Schiedsrichterdebatte

Lasst Webb in Ruhe, bekehrt die FIFA

Tom Schaffer, 12. Juli 2010, 14:04
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    Unverschämte Holländer beschweren sich über den sie sicher nicht benachteiligenden Webb

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Das umstrittene Finale als logische Fortsetzung des längst von Fehlpfiffen geprägten Fußballs - Technologie muss her - ein Kommentar

Die Schiedsrichterleistungen im Fußball lassen nicht erst seit der Weltmeisterschaft in Südafrika keinen Zweifel darüber offen, dass technische Hilfsmittel im Spitzenfußball längst überfällig sind. Der Kick in den internationalen Bewerben und Top-Ligen erreicht längst ein Tempo, das dem menschlichen Auge keine fehlerfreien 90 Minuten ermöglicht.

Die Schiedsrichter sind dabei das schwächste Glied der Kette. Die schlecht bezahlten Amateure müssen am Feld die Weigerung der FIFA ausbaden, ihnen angemessen unter die Arme zu greifen. Würde einer von Ihnen sich mit seiner Meinung über technische Hilfsmittel gegen den Weltverband stellen, es gäbe genügend Ersatzpersonal für die nächste Großveranstaltung.

Natürlich treffen die Herren in Schwarz auch ganz normale, menschliche Fehlentscheidungen, erwischen auch schlechte Tage, können sich manchmal nicht aus der Verantwortung nehmen. Aber das gehört zur unvermeidbaren Menschlichkeit des Fußballs. Die meisten Vorfälle bei der WM hätten jedoch mit einem Videobeweis (und würde er auch nur für Schlüsselszenen wie Ausschlüsse und Tore verwendet) verhindert werden können. Man denke an das Tor für England gegen Deutschland, den Abseitstreffer von Tevez gegen Mexiko oder das nichtgegebene Tor der USA gegen Slowenien.

Das umstrittene Finale

Dass dann auch das Finale nicht ohne strittige Entscheidungen geblieben ist, ist konsequent. Vier mögliche Rote Karten (Van Bommel hätte bei zwei Gelegenheiten unter die Dusche geschickt werden können, De Jong dieses Spiel nicht ohne Ausschluss beenden dürfen, Robben blieb nach Ballwegschießen dank des Schiri-Fingerspitzengefühls verschont) blieben den Niederländern teilweise schon früh im Spiel erspart, zwei weitere standen später auch für die Spanier zur Diskussion (als Iniesta die permanente Treterei zu viel wurde und er sich mit einer „leichten" Tätlichkeit revanchierte und als der letzte Mann Puyol im Laufduell mit Robben etwas exzessiv klammerte).

Dass ein englischer Schiedsrichter generell einen etwas ruppigeren Fußball durchgehen lässt, das wusste die FIFA schon vor dem Spiel. Das lässt für die viel feiner spielenden Spanier die Möglichkeit offen, sich über die Schiedsrichterbesetzung zu beschweren - und auch mit den ausbleibenden Ausschlüssen zu hadern.

Dass aber ausgerechnet die oft nah an der Brutalität agierenden Niederländer dem vergleichsweise jungen Howard Webb die Schuld an ihrer verdienten Niederlage in die Schuhe schieben wollen, ist angesichts dieser Schonung dieser großen Fußballnation nicht würdig. Nicht nur die Oranje-Medien, selbst De Jong(!) hatte - trotz seiner vom Ausschluss verschonten Kung Fu-Einlage(!) gegen Alonso - die Nerven, einen nicht gegebenen Eckball kurz vor dem Gegentor breitzutreten.

Zu milde, aber gar nicht schlecht

Es ist nicht zu leugnen. Webbs Leitung war bei zwei oder drei einzelnen Entscheidungen zu milde - trotz einer Rekordflut an Karten (zwölf Gelbe, eine Gelb-Rote). Bei den anderen lag die Entscheidung durchaus im Ermessensspielraum des Schiedsrichters. Übersehen wurde alles in allem nicht viel - fast allen Regelwidrigkeiten folgten Pfiffe und Karten - nur entschied Webb in der Bestrafung etwas anders, als jene es gerne gesehen hätten, die im Gegensatz zu ihm unzählige Perspektiven und Zeitlupen zur Verfügung haben. Der englische Polizist - der sich immer vorbildlich bemüht, Spiele nicht zu zerpfeifen, im Hintergrund zu bleiben und eher nochmal mit Spielern zu sprechen, anstatt sie gleich in sein Büchlein einzutragen - hätte im Finale Rot früher auspacken müssen. Immerhin pfiff er aber in einer für ihn unglaublich schwierigen Partie ein konstantes Match und blieb stets berechenbar.

Das wird von einem Referee gefordert. Obwohl das oft sinnvoll erscheinen würde, ein Unparteiischer darf gar keine Karten verteilen, um ein Spiel zu lenken. Er ist zur Überwachung der Regeln da, nicht um ein Spiel zu prägen. Er muss Fouls so ahnden, wie er sie im Einzelfall sieht.

