Roter Bezirk mit jüdischer Vergangenheit

12. Juli 2010, 16:32
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    Seit 1900 ist die Brigittenau ein eigenständiger Bezirk. Im Jahr 2000 wurde der "Millennium Tower" errichtet.

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    Ergebnis Brigittenau Gemeindeswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Ergebnis Brigittenau Bezirksvertretungswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Der Bezirksvorsteher heißt Hannes Derfler (im Bild rechts). Er löste 2008 Karl Lacina, der fast 21 Jahre lang dem 20. Bezirk vorstand, ab.

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    Die Gegend um den Wallensteinplatz war vor dem 2. Weltkrieg jüdisch geprägt.

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    Demonstration gegen das Islamzentrum in der Dammstraße mit Heinz-Christian Strache.

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    Kleinkunst in der Brigittenau im "Vindobona".

In der Brigittenau, seit jeher von der SPÖ regiert, macht sich Widerstand gegen ein Islamzentrum breit

Vielen ist es wahrscheinlich gar nicht bewusst, aber lebt man in der Brigittenau kann man sich einen Insel-Bewohner nennen. Gemeinsam mit dem zweiten Bezirk, der Leopoldstadt, bildet der 20. Bezirk eine Insel, begrenzt von Donaukanal und Donau.

Die Brigittenau war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Teil der Leopoldstadt. Erst 1900 wurde sie als eigenständiger Bezirk gegründet.

Jüdische Vergangenheit

Den 2. und 20. Bezirk verbindet auch die jüdische Vergangenheit und Kultur. Der auch als "Mazzesinsel" bezeichnete Stadtteil war eine beliebte Wohnadresse für nach Wien zugewanderte Juden. Von rund 200.000 in Wien lebenden Juden waren 1923 rund 17.500 in der Brigittenau ansässig. Zum damaligen Zeitpunkt waren das 18 Prozent der Bezirksbevölkerung.

Nur in der Leopoldstadt, am Alsergrund und der Inneren Stadt gab es einen höheren Anteil an jüdischer Bevölkerung. Vor allem der Bereich zwischen Wallensteinplatz und Donaukanal, die sogenannte "Alt-Brigittenau", war geprägt vom jüdischen Leben. Es gab zahlreiche Geschäfte, Kaffeehäuser, Gewerbebetriebe, die von Juden geführt wurden. Bis 1938, als vom 20. Bezirk aus die Deportation der Juden begonnen hat.

Große Synagoge völlig zerstört

Im Gegensatz zur Leopoldstadt wurde nach dem Ende des zweiten Weltkrieges jedoch nicht das traditionelle Jüdische wieder aufgebaut. Und das, obwohl viele Juden das Bild der Brigittenau geprägt hatten.

Vor dem zweiten Weltkrieg stand in der Kluckygasse eine der größten Synagogen der Stadt. Sie wurde in den Jahren 1899/1900 nach Plänen von Jakob Gartner errichtet und während der Novemberpogrome 1938 zerstört. Später wurde an der Stelle ein Wohnhaus erbaut. Seit dem 10. November 2008 erinnert eine Gedenktafel an die ehemals größte Synagoge in der Brigittenau.

Hoher Ausländeranteil

Der Bezirk steht für Multi-Kulti. Der Ausländeranteil lag 2009 mit 27,1 Prozent klar über dem Wiener Schnitt (20,1 Prozent). Den höchsten Anteil an Zuwanderern stellen die Staatsbürger aus Serbien und Montenegro, gefolgt von den Türken, Polen, Bosniern und Kroaten.

Auffällig in der Brigittenau ist auch der niedrige Altersschnitt. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt bei 39,8 Jahren, der Wien-Schnitt bei 41,0.

Konsumtempel an der Donau

Für die junge Bevölkerung - nicht nur der Brigittenau, sondern auch jener aus den anderen Bezirken - wurde im Jahr 2000 der Konsumtempel "Millennium City" mit dem 171 Meter hohen "Millennium Tower" an der Donau erbaut. Damals handelte es sich dabei um das vierthöchste Gebäude Europas. Die Millenniumscity beinhaltet ein Kino, viele Geschäfte, Lokale und auch Büros.

