Globalisierungskritiker planen "Gute Bank"

Das am Gemeinwohl orientiert Institut soll 2012 starten. Spekulation mit Wertpapieren und Handel mit Derivaten oder Fonds sind nicht vorgesehen

Wien - Der Globalisierungskritiker Christian Felber und seine Kollegen von Attac wollen eine "Demokratische Bank" gründen, die in der zweiten Jahreshälfte 2012 an den Start gehen soll, heißt es in einer Aussendung von Attac. Es soll sich um ein gemeinwohlorientiertes Institut handeln, das weder spekuliert noch mit Wertpapieren und Derivaten handelt oder Fonds vertreibt. "Sie wandelt die Einlagen der Sparer in möglichst günstige Kredite für die Wirtschaft", so Felber. Die Kreditzinsen für Firmen sollen im Schnitt maximal 3,5 Prozent betragen, das Geld soll nach ökologischem und sozialem Mehrwert vergeben werden.

Attac als Organisation werde sich an der Gründung nicht beteiligen, heißt es in einem "Positionspapier" von Attac (Link siehe unten). "Für die Gründung würden 5.000 Personen, die je 1.000 Euro in die Mitte legen, ausreichen: das gesetzliche Startkapital von fünf Millionen
Euro wäre beisammen", heißt es dort. Felber selbst geht laut "Kurier" von einem Startkapital von zehn Mio. Euro aus. 

Sparer als Eigentümer

Die Alternative zu einer Neugründung sei der Ankauf einer bestehenden Bank und die Übernahme ihrer Lokale. Langfristig sei in jeder der rund 2.300 österreichischen Gemeinden eine Zweigstelle geplant. Die Grundidee einer "Demokratischen Bank": Alle Sparer, Kreditnehmer und Gesellschafter werden Eigentümer der Bank und lenken ihre Geschicke auf demokratischem Weg. Die Löhne der Angestellten sollen um 50 Prozent über dem Mindestlohn liegen, die Vorstandsgehälter mit rund 5.000 Euro begrenzt werden.

"Die Zeit für eine alternative Bank in Österreich ist mehr als reif", so Alexandra Strickner von Attac Österreich. Attac lade dazu ein, den Aufbau der Demokratischen Bank zu unterstützen - durch tatkräftige Mitarbeit, Bewerbung oder finanzielle Beiträge. (red)

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