Seine Hand voll Fehler wird ihm den ein oder anderen Schlaf rauben, wie man ihn aus der Schiedsrichter-TV-Dokumentation von der Europameisterschaft 2008 kennt. Die Empörung über die WM-Probleme sollte aber nicht an den Schiedsrichtern ausgelassen werden, sondern den Verantwortlichen bei der FIFA Kopfzerbrechen bereiten. Ihre Verweigerung vor der Moderne schafft seit Jahren verzerrte Turnier- und Liga-Ergebnisse. Die nächste Großveranstaltung sollte nicht mehr ohne technische Hilfsmittel stattfinden. (tsc, derStandard.at, 12.7.2010)

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Thomas Jandl
02
16.7.2010, 20:59

Das bedeutet dann dass der Herr Webb den Kung Fu Tritt nicht gesehen hat. Glaub ich nie und nimmer. Er hatte nicht die Courage eine ROte in der 1. Halbzeit zu zuecken. Kein Video haette da was geaendert.

Oder Iniesta? Unsportlichkeit wgene Schwalbe, dann Taetlichkeit. Gesehen hat er es, er hat ja abgepfiffen. Er hatte eben nicht die Courage den Star rauszustellen.

Robben allein auf's Tor. Er hat nicht abgewunken, und seine Reaktion auf Robben's Proteste war klar: Ich hab's gesehen, wollte aber nicht eine Rote fuer Puyol geben.

All das hat mit Video NULL zu tun.

andré melun
00
19.7.2010, 11:34
Können wir das einmal ernsthaft diskutieren?

- "Tätlichkeit": Das FIFA-Regelbuch spricht von einem "übermässig hartem oder brutalem" Attackieren ohne Ball. Iniesta hat Van Bommel geschubst. Für mich also klar Unsportlichkeit (Gelb), aber keine Tätlichkeit (Rot)
- Schiedsrichterleistungen an sich, nicht nur im Finale: Hier stellen sich viele Fragen:
- Warum wurden den USA zwei vollkommen korrekte Tore aberkannt?
- Warum gibt ein Schiedsrichter, der gute Sicht auf die Szene hat, aufgrund einer Schwalbe einen Elfer (NDL-SLK, auch wenn es schon wurscht war)?
Fortsetzung folgt, wenn Sie an einer Diskussion interessiert sind

XY YX
00
13.7.2010, 21:35

eine schande für die fifa schidsii fehlerr zu verharmlosen und die alten herren der fifa sind sgegen jede aenderung der spielregeln die ihre macht und position schwaechen könnte!
Der fifa praesident sollte abgeloest werden! Fifa ist schon laengst eine politische institution und kümmert sich nur noch sehr wenig um ihre mitglieder und gerechtigkeit .
Wenn das nicht so waere ein beispiel: fifa hat bei dieser wm 5mrd eu verdient und südafrika hat 5 mrd für die abhaltung der wm ausgegeben!
Wo bleibt die hilfe der fifa südafrika den erlloes aals entwicklungshilfe u spenden n.
Das waere eine gerechte umverteilung und ein dank an sa für einetolle wm!

Faktum
21
13.7.2010, 17:38
liebe Redaktion, es stimmt Schiris gehören zum Fußball, aber wärend die Fußballer sich weiter entwickelt haben, entwickelten sich die Schiri in das Gegenteil.

Selbstherrliche Schiris kennt man zur genüge, in Österreich zB. Stuchlik, man soll jetzt mit diesen egonzentrischen Schiris milde sein?
nein, den Schiris stehen zur Zeit im Mittelpunkt und dabei sollten nur eine Nebnsache sein, man verlangt nur ein faire Schirileistung, mehr nicht.

Thomas Jandl
00
16.7.2010, 20:56

Sie sind wohl ein ganz junger Spund. Schauen Sie sich mal Spiele von vor 20 Jahren an. Schiris sind heute 10 mal fitter.

Dass man seine Foulperzeption oder Sehkraft nicht verbessern kann, das ist klar, aber es wird in Hinsicht Fitness massiv gearbeitet. Auch was Konsistenz angeht. Vor 20 jahren hatte der Schiri praktisch voellige Entscheidungsfreiheit was "absichtliches Hand" angeht. Die Konsistenz beim Hands pfieffen und bei den Karten hat sich dank hunderter Stunden Trainingsvideos massiv verbesster.
Im Eneffekt ist Sichtwinkel eben Sichtwinkel, aber Schiris haben sich massiv weiterentwickelt. Nur der biersaufende Couchfan erkennt das nicht.

silverbridge
00
13.7.2010, 17:20
Nicht ganz ernst gemeint.

Ich wüsste da eine Mannschaft gegen die die Niederlande mal so spielen sollte - da würden dann auch die Schiedsrichterentscheidungen passen.

http://www.youtube.com/watch?v=d... re=related

Mich würde interessieren wie viele der niederländischen Holzhacker nach dem Haka nicht die Hosen voll hätten.

