Behörden nehmen mehrere verdächtige Personen fest - Regierungssprecher: Nicht detonierter Sprengstoffgürtel gefunden
Kampala - In Uganda hat die
Polizei nach
den Bombenanschlägen während des WM-Finales mehrere Verdächtige
festgenommen. Außerdem fanden die
Sicherheitskräfte am
Montagabend in Makindye, einem Vorort der
Hauptstadt Kampala,
einen nicht detonierten Sprengstoffgürtel. Daran seien Spuren
entdeckt worden, die mit denen vom Tatort in Kampala
übereinstimmten, sagte Polizeichef Kale Kayihura am Dienstag.
Wie viele Verdächtige festgenommen wurden und woher sie
stammten, sagte er nicht. Die Polizei
erklärte, die
Sprengstoffweste sei eher konstruiert worden als eine Bombe, die
platziert werden sollte, und weniger als ein Sprengsatz, den ein
Selbstmordattentäter an seinem Leib zünden würde.
Bei den
beiden zeitgleichen Anschlägen in Kampala waren am
Sonntagabend mindestens 74 Menschen getötet worden. Kayihura
sprach sogar von 76 Toten. Opfer wurden Fußball-Fans, die in
einer Bar und einem Restaurant das Endspiel im Fernsehen
ansahen. Zu der Tat bekannten sich
islamische Extremisten der
somalischen Al-Shabaab-Miliz. Sie protestierten damit nach
eigener Darstellung gegen die
Anwesenheit ugandischer und
burundischer Truppen in Somalia.
Koordinierte Anschläge sind
das Markenzeichen der
Extremistenorganisation Al-Kaida und Gruppen, die
mit ihr in
Verbindung stehen. Sollte hinter den Anschlägen in Kampala
tatsächlich die somalische Al-Shabaab
stecken, wäre es das erste
Mal, dass sie ihren Machtkampf gegen die
Zentralregierung im
eigenen Land auch im Ausland führt. Al-Shabaab hatte mehrfach
mit Anschlägen in Uganda gedroht. (Reuters)