Wien

Leiterin für neue Schule für Sozialberufe steht fest

13. Juli 2010 11:07

Ehemalige Oberschwester des Sophienspital will SchülerInnen Praxiserfahrung bieten

Ab Herbst startet in Wien eine neue Schule für Sozialberufe. Leiterin der Schule wird laut einer Aussendung Andrea Goldemund. Goldemund hat bereits als Lehrschwester im Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien als Lehrschwester gearbeitet und war zuletzt Oberschwester im Sophienspital in Wien.

In der Schule werden Fach-SozialbetreuerInnen ausgebildet. Im ersten Lehrgang, der am 6. September startet, liegt der Schwerpunkt auf Behindertenarbeit. "Unser Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler durch eine moderne und praxisnahe Ausbildung bestmöglich auf die Anforderungen dieses jungen Berufsfeldes vorzubereiten", erklärt Goldemund in der Aussendung.

Gründerorganisationen der Schule sind der Fonds Soziales Wien (FSW) und das Kuratorium der Wiener Pensionistenwohnhäuser (KWP). (red, derStandard.at, 13.7.2010)

sociovation
13.07.2010 11:39
Fach-SozialbetreuerInnen

ist eine perfide Umschreibung für das dahinter verborgene Lohndumping im Sozialbereich, von dem vor allem hoch- und höchstqualifizierte Frauen betroffen sind.
Multipliziert wird dieser Missstand durch den BAGS-Kollektivvertrag, der auf die "tatsächliche Tätigkeit" abzielt - von der Gewerkschaft sogar als "Erfolg" verkauft.
Die Folge ist, dass in sozialen Einrichtungen massenhaft Akademikerinnen (bewusst ohne Binnen-i) hochqualifizierte Arbeit zu Hilfsarbeitergehältern leisten.
Das ist nichts anderes als eine ganz hinterhältige Form der Finanzierung des Sozialsystems durch eine unsichtbare Besteuerung hochqualifzierter Frauen.
Es ist empörend, dass dieses Thema von der Frauenpolitik seit vielen Jahren ignoriert wird.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
13.07.2010 23:09
Versklavte Akademikerinnen

Wenn die Bezahlung so "unangemessen" ist, weshalb suchen sich die Akademikerinnen dann nicht andere Jobs?
Finden sie vielleicht keinen anderen Beruf, weil sie das "falsche" studiert haben (Informatikerinnen, BWLerinnen, Elektrotechnikerinnen haben kaum solche Probleme...): Aber dann waere die Bezahlung "angemessen"

Allerdings muesste man ueberhaupt diskutieren, ob "Sozialberufe" ueberhaupt noetig sind: Insoferne ist jede Bezahlung >0 ueberbezahlt.

sociovation
14.07.2010 10:23
Die Wahrheit ist,

dass wir diese Akademikerinnen für ein funktionierendes Sozialwesen brauchen, dass wir aber (noch) nicht gewillt sind, für diese Notwendigkeit angemessen zu bezahlen.
Warum sollte jemand, der in seinem Beruf Spitzenleistungen zum Wohle aller erbringt, in einen anderen wechseln?
Ich halte Ihre Ansicht für zynisch und selbstschädigend.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
14.07.2010 11:02
Brauchen wir Sozialarbeiter?

Meiner Meinung nach nicht. Insofern sind diese Akademikerinnen ueberfluessig.
Sie werden auch sonst angemessen bezahlt: Wie gesagt, Angebot und Nachfrage: Wenn sich genuegend Akademikerinnen finden, die fuer einen Hungerlohn erstklassige Arbeit leisten - warum sollte man dann mehr zahlen?

wahlzuckerl
13.07.2010 12:10
stimme in allen punkten voll und ganz zu

und zum BAGS: abgesehen vom niedrigen Lohnniveau, ist die Anrechenbarkeit von maximal 10 Dienstjahren eine Frechheit! Ab 10 Dienstjahren (und somit wertvoller Arbeitserfahrung und meist selbstbezahlten Fortbildungen) werde ich bei einem Jobwechsel bestaft! Das Ganze ist wirklich ein Misstand...
Zur Schule: sehr fraglich, ob es ein ein Vorteil ist, wenn der zukünftige Arbeitgeber gleichzeit Ausbildner ist.

zwergleviathan
13.07.2010 11:51
also erstaunlicherweise betrifft

das auch MÄNNER (mir ist selbst ein Abgänger einer einschlägigen Schule bekannt)

also machen wir keine sexuelle Diskriminierung aus einer wirtschaftlichen

oder kennen sie einen männlichen Sozialberufler der ein angemessenes Gehalt bezieht? den werden sie ebensowenig finden wie eine weibliche gutbezahlte Sozialarbeiterin...

daß sie hier nur Frauen diskriminiert sehen wollen statt einer ganzen "Branche" ist ja einmal mehr Zeugnis für die tatsächliche Intention...

Feminismuspolemik aufgrund behaupteter Frauendiskriminierung...

Frauen brauchen Förderung, Feministinnen die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes

sociovation
14.07.2010 10:21
Die traurige Wahrheit, die sie ansprechen ist,

dass selbstverständlich die (wenigen) Männer in den Sozialberufen von dieser geschlechtsspezifischen Diskriminierung mit betroffen sind.
Daher fehlen Männer in diesen Berufen (von der Kindergartenpädagogik bis zur Altenpflege) ja auch so sehr an allen Ecken und Enden.
Der BAGS gehört aber nicht abgeschafft, sondern im Sinne Pröllscher Leistungsgerechtigkeit an die tatsächlich erbrachten Leistungen angepasst.
Und das wird Pröll und der eliäre Zweig des Feminismus zu verhindern versuchen, weil dann Männer und Frauen in typischen Männerberufen erheblich mehr Steuern zahlen müssten.
M.a.W.: Pröll stehe in dieser Frage in erheblichem Widerspruch zu seiner eigenen Idee der Leistungsgerechtigkeit. Das gehört aufgedeckt.

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