Ex-Außenministerin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir als Chefermittlerin nominiert
Reykjavik/Stockholm - Die frühere isländische
Außenministerin Ingibjörg Sólrún Gísladóttir ist als Leiterin einer
geplanten Untersuchungskommission der UNO zu dem Angriff der
israelischen Armee auf einen Hilfskonvoi für den Gaza-Streifen
vorgesehen. Gisladottir bestätigte am Montag gegenüber der
Tageszeitung "Morgunbladid", der Präsident des
UNO-Menschenrechtsrates sei mit einem entsprechenden Vorschlag an sie
herangetreten.
Gisladottir betonte jedoch, es sei immer noch unklar, ob die
geplante UNO-Untersuchung überhaupt zu Stande kommt. Die
Angelegenheit sei "heikel". Es müssten "viele Standpunkte
berücksichtigt werden". Medienberichten zufolge will die UNO ein
Sonderkomitee zur Untersuchung des Angriffs der israelischen
Streitkräfte auf jenen internationalen Hilfskonvoi im Mittelmeer ins
Leben rufen, bei dem am 31. Mai dieses Jahres neun türkische
Aktivisten getötet wurden.
Die israelische Regierung lehnt eine internationale
Untersuchung
des Vorfalls ab und hat eine Untersuchungskommission etabliert, die
aus drei israelischen Mitgliedern und zwei ausländischen Beobachtern
besteht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat
laut Medienberichten vergangene Woche bei einem Treffen mit
UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon in New York erneut das israelische
Missfallen über die Pläne der UNO zur Einrichtung einer
Untersuchungskommission deponiert. (APA)