So gut wie daheim

Martin Obermayr, 12. Juli 2010, 10:52
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    Über dem Nike Store in Melville prangt wohl eines der feinsten WM-Graffiti von Südafrika.

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    Bei Muthwa Buy & Braai in Soweto befinden sich der Fleischer und der Griller gleich nebeneinander.

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    Am Lagerfeuer von Lebo´s Soweto Backpackers lässt es sich äußerst gemütlich übers Kicken philosophieren.

Seit Freitag ist wieder Soweto das Basislager und die WM-Stimmung hat noch einmal so richtig Fahrt aufgenommen

Jetzt wollte ich da ganz cool etwas von 48 Stunden Finalwochenende in Soweto und Johannesburg schreiben, und dann habe ich bei der Schlussfeier schon vor Shakiras Auftritt feuchte Augen. Als auch noch Nelson Mandela im Golfwagerl herumkutschiert wurde, hätte ich am liebsten wie ein Schlosshund geheult, aber schließlich hat die professionelle Contenance gesiegt und ich habe die Tränen unterdrückt. Trotzdem ist es einfach überwältigend, mit welcher Bravour Südafrika diese Weltmeisterschaft absolviert und zu einer wochenlangen Party gemacht hat: mit einer Gewissenhaftigkeit und Freundlichkeit genauso wie mit Organisations- und vor allem Improvisationstalent. 

In eben dieses WM-Feeling bin ich am Wochenende in Soweto und Johannesburg wieder eingetaucht. Am Freitagabend sind wir zu Lebo´s Soweto Backpackers gefahren, um uns auf das Finalwochenende einzustimmen: gemütlich am Lagerfeuer sitzen und über Fußball, die WM und das Vermächtnis tratschen - schön. Um elf sind wir in einen Club in der Nähe von Lebo´s weitergezogen, damit wir um Mitternacht auf den Geburtstag von Reisebegleiter Rene anstoßen konnten. Um zwei war´s fein zuhause im Bed&Breakfast von Nthateng zu landen. 

Am Samstag war Johannesburg angesagt. Zu Mittag haben wir den recht gemütlichen Stadtteil Greenside erkundet, wo gerade eine Essens- und Ausgehmeile im Entstehen ist. Danach sind wir weiter nach Melville, wo sich schon in den vergangenen Jahren eine solche Hang-out-Szene etabliert hat. Schließlich haben wir uns noch in das Business- und Shopping-Viertel Sandton gewagt. Allerdings dürften sich in den zwei riesigen Einkaufszentren "Sandton City" und „Nelson Mandela Square" ungefähr 80 Prozent aller WM-Touristen eingefunden haben. Nach einer guten Stunde waren wir wieder weg. 

Das Spiel um Platz drei haben wir dann bei Lebo´s gesehen, um danach noch einen der angesagtesten Clubs in Soweto zu besuchen: Ozone bzw. The Oz Club. Prallvolle Tanzflächen, eine enthusiastische Stimmung und immer wieder die begeistert interessierte Frage "Are you enjoying yourself in South Africa?" Leider waren die Müdigkeit und die Anstrengungen der vergangenen Tage aber zu viel für eine lange Nacht. 

Sonntagmittag gab´s noch ein besonderes Schmankerl in Soweto: Muthwa Buy&Braai. Zuerst beim Fleischer einkaufen und das Futter gleich gegenüber auf den Griller werfen - köstlich, und mindestens genauso gut wie zuhause. Wie überhaupt das Leben in Südafrika so gut ist wie daheim, nur dass eine WM ordentlich an die Substanz geht. Drum ist´s dann doch gut, dass sie nun vorbei ist.

ichdenkealsobinich?
00
15.7.2010, 19:17

ich bekomme "gusto" wenn ich das so lese

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