WebStandard-Preview

Kinect für Xbox 360: Spielerevolution oder EyeToy 2.0?

Zsolt Wilhelm, 13. Juli 2010, 11:32

Der WebStandard hat sich die Kamerasteuerung und die ersten Spiele angesehen

Unter Konsumenten ist Microsofts Konsole Xbox 360 für ihr ausgeprägtes Angebot an so genannten Hardcore-Spielen, wie Shooter, Rennspiele oder Action-Titel bekannt. Nach dem Vorbild des Marktführers Nintendo, der mit dem intuitiven Steuerungskonzept der Wii neue Zielgruppen ködern konnte, will der Rodmonder Konzern ab November des Jahres mit "Kinect" eine Großoffensive auf eben diese breite Masse der Gelegenheitsspieler starten. Die Idee dahinter zehrt von einem schon viele Jahre bekannten Konzept, dass Sony zur Jahrtausendwende bereits mit "EyeToy" für PlayStation 2 verfolgte: Anstatt einen Controller zur Steuerung von Spielen einzusetzen, erfasst eine Kamera die Bewegungen des Körpers und macht so den Menschen selbst zum Controller. Wie berichtet, nutzt "Kinect" allerdings fortgeschrittenere Infrarotsensoren anstelle einer einfachen RGB-Kamera und erlaubt damit eine deutlich feinere Erfassung der Bewegungen.

Am Montag präsentierte Microsoft Demos zu 6 der 15 zum Start erhältlichen Kinect-Spiele, um Österreichischen Journalisten einen Eindruck zu vermitteln, was man sich von der neuen Technologie und der Software erwarten kann. Der WebStandard hat sich angesehen, ob Kinect das Zeug zur Spielerevolution hat oder mehr ein EyeToy 2.0 ist. Zu Bedenken ist dabei, dass alle gezeigten Werke sich noch zumindest bis Herbst in Entwicklung befinden, die Hardware stand bereits in der finalen Version zur Verfügung.

Was kann die Technik und was kann sie (noch) nicht?

Der Infrarotsensor von Kinect registriert den menschlichen Körper dreidimensional, also auch in der Tiefe, und erkennt die Bewegungen an 24 kritischen Punkten wie den Gelenken an Armen und Beinen. Durch den Einsatz von Infrarot ist die Erfassung unbeeinträchtigt von den Lichtverhältnissen. Der benötigte Abstand zur Kamera variiert je nach dem, ob der ganze Körper oder nur eine bestimmte Partie zum Einsatz kommt. Unternehmensangaben nach funktioniert Kinect mit Abständen von 1,5 bis 3,5 Metern, wobei die Tester bei der Präsentation in Wien angehalten wurden auf einer fixen Platzierung etwa drei Meter von der Kamera entfernt zu bleiben. Die Registrierung der maximal zwei gleichzeitig agierenden Spieler erfolgt in Sekunden, die Software merkt sich auch, wer registriert wurde und kommt so nicht in Konflikt mit Personen oder Gegenständen, die sich im Hintergrund befinden oder das Blickfeld kreuzen.

Zumindest in der jetzigen Form ist Kinect nicht in der Lage, feinere Details wie die Finger zu erkennen. Das registrierte Bild vom Spieler sieht für die Xbox 360 in etwa wie eine mit Wachs übergossene Figur aus. Unter den präsentierten Spielen befand sich keine Herausforderung, die Feinmotorik erfordert. Auch die Menüführung geschieht mit der ganzen Armpartie. Ähnlich wie bei EyeToy werden Schaltflächen mit "Draufhalten" oder "Schieben" aktiviert. Die neben dem Infrarotsensor eingebaute VGA-Kamera diente in der Demo, um Fotos und Videos während den Spielen zu schießen. Das eingebaute Mikrofon soll später auch Sprachbefehle ermöglichen. Laut Microsoft bemühe man sich auch um die Lokalisierung der Spracheingabe. Ob man gleich zum Start auf Deutsch mit der Xbox "sprechen" kann, ist noch nicht sicher. Zur Umsetzung greife man auf die Teams der Windows-Sprachsteuerung zurück.

