E-Voting

Nach ÖH-Flop OSZE-Karriere

13. Juli 2010, 14:58

Robert Krimmer soll bei der OSZE Wahlen mit E-Voting überwachen - Musiol: Glaubwürdigkeit der OSZE steht auf dem Spiel

Das Pilotprojekt E-Voting bei den ÖH-Wahlen 2009 war nicht unbedingt ein Vorzeigeprojekt. Bei den wahlwerbenden Gruppen fehlten Kurzbezeichnungen, eine war sogar falsch geschrieben. An der Uni Wien wurde die Wahl aufgehoben, beim Verfassungsgerichtshof Beschwerde eingelegt. Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) hat bereits angekündigt bei den ÖH-Wahlen 2011 auf E-Voting zu verzichten.

Robert Krimmer vom privaten "Kompetenzzentrum für elektronische Wahlen und Partizipation"(E-Voting.CC) war federführend beim E-Voting der ÖH-Wahlen beteiligt. Er fungierte als E-Voting- Berater von Johannes Hahn. Nun soll Krimmer für die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) Wahlen mit E-Voting überwachen.

Grüne: Offener Brief an OSZE

"Ausgerechnet der Verantwortliche für den E-Voting-Reinfall bei den ÖH-Wahlen 2009 soll nun die OSZE bei der Durchführung von Wahlen mit E-Voting beraten", zeigt sich die Verfassungssprecherin der Grünen, Daniela Musiol erstaunt darüber, dass seitens des Außenministeriums keine Einwände gegen diese Postenbesetzung erhoben wurden. Musiol hat deshalb einen Offenen Brief an die OSZE verfasst, in dem sie ihre Bedenken über die geplante Besetzung des Postens durch Robert Krimmer äußert.

"Die OSZE braucht Glaubwürdigkeit, um in Ländern mit niedrigen Standards bei demokratischen Wahlen Hilfestellung leisten zu können. Krimmer mangelt es meiner Ansicht nach an dieser Glaubwürdigkeit. Das schadet der OSZE im Allgemeinen und Österreich im Speziellen", erklärt Musiol und bedauert, dass "der verantwortliche Minister Hahn und die beteiligten Personen offenbar den Weg der Verleugnung der bestehenden Unregelmäßigkeiten gesucht haben". Besonders inakzeptabel ist für die Verfassungssprecherin der Grünen, dass das Unternehmen von Krimmer nicht nur mit anderen Unternehmen die ÖH-Wahl 2009 vorbereitet und durchgeführt hat, sondern pikanterweise auch selbst im Auftrag des BMWF evaluiert hat. "Da ist es kein Wunder, dass trotz offensichtlicher Unregelmäßigkeiten, bereits erfolgreicher Wahl-Anfechtungen und zahlreicher noch offener Beschwerden immer noch eine positive Bilanz gezogen wurde. Diese Vorgangsweise ist einer Demokratie absolut unwürdig", kritisiert Musiol und kündigt an, sich weiterhin für die lückenlose Aufklärung der Ungereimtheiten einzusetzen. (red, derStandard.at, 13.7.2010)

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Posting 1 bis 25 von 56
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Kentarion
00
21.7.2010, 10:25
E-Voting und Österreich

In den Beiträgen die hier zu lesen sind kommt bei mir ein déjà-vu Gefühl auf zu einschlägigen online-nachrichten-kommentarseiten...

Typisch für Österreich werden die verurteilt die nicht durchgehend an der Spitze stehen und lautstark dem Publikum populistische Ideen und Konzepte an den Kopf werfen (inklusive ordentlicher Angstmache).

Wenn ich mir andere Länder ansehe wird man teilweise ohne einen kleineren oder auch größeren Misserfolg gar nicht wahrgenommen - dies ist doch Erfahrung die fürs Leben schult und erst recht lehrt wie man mit gewissen Situationen umgehen lernt und wo Verbesserungspotential herrscht etc.

Manchmal bin ich echt angewidert von dieser Kleinkariertheit und diesem ständigen Neid den viele an den Tag legen.

Rent a Democracy
01
17.7.2010, 21:32
E-Voting.cc - Undurchsichtiger Verein.

Ist eine gemeinnützige GmbH - wass soll daran gemeinnützig sein? Es gibt gegen E-Voting, egal in welcher Form, immer K.O.-Argumente, so dass sich ein Einsatz verbietet. Es zu propagieren ist daher höchst schädlich.

Von wem wird diese E-Voting.cc gGmbH finanziert? Von den E-Voting Software- und Hardwareherstellern?

MagicShark
40
15.7.2010, 00:08
zusammenhänge kennen - dann urteilen

Wenn ein Minister auf die ÖH nicht eingeht, ist diese halt nachher böse zu ihm und seinen Beratern.

Innovation passiert nicht einfach, es braucht Leute die bereit sind neues zu probieren, zu testen was geht, abseits der Klientelpolitik. Das ist in Österreich nicht leicht. Unsere eGovernment Lösungen werden weltweit beachtet, vom großen Nachbarn, bis in arabische Staaten. Weil es früh ausprobiert wurde. Österreich könnte bei elektronischen Wahlen dieselbe Rolle einnehmen, herausfinden wie mans macht, Schwächen beseitigen und dann exportieren. Stattdessen wir totgemacht was unvertraut und unverstanden ist.