Rote Brigittenau

Regiert wird die Brigittenau seit jeher von der SPÖ. Und meistens regierte die SPÖ mit einer absoluten Mehrheit. 

Erst einmal gelang es der FPÖ, die Absolute Mehrheit der Roten zu brechen. Und zwar 1996, als die FPÖ 31 Prozent der Stimmen erreichte. In den Folgejahren eroberte die SPÖ die Stimmen allerdings wieder zurück. Bei der letzten Wien-Wahl im Jahr 2005 kam die SPÖ auf 56,6 Prozent, die FPÖ auf 16,6 Prozent. Die Grünen landeten mit 12,2 Prozent auf Platz drei, noch vor der ÖVP, die auf 11,5 Prozent der Stimmen kam.

Bezirksvorsteher ist seit 2008 Hannes Derfler (SPÖ). Der gelernte Industriekaufmann ist seit 1995 SPÖ-Bezirksrat, wurde dann stellvertretender Bezirksparteivorsitzender und 2004 Bezirksvorsteher-Stellvertreter. Die Bezirkschefs von FPÖ, Grünen und ÖVP heißen Gerhard Haslinger, Ruth Dögl und Wolfgang Aigner.

Widerstand gegen Islamzentrum

Schlagzeilen machte die Brigittenau in den vergangenen Jahren mit einer Bürgerinitiative, die gegen ein Islamzentrum in der Dammstraße kämpft. Die "Bürgerinitiative Dammstraße" erhält Unterstützung von FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Das seit 1996 bestehende Islamzentrum beinhaltet Seminar- und Gebetsräume und soll um drei Etagen aufgestockt werden, wo etwa Büros, Wohnungen und ein Kindergarten einziehen werden. Dagegen macht sich Widerstand breit.

Mehrere Demoaufrufe - wo dann hunderte Teilnehmer aufmarschierten - hatte auch die Wiener FPÖ unterstützt.

Straßenbahn statt Autobus

Die Grünen engagieren sich im Bezirk unter anderem für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes. Sie haben kürzlich ihre Kampagne für die Wiedereinführung der Straßenbahnlinie 11 gestartet. Diese solle die "ständig überfüllte" Buslinie 11A vom Stadion bis zum Friedrich-Engels-Platz in den Bezirken Brigittenau und Leopoldstadt ersetzen.

Dieser Plan wurde aber sogleich von der SPÖ abgeschmettert. Bezirksvorsteher Derfler kritisierte "nicht durchdachte, undurchführbare Phantasien". Die SPÖ habe ohnehin schon Verbesserungen herbeigeführt: Die Linie 11A wird ab Oktober zum Teil durch die Linie 11B ergänzt. Derfler warf den Grünen "Ideenlosigkeit" vor, und dass sie "nach den vielen Schlagzeilen über das Chaos in ihrer Partei wohl dringend Sympathiepunkte sammeln wollen." (rwh, derStandard.at, 13.7.2010)

Infos zum Bezirk:

Wahlberechtigte: 51.200 (Stand 2005)

Bezirksvorsteher: Hannes Derfler (SPÖ)

Bezirksvertretung: SPÖ 31, FPÖ 9, ÖVP 6, Grüne 6

Kommentar posten
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blickwinkel101
 
00
30.7.2010, 14:00
viel potential

Ich finde, dass die Brigittenau das höchste Potential aller Bezirke hat. Der Bezirk ist zentral gelegen und gut mit den Öffis erschlossen. Die meisten Strassen sind begrünt und mit Baumalleen gesäumt. Es gibt etliche Naherholungsgebiete vor der Haustür (Donau, Augarten, Donaukanal, Donaupark..). V.a in Zwischenbrücken (an der Donau) wird städtebaulich viel getan. Etliche Häuser werden saniert und viele Neubauten zu sehen, die die Blockrandverbauung erhalten. Auch der Teil um den Wallenstein- und Gaußplatz ist vom Stadtbild her interessant. Einzig der nördliche Bezirksteil (ab adelbert stifter str) ist vom Stadtbild sehr inhomogen und "verschandelt".

ausführliche Eindrücke: http://www.wohneninwien.at/fotos/ind... .php?cat=3

Gut und dann...?
11
26.7.2010, 15:23
Aber wählt doch den Strache, dann ist er wenigstens schnell weg vom Fenster!

