Verhandlung über Kreuze in Klassenzimmer in Italien könnte für ganz Europa maßgebend sein
Nach dem Start der Verhandlung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) über Kruzifixe in Klassenzimmern in Straßburg wird ein Urteil erst in einigen Monaten erwartet. Der Fall könnte das sensible Verhältnis zwischen
Staat und Kirche in ganz Europa beeinflussen.
Die italienische Regierung vertraute nach dem ersten Verhandlungstag auf ein positives Ende ihres Kampfes
gegen das Kruzifixverbot in den Klassenräumen. "Alle Prämissen sind
vorhanden, damit es zu einem positiven Ende kommt. Wir müssen zwar
einige Monate warten, doch in Straßburg wird eine große Kampagne für die
Freiheit und für die Identität unserer christlichen Werte geführt",
kommentierte der italienische Außenminister Franco Frattini am Mittwoch.
Der Staat Italien hatte zuvor Einspruch gegen ein EGMR-Urteil vom November eingelegt, bei dem festgestellt worden war, dass Kreuze im Klassenzimmer nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar sind. Das Kreuz als Symbol einer
bestimmten Religion könne Kinder ohne Glauben oder mit einer anderen
Religion verstören. Sie gaben der einer finnischen Mutter recht, die gefordert hatte, dass im Klassenzimmer ihrer Söhne das Kreuz abgehängt wird. Das Kruzifix
über der Schulbank verletzte das Recht der Eltern, ihre Kinder gemäß
ihrer eigenen Weltanschauung zu erziehen, so der Gerichtshof. (APA/red)