NONE
02
15.7.2010, 10:13

Direkt aus der PR Abteilung :)

momodeluxe
00
14.7.2010, 11:06

nachdem der beratene nun eu kommissar ist, hat der berater echt glück, bei der osze unterzukommen. zufälle gibts

pinguin78
00
14.7.2010, 10:19

dass ausgerechnet eine grüne in dem offenen brief "österreichische hochschülerschaft" schreibt, obwohl diese - ganz offiziell seit mehreren jahren (nach einer novelle des hsg unter schwarzblau wohlgemerkt) "österreichische hochschülerinnen- und hochschülerschaft" heißt, ist zumindest erstaunlich...

stefan81
150
14.7.2010, 08:31

na da haben sich die grünen wiedermal um ein weltbewegendes problem angenommen.

warum machen sich die grünen um den ruf österreichs sorgen? sind doch sie die netzbeschmutzer nr. 1?! ("nimm ein flaggerl für dein...")

naja. grüne halt.

G e o r g
01
14.7.2010, 22:39

Wir brauchen mehr Nestbeschmutzer und mehr Kritik an Nationalismus!

the lawyer
02
14.7.2010, 11:01

Sie machen mit Ihren Verbalausdünstungen bald schon dem "Falken" Konkurrenz. Und das will was heißen....

Somebody Someone
07
14.7.2010, 09:15

Welches Netz meinen sie?

MartinB
02
14.7.2010, 10:34

Vermutlich meint er das Internetz.
Oder vielleicht auch das Atomstromnetz ;-)

Allmächtiger Satan
140
13.7.2010, 23:23

Fortschritt kommt, Österreich spuckt auf den Vorantreiber und schaut zu. Wie bei der Wehrpflicht und allem anderen. Das Land der Bewahrer.

HotDoc
13
14.7.2010, 10:37

sie haben recht!!
ps:
die Gentechnik haben sie vergessen

t
60
14.7.2010, 10:23
E-Voting ist praktisch bewährt

und funktioniert in vielen Staaten. Bei der ÖH-Wahl gab es allerdings Pannen. Wenn Krimmer dafür verantwortlich war, empfiehlt ihn das wirklich nicht für den job.

Somebody Someone
00
14.7.2010, 13:15

Das ist derart absurd, dass es sich nur um einen Troll-Versuch handeln kann.

Argumentationslinie: Autovergleich
08
14.7.2010, 00:53

Fortschritt aus Selbstzweck ist sinnlos. Zumindest gilt das fürs E-Voting. Es ist ein enormer technischer und finanzieller Aufwand nötig, um eine "altmodische" Wahl mit Stimmzetteln nachzubilden. Die Vorteile relativieren das nicht.

Die Wehrpflicht ist ein gänzlich anderes Thema.

Allmächtiger Satan
40
14.7.2010, 00:54

Ludditenargument.

Argumentationslinie: Autovergleich
01
14.7.2010, 11:17

Stimmt. Und wenn ich das nächste Mal einen Wahlcomputer sehe, hau ich ihn kurz und klein...

Im Ernst: Welches Argument gibt es pro E-Voting?

HotDoc
01
14.7.2010, 10:53

hab nix gegen eVoting nur müssen die jetzigen wahlstandards, (geheimhaltung, manipulations sicherheit,...) erreicht oder überboten werden, nur das is jetzt noch nicht wirklich der fall!

solang bin ich gern ein luddit!!

per verser
04
14.7.2010, 08:12

eVoting - bequemer könnens faschisten wie sie gar nicht haben. wundert mich nicht, daß sie hier ihren virtuellen müll abladen.

Allmächtiger Satan
50
14.7.2010, 08:52

Man muss keine Faschist sein, um Ihre Stimme mit einem Mausklick aus einer Wahl zu entfernen, dazu reicht einfacher Hausverstand.

kooling
04
14.7.2010, 10:18
ja, der einfache Hausverstand

der ist fast genauso gefährlich. vielleicht ein bißchen Bauernschleue dazu und das ganze serviert auf einem unkritischen Geschichtsbild, garniert mit ein bißerl gesunder Fremdenfeindlichkeit und Neid.
hmmm yummie!!

Allmächtiger Satan
30
14.7.2010, 08:37

Man muss keine Faschist sein, um Ihre Stimme mit einem Mausklick aus einer Wahl zu entfernen, dazu reicht einfacher Hausverstand.

Galina Ulanowa
211
13.7.2010, 22:49
Muhaha, schauts euch mal seine Publikationen an

http://www.robert.krimmer.at/stories/2172/

# Ein Buch über Microsoft Office.

# Eine rechte fade Diplomarbeit zum Thema e-Voting. Ist der Krimmer eigentlich ein AGler? Wär naheliegend, da von der WU kommend.

# Ein ganzer Schwanz an mittelmäßigen Papers in mittelmäßigen Journals - aber die Menge machts....

Naja, das Netzwerk richtets...

King of Pop
00
18.7.2010, 14:22
Was haben Sie vorzuweisen?

Ohne den Herrn zu kennen finde ich diese Publikationsliste für sein Alter nicht so übel.

Wäre gespannt, was Sie selbst schon so publiziert haben. Gibt es da auch irgendwo eine Liste?

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