Die Jugend weiß nicht, was da vor Kurzem los war mit schwarz/blau und dass an den Schulden und den EUROfighter noch die Urenkel knabbern werden!
Die Älteren haben es auch schon vergessen, also müssen sie es noch einmal am eigenem Leib erfahren!
http://chaospolitiker.npage.at/ zeigt es auf!
Der Strache ist auch kein NAZI und hat sich auch nie beschäftigt mit dem "christlichen Abendland und den Gutmenschen" dass sind ja Ausdrücke die man in der Schule schon lernt.
Der Mölzer ist bei der EU und war auch früher bei der Aula Zeitung und die Leute haben ihn gewählt.
Er hat ja auch bei der EU die tollsten Erfolge, es gibt viel mehr Klopapier jetzt wo er bei Entscheidungen immer am WC sitzt!
Die EU ist halt für die Machtübernahme im Weg!
Macht nur!

dejanowitsch
01
18.7.2010, 18:03
Die werden uns noch die ungarischen Jobbiks herein holen!

http://diepresse.com/home/poli... 5/index.do

Man muss etwas gegen die Kärntner Parlamentarierer und Strache/Kickl tun!
Jetzt kommen die schon zu uns auf Besuch zur FPÖ, alles wegen ein paar depperte die nichts verstehen!

Asy
14
14.7.2010, 19:19
Allerheiligenplatz

Hatte dort Anfang der 90er meine erste Wohnung und war vor kurzem mal wieder in der Gegend. Ein Musterbeispiel verfehlter Integrationspolitik. Zum Glück bin ich beruflich sehr erfolgreich und habe inzwischen ein Haus im 19ten :)

Knochenmann
30
16.7.2010, 11:39

So erfolgreich können Sie nicht sein wenn Sie immer noch in Wien sind.

eleon
33
14.7.2010, 11:35

ich vermisse den absolut essentiellen hinweis, dass es beim PRINDL den BESTEN TOPFENSTRUDEL in der nördlichen hemisphäre gibt.

und ich hab sie alle getestet.

täglich frisch um ca 1:30pm

leitfaden
00
14.7.2010, 12:12

könnten's für nicht-brigittenauer eine genauere ortsangabe beisteuern?

jumpingjack flash
00
15.7.2010, 08:15

am gaussplatz, dort wo nächtens díe autos hungriger polizisten und taxler in seltener eintracht am gehsteig parken :-).

eleon
11
14.7.2010, 12:21

am gaussplatz!

das eis ist auch nicht schlecht.
ausserdem hat der prindl 24h geöffnet.

hat den vorteil, dass es bei jedem besuch quasi eine "alltagsgeschichte" live gibt - lustige klientel.

der apfelstrudel ist jetzt nicht so der reisser - dafür die handsemmel eine macht.

I pocks net
 
10
19.7.2010, 08:43

Prindl? Eine der schlechtesten Bäckerein überhaupt. Gut, den topfenstruddel kenn ich nicht - aber das Eis ist nicht so lecker (obwohl sorten orginell) - und die Semmeln schmecken sehr staubig (sind sehr mehlig).
Vorteil ist die Sonntagsöffnung.

Li Berg
00
17.7.2010, 10:50
mäßige qualität, dafür überteuert

zumindest in der nacht dominieren zu hohe runde preise (kornspitz 1.-)
ob arbeitsrechtlich alles mit "rechten" dingen zugeht?
beschwerden über türkische bäckereien, die am we offen haben, sind legion.
beim prindl allerdings werden die öffnungszeiten angepriesen.
quot licet...

adm adm
00
16.7.2010, 09:53
grausliches eis

vor jahren hab ich's mal probiert und es war ziemlich widerlich!

amber103
14
14.7.2010, 00:23
Die rote Laterne

Die Brigittenau ist gemeinsam mit dem 15. der kaufkraftschwächste Bezirk Österreichs. Vor 20 Jahren war es völlig unvorstellbar, dass ein Wiener Gemeindebezirk jemals von Armenhäuseren wie dem Lungau, oder dem Südburgenland oder dem Waldviertel überhohlt würde, 2010 ist es nun so weit.

