Betreiber kommen monatelanger Forderung britischer Kinderschützer nach
Facebook kündigte eine "Alarmknopf" für das soziale Netzwerk an um britische Kinder vor den Gefahren des Internets zu schützen, berichtet BBC. Wird der Knopf gedrückt, erstattet man Bericht beim britischen Ceop (Child Exploitation and Online Protection Centre) und Facebook. Damit kommen die Betreiber von Facebook der Forderung von Ceop nach.
Entschluss
Bei Ceop handelt es sich um eine Strafverfolgungsbehörde mit dem Auftrag Sexualstraftäter im Internet aufzuspüren. Die Behörde fordert bereits seit November einen entsprechenden Alarmknopf für soziale Netzwerke. Bebo war das erste soziale Netzwerk mit dem Hilfe-Mechanismus, darauf folgte Myspace. Facebook weigerte sich lange Zeit mit dem Verweis auf eigene Sicherheitsmechanismen. Nachdem eine 17-jährige Facebook-Nutzerin von einem 33-jährigen Sexualstraftäter über Facebook aufgesucht und ermordet wurde, beugt sich Facebook dem Druck der Behörde. Auch zahlreiche Polizeichefs aus England, Wales und Schottland unterstützten die Forderung Ceops.
Maßnahmen
"Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Kinder", erklärt Jim Gamble, Chef der Ceop. Mit der Applikation wird Facebook-Nutzer direkter Zugriff auf alle Services, die hinter dem ClickCeop-Knopf stecken, haben", meint Gamble. "Letztendlich sorgt dies für eine sicherere Umgebung für Nutzer und das ist das Wichtigste", zeigt sich die britische Facebook-Sprecherin, Sophy Silver, erfreut.
Neben dem Alarmknopf wird es auch eine eigene Seite, in Kooperation zwischen Ceop und Facebook, geben. Für Teenager interessante Themen sollen dort an Fragen der Sicherheit im Internet geknüpft werden.
Expertenmeinung
Auf Seiten von Sicherheitsexperten wird die Einführung des Meldeknopfes zwar begrüßt. Die Probleme sind damit jedoch nicht aus der Welt geschafft. "Natürlich zählt das Argument, dass die Präsenz des Meldeknopfes dazu beitragen wird, Aufmerksamkeit zu erregen. Auch die Sensibilität, den Schwächeren unter uns zu helfen, wird gesteigert. Es könnte auch sein, dass Wiederholungstäter schon durch eine einzelne Meldung schneller enttarnt werden", kommentiert Rik Ferguson, Senior Security Advisor bei dem Sicherheitsanbieter Trend Micro, den Meldeknopf.
Risiko
Unglücklicherweise stehe aber auch ein anderes Resultat im Raum. "Die Anwendung könnte Straftäter auf Umwege führen - so ist etwa die Schaffung von 'Einweg-Alteregos' denkbar. Diese wären im Nachhinein weitaus schwerer aufzuspüren", warnt Ferguson. (pd/pte)