Von Kopf bis Fuß in Aktion

Das gezeigte Portfolio an Spielen umfasste mit "Kinect Adventures", "Kinect Sports", "Kinectimals", "Dance Central", "Your Shape" und "Joy Ride" im Grunde alle Genres, die zum Start des Gerätes Ende 2010 verfügbar sein werden. Microsoft selbst betont, damit recht breit aufgestellt zu sein, der Fokus liegt aber trotz jeweils unterschiedlicher Inhalte ganz klar auf Fitness, Party und Sport. Das liegt auch daran, dass selbst ein Rennspiel wie "Joy Ride" und oder das virtuelle Haustier "Kinectimals" so viel körperlichen Einsatz abverlangen, dass man nach wenigen Runden ins Schwitzen gerät. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es zwar möglich sein, bestimme Spiele und Funktionen (etwa die Menüführung) im Sitzen zu absolvieren, zum überwiegenden Teil der Zeit wird Kinect Anwender aber ordentlich auf Trab halten.

Springen, laufen, ducken, schlagen

Die Demos zu "Kinect Adventures" und "Kinect Sports" fassten in unterschiedlichen Herausforderungen für Kinect typische Bewegungsmuster zusammen. Mal ging es in einem Floß darum, einen Fluss-Parcours abzufahren oder auf einer Art Achterbahn Hindernissen auszuweichen. Ein anderes Mal konnte man sich im Hürdenlauf beweisen oder in einer Mischung aus Squash und Arcanoid sich die Bälle um die Ohren schlagen. Das Floß wird beispielsweise mit Schritten nach links und rechts manövriert, Schanzen mit Sprüngen überwunden. Beim Hürdenlauf muss man am Stand laufen und mit der Frequenz der Knie und Arme das Tempo bestimmen. Auf der Achterbahn geht es darum, Hindernissen mit Ducken, Springen und Seitwärtsbewegungen auszuweichen.

In ihrer derzeitigen Fassung wiesen sämtliche Bewerbe von "Sports" und "Adventures" noch sehr deutlich merkbare Verzögerungen auf. So dauert es sichtlich bis das Spiel auf eine Schmetterbewegung des Spielers reagiert. Der gesteuerte Avatar macht zwar zur meisten Zeit alle Bewegungen des Körpers mit, tut dies allerdings erst einige Zehntelsekunden später. Laut Microsoft würde dies den Spielspaß bei derartigen Titeln nur wenig trüben, dem ersten Eindruck nach zu urteilen mindert hier die technische Limitierung aber die Motivation, sich spielerisch zu verbessern, weil es oft nicht an einem selbst, sondern an der Umsetzung scheitert. Vom Spielprinzip an sich erinnern die beiden Titel stark an Werke, wie man sie schon auf der PS2 und EyeToy gespielt hat, wenngleich die technische Realisierung weit besser funktioniert.

Tanzen und Trainieren bis der Arzt kommt

Kompletter bzw. ausgereifter wirkte Harmonix (Guitar Hero) Werk "Dance Central". Das Spiel führt über einen virtuellen Trainer Tanzschritte vor, die der Spieler zu bekannten Popsongs nachahmen muss. Der Schwierigkeitsgrad wird sowohl durch die Frequenz der Schritte als auch über die Art der Moves bestimmt. Im Test klappte das bereits in der Vorversion ausgezeichnet. Eine zeitliche Verzögerung, wie bei den vorangegangenen Titeln, war nicht erkennbar. Der Vorteil für die Entwickler, den "Dance Central" gegenüber Umsetzungen wie "Kinect Sports" allerdings hat, ist, dass nur ein Spieler erkannt wird und die Bewegungen des Spielers nicht über einen Avatar angezeigt werden. Das Spiel setzt somit mehr auf eine Gestensteuerung, als auf eine 1 zu 1-Erfassung.