Die Brigittenau beheimatet auch einige der schlechtesten Volks- und Hauptschulen der ganzen Republik. So ist auch zukünftig für Armut gesorgt.

Interessanterweise profitiert die regierende Partei vom Niedergang.

Susanne_B
00
15.7.2010, 10:30

Dafür müssen Sie aber der Fairness halber erwähnen, dass man sich mindestens so gut wie beim Mundl unterhält, wenn man zB bei der Schule am Leipziger Platz vorbeigeht... Im Ernst: die Brigittenau hat Schwächen, aber auch große Vorteile: gute Infrastruktur und guten Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel; man ist schnell im Grünen, aber auch rasch in der Innenstadt...

Herr Reinsch
00
23.7.2010, 12:36

ich würde ja weiter gehen und behaupten, die brigittenau sei der beste platz auf der welt überhaupt. rein objektiv jetzt ;)

BRigittenauerin1
01
23.7.2010, 13:03
stimme aus vollem herzen zu, allerdings...

es gibt in der brigittenau

* zu viel armut (zweitärmster bezirk wiens),
* zu viele un-glücks-spiellokale,
* zu viele baumfällungen mit ersatzpflanz statt ersatzpflanzungen,

* zu wenig platz für die musikschule,
* zu wenig förderung für junge künstlerInnen,
* zu wenig gut (thermisch)sanierte gebäude,

* zu wenig grün für fußgängerInnen (viele ampeln sind so kurz geschalten, dass spätestens in der straßenmitte mit einer unangenehmen rot-überraschung zu rechnen ist),
* zu wenig grün, in dem freies bewegen möglich ist, ohne dass man etwas konsumieren muss,
* zu wenig grün ganz generell ;o)

eleon
01
14.7.2010, 12:39

Nana wir wollen ja nicht übertreiben und mit falschen Fakten um uns schmeissen

Schlusslichter sind noch immer Lienz und Zwettel

Aber viel fehlt nimmer für 1200, 1150 und 1020

amber103
01
14.7.2010, 16:18

Nicht wenn man das real verfügbare Einkommen nach Personen (nach Abzug von Miete,...) vergleicht. Wichtig ist auch, dass man die Verdienste dem Personenwohnort korrekt zurechnet.
Bei Korrektur dieser Daten, steht dann 1200 und 1150 ganz hinten.

Insbesondere im 20. gab es früher sehr viele Industrie und Gewerbebetreibe, die überdruchschnittlich gut zahlten. Diese wurden von der Stadtregierung aktiv vertrieben.

eleon
10
15.7.2010, 10:42

finde nicht dass fixkosten gegenkalkuliert gehören. auch nicht die miete. zwingt einen ja keinen eine "hohe" stadtmiete zu löhnen.

detail
00
13.7.2010, 23:13
hitzefrei

heut um 4 scheinen die kampfposters hitzefrei gekriegt zu haben. ab da war's still...

schwarze löcher nicht nur im weltraum
12
13.7.2010, 20:59
unfaßbar die manipulation der leser

unangenehme, schlechte meldungen über die schwarze hadderlumpen truppe unter der unfähigen führung von pröll, liest man hier vergeblich

adm adm
12
16.7.2010, 09:49
övp in brigittenau so gut wie nicht vorhanden

das ist der grund, warum sie auch hier nicht vorkommt

Kein Begriff drückt Mich aus
00
13.7.2010, 16:12

http://www.ots.at/presseaus... ndererheim

Nazi-Brandanschläge in Floridsdorfer Zuwandererheim

FC Celtic Glasgow
41
13.7.2010, 14:48

Warum werden im Standard Beiträge zensuriert??? Es gibt Postings die werden nicht veröffentlich? Warum wohl ist man dem Standard zu weit linkslastig???

leitfaden
00
14.7.2010, 12:13

forenregeln lesen, dann aufregen.

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