Rund 15 Prozent der Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache erhalten muttersprachlichen Unterricht
An Österreichs Schulen herrscht große Sprachenvielfalt: Im Schuljahr 2008/09 wurden von den Kindern und Jugendlichen neben Deutsch 78 verschiedene Sprachen im Alltag vorrangig genutzt, wie eine aktuelle Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) zeigt. Die Liste reicht dabei von Albanisch über Farsi (Persisch) bis zu Schwedisch oder Yoruba, das etwa in Teilen Nigerias, Togos und Benins gesprochen wird.
Ziel: Erreichung der Zweisprachlichkeit
Ab der Volksschule wird in Österreich muttersprachlicher Unterricht für jene Kinder angeboten, die eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen oder zweisprachig aufwachsen. Gute Deutschkompetenzen der Schüler sind dabei keine Voraussetzung, dies wäre auch "nicht sinnvoll", so das Ministerium. Ziel des muttersprachlichen Unterrichts sei schließlich die Erreichung von Zweisprachigkeit; "die Gleichwertigkeit von Muttersprache und Deutsch ist anzustreben", wird aus dem Lehrplan für die Volksschulen zitiert.
Der muttersprachliche Unterricht kann je nach Schulform als verbindliche Übung (freiwillige Teilnahme, keine Benotung), Freigegenstand (freiwillig, mit Benotung) oder verbindliche Übung angeboten werden.
Im Schuljahr 2007/08 haben laut früheren Angaben des Unterrichtsministeriums rund 28.000 Schüler muttersprachlichen Unterricht erhalten, das sind rund 15 Prozent aller Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache. Das Angebot umfasst dabei 22 der 78 von Schülern in Österreich genutzten Sprachen. Dabei wird nur Bosnisch/Serbisch/Kroatisch in allen Bundesländern unterrichtet, Türkisch immerhin in acht (nicht in Kärnten). (APA)