Das Fitnessspiel "Your Shape", das es in einer anderen Form auch für die Wii gibt, war der einzige Titel, der durch seine genaue Umsetzung der Bewegungen begeistern konnte. Der Spieler wird wie einleitend beschrieben etwas rudimentärer, aber erkennbar 1 zu 1 in der virtuellen Turnhalle abgebildet und muss von Yoga- bis Kampfsportübungen diverse anstrengende Aufgaben absolvieren. Eine Trainerin gibt nützliche Anweisungen und am Ende jeder Übung wird belohnend der Kalorienverbrauch angezeigt. Weshalb "Your Shape" so vieles besser funktioniert, als die ersten beiden gezeigten Titel, kann von außen nur schwer begründet werden. Offensichtlich ist aber, dass hierbei eine wesentlich reduziertere grafische Gestaltung als etwa bei "Kinect Adventures" zum Einsatz kommt. Vielleicht können hier überschüssige Ressourcen mehr auf die Berechnung der Bewegungen angesetzt werden.

"Dance Central" und "Your Shape" waren nicht nur die am besten funktionierenden Demos, sondern gleichzeitig auch die einzigen Titel, die bewiesen haben, dass derartige Spieler deutlich besser mit Kinect funktionieren als mit bisherigen Motion-Controllern. Es macht schlicht mehr Sinn, bei Tanz und Fitness den ganzen Körper zu erfassen.

Autofahren ohne Lenkrad und die Luft streicheln

Persönlich gesprochen am wenigsten Überzeugen konnten "Joy Ride" und "Kinectimals". In "Joy Ride" fährt man auf kunterbunten Rennstrecken ein Auto, das man durch gemimte Lenkbewegungen seiner Fäuste steuert. Gas geben oder Bremsen muss man nicht, der Boost wird per heftigem Stoß nach vorne gezündet, gedriftet wird mit einem Hüftschwung. Die Lenkung funktioniert, allerdings macht sie deutlich, weshalb bestimmte Spielerlebnisse sich immer besser mit einem echten Controller anfühlen werden. Die Haptik fehlt komplett, genauso wie das Feedback vom gesteuerten Vehikel. Auch wirkten das Spiel und die Steuerung auf Schauzwecke ausgerichtet zu sein, weshalb die fahrerischen Grenzen kaum ausgelotet werden konnten.

"Kinectimals" bringt nach "Nintendogs" und "EyePet" auch ein virtuelles Haustier auf die Xbox 360. Anstatt mit dem virtuellen Kätzchen aber richtig zu interagieren, ging es in der Demo hauptsächlich darum, dem Tier eine Figur oder eine Bewegung vorzuzeigen, die der Vierbeiner dann nachahmte. Im Gegensatz zu EyePet wird der Spieler hierbei auch nicht im Spiel abgebildet. So hat man abseits der fehlenden Haptik auch kein unmittelbares visuelles Feedback von der Interaktion mit dem Tier. Natürlich kann sich bis zum Marktstart auch bei "Kinectimals" noch vieles ändern, in seiner jetzigen Form wirkt es mehr wie ein Spiel für ganz junge oder vielleicht nicht so anspruchsvolle Kinder.

Potenzial und Limitierungen

Die eineinhalbstündige Kinect-Demo war in vieler Hinsicht sehr aufschlussreich. Sie hat zum einen gezeigt, dass die Technologie funktioniert und zum anderen eine Vorstellung davon gegeben, wo Kinect einzureihen sein dürfte. Auch hat sich gezeigt, dass das Gros der Videospiele wohl noch lange besser mit Tasten und Controllern erlebt wird. Oft wirkt eine Geste weitaus umständlicher und unnatürlicher, als der Druck auf einen Knopf oder die Betätigung eines Abzugs. Von den sechs präsentierten Werken wies wenig auf die mancher Orts erhoffte Spielerevolution hin, viel mehr könnte sich Kinect als sinnvolle Erweiterung für das Portfolio der Xbox 360 erweisen. Strategiespiele oder tiefgreifendere Erlebnisse werden ob der mangelnden Präzision wohl nicht so leicht umzusetzen sein, doch gerade für Tanz und Fitness wirkt Kinect wie geschaffen.

