treu ergeben und Bella seinen hartnäckigen Avancen nicht ganz abgeneigt. Was diese Gefühlskalamität unter US-Teenagern anno 2010 einzigartig macht, das ist der Umstand, dass es sich beim aristokratisch blassen Edward um einen Vampir - und Vegetarier - handelt und beim heißlütigen Native American Jacob um einen Werwolf. Beide sind um Triebabwehr bemüht:

Ein Biss könnte die zunehmend fordernder auftretende Bella ihre Menschlichkeit oder - im Fall des Werwolfs - zumindest ihre äußere Unversehrtheit kosten. Dieser archetypische Konflikt zwischen Herz und Hirn, zwischen Libido und Intellekt (oder Moral) produziert jenen rasenden Stillstand, der sich auf der Leinwand für etwas ältere Menschen in enervierendem Anschmachten vulgo Zeitschinden manifestiert. Ein Zustand, der jedoch offenbar auf weibliche, soeben der Latenzphase entwachsene junge Menschen unglaublich anziehend wirkt.

Rekordträchtige Vampire

Mit der Romantic Fantasy-Saga Twilight hat US-Neo-Autorin Stephenie Meyer nämlich den derzeit kommerziell erfolgreichsten Hype in Jugendzimmern rund um den Globus ausgelöst. Die Verfilmung des dritten Teils ihrer Romanserie, Eclipse - Biss zum Abendrot, sorgte bei der Premiere vor zehn Tagen in den USA erwartungsgemäß für Kassenrekorde. Auch die österreichische Cineplexx vermeldete für Vorpremieren in Form von Packages für zwei oder alle Teile bereits Rekordbuchungen.

Die Befürchtung, dass Teenager weltweit bei solchen Gelegenheiten schwerst konservatives Gedankengut eingeimpft bekommen, muss man langsam relativieren: Zum einen geht der aktuelle Film das Thema (kein) vorehelicher Sex diesmal explizit an, und er findet eine nur außerhalb des Twilight-Universums haarsträubende Begründung für die Enthaltsamkeit: Edwards Sozialisation im vorvergangenen Jahrhundert lässt ihn beim Petting eben innehalten - er sei "old school" und sie deshalb noch Jungfrau, lässt Bella ihren Vater wissen.

Zum anderen belebt und verstärkt Biss zum Morgengrauen das Motiv jugendlicher Nonkonformität wieder, das die bessere erste Hälfte des ersten Twilight-Films prägte: Anders zu sein als der Mainstream, Fehler zu machen, das sei okay. Das ist nicht die blödeste Botschaft, die man an ein Millionenpublikum richten kann.

Das Schicksal von Bella (Kristen Stewart), Edward (Robert Pattinson), Jacob (Taylor Lautner) und Co wird uns noch zwei weitere Filme lang beschäftigen. Beim aktuellen dritten Film hat, wie im Franchise-Geschäft üblich, der dritte Regisseur den Vertrieb der Marke zu verantworten: Der Brite David Slade hat diesen Job übernommen. Der 38-Jährige hat als Clipregisseur für Warp Records und für Fürsten der Finsternis wie Aphex Twin begonnen. Zuletzt hat er sich mit dem Horrorfilm 30 Days of Night Kredibilität in Sachen Vampirismus erworben.

Tatsächlich wirkt das romantische Drama unter seiner Ägide dynamischer; allerdings tut auch der Fortgang der Erzählung einiges dazu: Das Unentschieden zwischen Edward und Jake hat komische Nebeneffekte. Kurze Rückblenden ins (menschliche) Vorleben einzelner Protagonisten geben der Haupthandlung ein wenig mehr Fülle. Und schließlich treten Neovampire auf den Plan, unbändige frischgefangene Blutsauger und Blutsaugerinnen, aus denen die Rächerin Victoria (nunmehr von Bryce Dallas Howard verkörpert) eine gefährliche Armee formiert, um Bella und Edwards Clan, die mit dicken Puderschichten überzogenen Cullens, zu liquidieren.