Hanns Pesticek
02
13.7.2010, 16:23
Besetzungspolitik der FIFA

Warum thematisiert niemand von den Postern diese Konstellation:
Die Mannschaft mit den meisten Fouls und Gelben Karten und mit dem sattsam bekannten Treter Van Bommel trifft im WM-Finale auf Filigrantechniker - und der zuständige Verband nominiert als Schiedsrichter einen Mann
- aus einem Land, in dem "ruppiger" gespielt werden darf
- der bekannt ist, für seine Zurückhaltung beim Karten Verteilen?

Statt dessen wird über technische Hilfsmittel und über die Einführung von Basketballregeln diskutiert.

PS: Das You Tube-Video vom De Jong-Foul hat die FIFA sperren lassen - aus urheberrechtlichen Gründen

leap in the dark
00
13.7.2010, 18:50

wird zumindest im (sehr treffenden) artikel formuliert. im übrigen geht es ja nicht dezidiert um die leistung im finale, sondern eher um deren krönenden punkt einer reihe klarer fehlentscheidungen, die den turnierverlauf maßgeblich beeinflusst haben.

spoiled ballot
00
13.7.2010, 18:43
alle videos nehmen sie raus

nur werden sie immer wieder raufgestellt.

SagServus
00
13.7.2010, 16:29

Einfach auf Youtube "De Jong Foul" eingeben.

Man findet noch genügend Videos zum anschauen die nicht gesperrt sind.

austropiefke
00
13.7.2010, 16:14
auf den Versuch kommts an

warum nicht mal bei einem großen Turnier testen? Warum nicht erstmal bei einer U21 EM oder WM? Warum nicht bei der Frauen-WM?
Hinterher kann immer noch entschieden werden, ob die Spiele zu technisch waren, oder am Ende doch genau das sind, was sie sein sollen: reiner Fußball

wale
 
42
13.7.2010, 15:55
NEIN

Die totale Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein schwerer Fehler. Verschont den Fußball mit den "Technischen Hilfsmitteln" - er muss ungerecht sein dürfen, der Schiri muss ein "Arsch" sein dürfen, Entscheidungen müssen umstritten sein dürfen - sonst lassen wir doch Techniker oder Beamte Digitalfußball spielen, der nur mehr ausgerechnet wird, anstatt GESPIELT.

Faktum
31
13.7.2010, 18:36
sind sie rapid oder austria fan?

bob cruzia
00
14.7.2010, 06:13

sind sie ein faktotum im sinne von c. bukowski?

mf g

Bambi, die Sau
32
13.7.2010, 16:25

Sehe ich auch so. Ich frage mich sowieso, wieso sich viele heute mit Fehlentscheidungen so schwer tun. Die hat es im Fußball immer gegeben. Dennoch ist es der fantastischte Sport der Welt, der am meisten Menschen zu begeistern vermag. Ich bin zwar generell ein Feind der FIFA - in diesem Punkt bin ich aber ihr größter Freund. Das Spiel darf nicht wegen ein paar Populisten, die mit menschlichen Fehlentscheidungen nicht umgehen können, zerstört werden.

Lord Andrea
21
13.7.2010, 23:09
absolut

richtig!

wale
 
32
13.7.2010, 16:31
Genau

Richtig: Sie bringen einen wesentlichen Punkt ein - das zunehmende Unvermögen, Fehler zu akzeptieren, das nicht Gelungene, Fehlgeschlagene in unser Leben zu integrieren. Das Ausmerzen von Fehlern hat aber etwas Gnadenloses, Inhumanes, Totalitäres.

Theo Dor
00
14.7.2010, 18:30
geh bitte!

sehen Sie das bei ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung, einem chirurgischen Eingriff oder bei ihrem KfZ-Mechaniker genauso???

Ruben Manuel Da Silva
12
13.7.2010, 19:58

na da haben sich zwei träumer gefunden! seit wann haben die amish internet?

Lord Andrea
10
13.7.2010, 23:23

Gegenüber der Forderung eines Videobeweises im Fussball erachte ich die Amish als Marsmobil

boro boros
 
00
13.7.2010, 20:46

ja, wirklich unglaublich :D

ZO1DBERG
30
13.7.2010, 15:09

bin vollkommen ihrer meinung. extrem schwierige partie zu pfeifen und webb hat es trotzdem geschafft im hintergrund zu bleiben...

boro boros
 
10
13.7.2010, 20:47

er hätte es sicher strenger pfeifen können, dann wär das finale nach 30 minuten und ein paar roten entschieden gewesen. bin auch der meinung, dass die leistung ganz ok war, da gab es viel schlimmeres bei der wm.

pascale
01
13.7.2010, 16:18
Webb machte sich durch die falschen Entscheidungen

zum Mittelpunkt des Finales!

ZO1DBERG
10
13.7.2010, 16:26

geh! und mit 5 roten hätte er sich nicht zum mittelpunkt gemacht. Dann hättet ihr hier wieder alle geschrien...
im endeffekt hat die bessere mannschaft gewonnen und so soll es sein - der schiedsrichter hat an dem spielverlauf nicht viel verändert...

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