Etwas enttäuschend mag sein, dass die gezeigten Spiele sehr stark an bereits existierende Titel auf anderen Plattformen erinnern. Zumindest lässt das eine große Zugpferd noch auf sich warten, dass Kinect auch inhaltlich von den Konkurrenzplattformen klar unterscheidet und Konsumenten davon überzeugen könnte, sich nicht nur Kinect, sondern auch eine passende Xbox 360 zu kaufen. Aus jetziger sich dürfte dieses Potenzial noch am ehesten "Dance Central" und "Your Shape" zuzuschreiben sein. Es wird allerdings nicht leicht fallen, sich gegen die deutlich billigere Wii durchzusetzen, die viele der gezeigten Erlebnisse bereits jetzt schon bietet. So verlockend das "controllerlose Spielen" in den Köpfen der Marketingexperten auch sein mag, für Microsoft wird der Erfolg letztendlich stark vom Preis abhängen: Kinect wird ab 10. November in Europa verfügbar sein und zusammen mit dem Spiel "Kinect Adventures" 149,90 Euro kosten. Das Bundle mit Xbox 360 4GB, Kinect und "Kinect Adventures" wird mit 299,90 Euro zu Buche schlagen.

(Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 13.7.2010)

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1 2
Spartaner13
22
18.7.2010, 03:30
Eine Mode-Erscheinung.

Ähnlich wie das unnötige 3D-Zeugs ist auch die Gestensteuerung. Der Controller (bzw. Maus) wird weiterhin das Eingabegerät Nr. 1 bleiben.

Das hier nun keine wirklich neuen Spiele am Start sind liegt sicherlich darin, dass es heute echt schwer ist, was neues zu schaffen. Es steckt schon so viel Geld dahinter. Ein Flopp kostet sehr viel Geld. Ich denke da zB an Dungeon Keeper udgl.

Momentan kann man den Kunden wohl nix neues andrehen außer BR, 3D und Gestensteuerung. Wie wärs mit neuen, noch nie dagewesenen Spielen?

derEismann
00
27.7.2010, 14:11

Also Dungeon Keeper war für mich kein Flopp :), habe ich sehr lustig gefunden.

Spartaner13
00
27.7.2010, 14:41
ärgerlich

ich hab dies nicht so korrekt vorhin geschrieben - Dungeon Keeper zählt zu meinen absoluten Lieblingsspielen - es war also nicht böse gemeint. Ich meinte nur mit Flop damit, dass es zwar einen 2. Teil gab, aber dann war nix mehr davon zu sehen. Ich würde mich sehr über einen neuen Teil von Dungeon Keeper freuen.

Mathias
 
01
21.7.2010, 11:44
Wie wärs mit neuen, noch nie dagewesenen Spielen?

"Master of Orion 2" für Babylon 5 oder Star Wars Universum? Das wäre doch mal eine tolle Idee. Vor allem Simulatoren oder Strategiespiele ;-)

derEismann
00
27.7.2010, 14:10

Die Master of Orion Serie hat sich doch leider selber aus dem Verkehr gezogen, da der Nachfolger (was MOO 3 oder 2?) viel zu kompliziert war. Ich habe jedenfalls den Vorgänger (ob zwei oder eins, ich weiß es nicht mehr) richtig verschlungen und sehr oft durchgespielt, jedoch den Nachfolger wollte ich mir nicht antun (da mir der Aufwand für eine Freizeitbeschäftigung zu viel war, da hab ich damals lieber für mein Studium gelernt als das dicke Manual zu durchforsten).

Ist übrigens heute auch nicht anders, da mein Job anspruchsvoll genug ist, suche ich mir für meine Freizeit eher weniger anspruchsvolle Spiele zur Zerstreuung. Ich hab einfach nicht die Zeit und den Nerv 4-6 Stunden zusätzlich pro Tag vorm Computer zu sitzen.