Das gibt quasi ein bisschen horrorfilmgemäßes Abschlachten zwischen all dem romantischen Anschmachten. Die Wolfsanimationen und die Spezialeffekte insgesamt sind geschmeidiger und weniger unfreiwillig komisch gestaltet. Das Schauspiel dagegen bleibt oft ein bemühtes So-tun-als-ob - die Vermittlung intensivster Gefühle ist eine Aufgabe, an der die längst zu Teen-Idolen gewordenen jugendlichen Darsteller, zumal die männlichen, immer wieder scheitern. Und die weichgezeichnete Ästhetik der Serie, die sich an Sujets und Bildsprache von Romanheftchen-Covers anlehnt, bleibt grenzwertig.

Der reinen Liebe wahrer Fans tut dies alles mit Sicherheit keinen Abbruch. (Isabella Reicher/DER STANDARD, Printausgabe, 14. 7. 2010)

Ab Donnerstag

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ich mag die saga..

aber das ist HERRLICH!

http://www.youtube.com/watch?v=adIfa6AyQhk

wer Vampire sehen will die authentisch wirken, sollte sich "True Blood" (Serie) ansehen..

Da gibts übrigens auch einige tolle Liebesgeschichten!

Hoffe, dass mal wieder ein wirklich guter Vampirfilm in die Kinos kommt, wo Vampire auch zu Staub zerfallen, wenn sie vom Sonnenlicht getroffen werden. Es gibt ja auch keine Zombie-Filme, bei denen Zombies zu Prinzen werden, wenn man sie küsst.

Interview mit einem Vampir und Bram Stoker´s Dracula liegen ja auch schon eine Weile zurück.

Brennen muß salem

Lest lieber Brennen muß Salem , statt dem Vampirromantikschrott.

Oh ja, ein hervorragendes Buch!

"Twilight"-Saga

= Underworld + Interview mit einem Vampier + Bram Stoker’s Dracula + La Boum + Beverly Hills 90210 ....

zu meiner zeit hat man unter teenie-film "eis am stil" verstanden. nicht so einen dreck *g*

mit der jugend gehts eindeutig bergab!

ohje..

... in meiner Jugendzeit waren diese Paukerfilme cool ...

... doch im Geheimen hatten wir sie (fast) alle gesehen ... diese Lederhosenfilme und Schulmädchenreport *lol*

Diese Paukerfilme sind sogar heute noch lustig *gg*

stimmt...

... aber nur die ohne Heintje!!!! ;-)

Der spielt ja eh nur in 2 Teilen mit. Und in einem Teil steht er ja eh im Schatten von Peter Alexander ;-)

also an sich besteht ja immer eine tendenz zur verklärung der eigenen vergangenheit, aber wenn es dazu führt "eis am stiel" (diesen kompletten schwachsinn) als irgendwie besser zu bezeichnen wirds wohl zeit für die alzheimertherapie.

zu meiner zeit haben wir uns schon in der 2ten volks bergman und fellini reingezogen, nicht so einen dreck wie "eis am stiel".

na im b-zug hätt ich das auch gesehen. im a-zug war das nicht mehr nötig ;)

Dass so banale Filme heute noch Erfolg haben...

Dazu kann ich nur Sagen ich finde Twilight den
d... und Schwachsinigsten Film überhaupt habe die
erste Folge gesehen bei einer Filmnacht in der Schule.
Das war dass erste und letzte mal.

filmnacht an der schule?

wer sucht denn bei euch die filme aus? der schulwart oder die religionslehrerin?

Dass in einem Film Vampire und Werwölfe vorkommen, dafür kann ich mir schon irgendwie eine Erklärung zusammenbasteln. Nur, das mit dem Nichtkopulieren ist mir dann doch entschieden zu unglaubwürdig.

Vampire

im Sonnenschein auf der Blumenwiese...

*würg*

Ich glaub', ich muss mir heute gleich nochmal "The Haunted World of El Superbeasto" anschauen :-D

Vampire

die tagtsüber glitzern... was muss noch mehr gesagt werden?
Die Autorin hat da irgendwas einfach falsch verstanden...

bling bling

ich wunder mich, dass swarovski noch nicht auf die idee eines sponsorings gekommen is ;)

bücher und filme von dumpfis für dumpfis.

Faaade Filmchen mit unsexy Darstellern. Aber meinen Stieftöchtern mit 20 und 24 gfallts. ;-)

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