Hintergrund

Wer steckt hinter den Anschlägen?

12. Juli 2010, 11:39

Vermutlich ist die islamistische Organisation Al-Shabaab aus Somalia dafür verantwortlich. Warum verübt sie Anschläge in Uganda? Und warum war ein äthiopisches Restaurant eines der Ziele?

Die islamistische Organisation Al-Shabaab aus Somalia soll für die Anschläge in Kampala während des WM-Finales verantwortlich sein. Bei den Terroranschlägen auf ein äthiopisches Restaurant und einen Rugby-Club sind am Montag mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen.

  • Was ist die Al-Shabaab? 

Al-Shabbab ("Die Jugend") ist eine islamistische Organisation in Somalia, die dort bereits weite Teile im Süden und im Zentrum des Landes kontrolliert. Die von der UN gestützte Regierung kann sich nur in der somalischen Hauptstadt Mogadischu durchsetzen - und auch das nur mit Hilfe der dort stationierten Truppen der Afrikanischen Union (AU).

In den von der Al-Shabaab kontrollierten Landesteilen gilt die Scharia - ein aus dem Koran abgeleitetes Rechtssystem. Das langfristige Ziel ist die Errichtung eines islamistischen Staates Somalia.

  • Warum führen die Al-Shabaab dann Anschläge in Uganda durch?

Noch gibt es keine Bestätigung, dass der Anschlag in Kampala von der Al-Shabaab durchgeführt wurde. Aber für Uganda als Ziel der Islamisten sprechen einige Gründe: Uganda stellt die Mehrheit der AU-Soldaten in Somalia, die der vom Westen unterstützten Regierung in Mogadischu den Machterhalt sichert. Al-Shabaab hat Uganda schon mehrfach mit Anschlägen gedroht.

Die AU hat vergangene Woche angekündigt, die Truppen in Somalia mit 2000 Soldaten aufzustocken. Bisher sind von den rund 8000 vorgesehenen Soldaten nur 2000 im Land, davon stellt Uganda laut Website der AU-Mission in Somalia allein 1760. Die Übrigen kommen aus Burundi. Zusagen für weitere Truppen gibt es aus Nigeria, Ghana und Malawi. Die tatsächliche Stationierung von Soldaten ist allerdings wenig wahrscheinlich.

Uganda hat sich bereit erklärt, mehr Soldaten zu schicken, wenn das Mandat der AU-Truppen ausgeweitet wird und sie auch gegen die Al-Shabaab vorgehen können. Die UN überlegt das Mandat der AU zu übernehmen, bisher haben sich aber wenige Mitgliedsländer bereit erklärt Soldaten in das äußerst instabile Land zu schicken. 

  • Warum war ein äthiopisches Restaurant Ziel des Anschlages?

Äthiopische Truppen sind 2006 in Somalia einmarschiert und haben das Land besetzt. Äthiopien fürchtete eine Radikalisierung der eigenen muslimischen Bevölkerung durch die damaligen Machthaber in Somalia: Die Union Islamischer Gerichte, die in weiten Landesteilen die Scharia in unterschiedlicher Strenge zum geltenden Recht erklärte.

Die Truppen aus dem Nachbarland stießen aber auf erheblichen Widerstand verschiedener islamistischer Gruppen und der Zivilbevölkerung in dem ostafrikanischen Land. 2009 zogen die Äthiopier wieder ab. (mka, derStandard.at, 12.7.2010)

Malkaye
51
12.7.2010, 15:08
"Die von der UN gestützte Regierung kann sich nur in der somalischen Hauptstadt Mogadischu durchsetzen"

wann hört der Standard endlich auf mit diesen falschaussagen? es gibt keine demokratische regierung die von den UN anerkannt wird. das würde voraussetzen, dass da konsens herrscht, oder nicht?!

später dann korrekt:
"Uganda stellt die Mehrheit der AU-Soldaten in Somalia, die der vom Westen unterstützten Regierung in Mogadischu den Machterhalt sichert."

übrigens werden die milizionäre der undemokratischen "drei-straßen-regierung" (die selbst von islamisten geführt wird) von euroäischen soldaten in uganda ausgebildet.

uganda ist der militärische statthalter einer westlicher großmächte.
das ist keine wünschenswerte alternative zu islamisten.

hoffentlich hat der westen damals in burkina faso und d.r. kongo nicht die hoffnung ausgerottet.

Chakachaka
00
13.7.2010, 11:10
warum ist nur aideed gestorben.....

wollten sie damit ausdrucken, oder war er auch keine alternative zum fundamentalen islamischen terror. fakt ist dass die bevölkerung in somalia verhungert oder ermordet wird und schutz braucht.
nun morden die schergen auch in kampala.

Malkaye
00
14.7.2010, 01:08

in somalia unterstützt der westen islamisten gegen islamisten. keine partei ist demokratisch legitimiert.

in somaliland machen die leute es besser und werden nichtmal anerkannt und so den von saudi-arabien hochgerüsteten somaliern ausgeliefert.

aidid war ein warlord mit naturgemäß fragwürdigem sozio-kulturellen hintergrund. aber selbst der wusste, dass es besser ist, wenn die amerikaner so hart abgestraft werden, dass sie bald nicht wiederkommen. nur hat er ihre macht und rachsucht nicht einkalkuliert.

oblomow II
01
12.7.2010, 18:04
vorschläge für somalia?

... hmmmm?

oder nur sudern ...

somalia wird von räuberbanden beherrscht...
und sonst nix...

Malkaye
00
12.7.2010, 21:41
vorschläge?

die mission Atalanta nicht nur seeräuber, sonder auch illegale giftmüll ablassende westliche schiffe, sowie illegale fischflotten aus ost und west dingfest machen. dann haben zumindest die küstenbewohner dort wieder eine legale arbeit und perspektive.

ansonsten könnte man natürlich die wurzel allen übels in dieser region angehen: saudi-arabien. zumindest wenn man sich nicht traut das noch tiefer liegende übel, die ursache der saudi-arabischen zustände, USA anzugehen.

dann wären die somilier nicht mehr so gut bewaffnet - militärisch wie glaubenstechnisch und würden nichtmehr spielball der interessen dritter sein.

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