Spartaner13
00
27.7.2010, 14:45

Master of Orion 3 war eher eine Tabellenkalkulation - ziemlich enttäuschend, wenn man den grenzgenialen 2. Teil kennt.

Mir ging es ähnlich wie dir (ihnen). Habe dann meinen Job gewechselt und mein Leben umgestellt. Heute gehts viel besser und es ist noch Zeit für PC & Co.

Spartaner13
00
21.7.2010, 12:10

Die Idee wäre super - allerdings sind die Babylon5 und StarWars-Fans weniger, als man glaubt. Die jüngeren Leute kennen Babylon 5 gar nicht und StarWars ist auch schon fad. So ein Spiel wird sich also nicht so gut verkaufen. Die Leute wollen wem abknallen, Blut. Diese Spiele verkaufen sich super.

WeltEnSTurm
00
14.7.2010, 10:28

Erkennt keine einzelnen Finger? Nicht toll.

Mr.Smith
14
14.7.2010, 10:31

Den Hernn in Rot kenn ich doch. Ist das nicht der HC ?

DieFizinuss
20
13.7.2010, 16:06

..das problem scheint wohl v.a. die veraltete hardware der 360 zu sein...MS hat wohl nicht mehr allzu viel zeit, bis die nächste hardware konsolengeneration eingeläutet werden muss..man kann nur hoffen, dass kincet so vorausschauend desigend wurde, dass es auch für die zukünftige xbox generation 100% einsetzbar ist.

Jon Steinberg
02
13.7.2010, 23:52
Warum veraltet?

Eigentlich bietet die aktuelle Konsolengeneration doch noch mehr als genug Power. Wenn man sich zB Red Dead Redemption auf der 360 anschaut, weiß man, dass die aktuelle Generation schon noch ein paar Jahre schafft, ohne alt auszusehen.

Spartaner13
00
18.7.2010, 03:32

Richtig. Eine neue Grafikkarte in der 360er würde Wunder wirken, aber so läuft eine Graifk wie auf einem Standard-PC. Ein High-End-PC hat natürlich eine schönere Grafik - aber hier ist wieder die Frage - ist Grafik alles?

SagServus
00
19.7.2010, 09:15

Grafikkarte braucht man eigentlich gar keine neue.

Bei beiden Konsolen (XBox 360 und PS3) liegt das Problem eher am Arbeitsspeicher.

Da könnte eine Aufrüstung nicht schaden.

Spartaner13
00
20.7.2010, 12:22

Könnte - aber dies ist leider unmöglich. Wobei im Punkto RAM die 360er einen kleinen Vorteil haben könnte, da man ihre 512 MB variabel einsetzen kann.

Jedoch hab ich mir von anfang an bei beiden Konsolen gedacht, dass 512 MB nicht so optimal sind. Aber solange die Spiele so gut aussehen, wie sie grad eben aussehen, ist dies eh hinfällig.

The Alien
 
00
14.7.2010, 09:13
System-Design-Frage

Im Prinzip könnte man die Bewegungs-Erkennungs- und Auswerte-Rechenleistung auch in den Sensor integrieren und so die Konsole entlasten.

Damit würde zwar der Sensor teurer, aber die Konsolo bliebe länger "nutzbar", da sie sich wie bisher nur um die Umsetzung im Spiel, nicht aber um die Bewegungsanalyse kümmern müsste.

Das technisch "inferiore" Systemdesign mit einem relativ günstigen "unintelligenten" Sensor und Verwendung der Rechneleistung der Konsole hat wohl marketingtechnische Gründe.

Also: technisch lösbar wäre das Thema auch auf Basis der aktuellen xBox360 - nur ob MS's Marketingabteilung das will (und die Kunden es annehmen), ist zu bezweifeln.

SagServus
00
14.7.2010, 09:19

Die Frage ist ob ein billigerer Preis unter marketingtechnische Gründe fällt oder nicht.

Denn die von dir beschriebene Lösung die Rechenleistung für die Auswertung in die "Sensorbar" zu integrieren, war ja zuerst angedacht, wurde dann aber wieder verworfen.

Ich vermute das die Kamera sonst wirklich zu teuer geworden wäre wenn man jetzt schon von 150€ ausgeht.

The Alien
 
00
14.7.2010, 09:56

Für mich als Technophilem ist "Marketing-Logik" mit technisch eindeutig inferioren Lösungen oft schwer nachvollziehbar.

Geben Kunden wirklich lieber 150€ für etwas aus, dass dann halt so-la-la funktioniert, statt 200€ zu investieren, für etwas, das deutlich besser funktioniert?

Wahrscheinlich ein Symptom unserer gesellschaftlichen "Quantität statt Qualität"-Grundhaltung.

sicsche
00
14.7.2010, 12:55

Fragt sich obs wirklich mit 200 Euro statt 150 getan gewesen wäre oder das integrieren der eigenen CPU (und somit auch ein paar anderer Komponenten) stärker am Preis ausgewirkt hätte.

Ich gehe aber mal davon aus das man beim Nachfolger bereits die CPU integrieren wird.

The Alien
 
00
14.7.2010, 20:08

Ich bin sicher, auch ein "günstige" Realisierung wäre technisch möglich gewesen, allerdings wahrscheinlich mit geringerer Marge (und das hätte die Shareholder vergrämt) - da ja an der Konsole nicht so viel zu verdienen ist, wird beim Zubehör abgecashed.
Daher wohl: so billig wie möglich in der Fertigung und so teuer wie gerade noch durchsetzbar im Verkauf.

Ich persönlich warte auf die "full body" Controller - aber funktionieren muss das Zeug (und zwar präzise, nicht so, wie bei der Wii).
Preis: nicht so wichtig.
Bei "Eingabegeräten" (Maus, Tastatur, Controller, etc.) sparen ist so, wie beim Sofa beim Sitzkomfort sparen - nicht hochgradig intelligent!
Wer kauft schon gerne (auch billiger) etwas, das dauernd nervt und nicht gut funktioniert?

sicsche
00
14.7.2010, 22:10

Also mWn wrd sowohl bei Move als auch Kinect auch brav subventioniert. Da gehts mal drum Hardware basis bei den Casuals zu schaffen um dann bei Spielen zu kassieren. Da wird wie beim Launch einer Konsole vorgegangen. hardware "verschenken" und an Spielen verdienen.

Bzw Full Body Controll -> siehe oben ^^ geben tuts as schon, nur die Software Seite is noch bei weitem nich ausgereift. Peinlich für MS ist nur das 3rd Partys (Harmonix bzw Ubisoft) es scheinbar schon besser verstehen mit den bisherigen APIs zu arbeiten als die MS Game Studios.

SagServus
00
13.7.2010, 16:10

Das Problem waren wohl eher die Vorstellungen was das Ding machen kann/soll und die daraus resultierenden Herstellungskosten.

Möchte nicht wissen wieviel Kinect kosten würde wenn die die Kamera-CPU nicht gestrichen hätten und die Arbeit nicht von der Box übernommen werden mussten.

habitus
00
13.7.2010, 16:06

racer alleine mit handbewegungen steuern. werden die ffb-effekte per telekinese übertragen?
also egal ob kinect oder move, solche arten von racern sind nix für mich. bleib beim lenkrad, das ist wenigstens noch mit etwas arbeit verbunden..

Spartaner13
01
18.7.2010, 03:35

Ich bin mir sicher, hier sollen eher Gelegenheits-Gamer angesprochen werden - also voll arcarde ... mit Gestensteuerung.

Seitdem ich bei GT1 damals die Vibrationen bei den Randsteinen usw gefühlt habe, ist dies nicht mehr weg zu denken :-)

m.schmidler
00
13.7.2010, 15:52
Bezüglich Preis

ist Kinect doch um einiges besser als das Playstation Move-Zeugs, bei dem man für jede Spiele-Art wieder einen neuen Controller kaufen muss... bei mehreren Spielern dann natürlich auch mehrfach.

Da kommen locker mehr als 150€ zusammen.

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