In der Tiroler Gemeinde Kappl mussten am Dienstag 250 Menschen ihre Häuser verlassen
Bregenz - Heftige Regenfälle in relativ kurzer Zeit haben in der Nacht auf Dienstag für
Murenabgänge und über die Ufer getretene Bäche in den Bezirken Imst und Landeck
gesorgt. Am stärksten betroffen war das Paznauntal (Bezirk Landeck). Dort
verlegte eine riesige Mure die Straße im Ortsgebiet von Kappl. Bis zu fünf Meter
hoch türmten sich Schlamm und Geröll. Insgesamt 50 Häuser mussten evakuiert
werden, Hotelgäste umquartiert. Die Paznauntalstraße (B188), die durch Kappl
führt, blieb weiterhin ab Pians gesperrt.
Die starken Regenfälle konzentrierten sich im Bezirk Landeck hauptsächlich
auf Kappl, schilderte Bezirksfeuerwehrkommandant, Christoph Mayr, gegenüber der
APA. 70.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm donnerten in die Ortschaft. Verletzt
wurde glücklicherweise niemand. Am Vormittag waren rund 200 Feuerwehrleute mit
den Aufräumarbeiten beschäftigt. Rund 20 bis 40 Keller mussten ausgepumpt
werden, wobei der Schaden unterschiedlich ist, erklärte Mayr. Die Keller waren
zum Teil hüfthoch von Schlamm und Wasser bedeckt. Hochleistungspumpen aus ganz
Tirol wurden eingeflogen.
Alle Bewohner konnten inzwischen aber wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Einige Hotelgäste wurden umquartiert. Mayr sprach auch die mentale Verfassung
der Menschen im Ort an. Die Leute seien geschockt, weil sie schon wieder von den
starken Unwettern betroffen sind.
Viel Regen in kurzer Zeit
Die Unwetter, begleitet von Regen und Hagel,
begannen gegen 21.00 Uhr, gegen Mitternacht beruhigte sich die Situation dann
langsam wieder. Laut Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) fielen zwischen 20
und 40 Liter Regen pro Quadratmeter, wobei weniger die Niederschlagsmengen als
der kurze Zeitraum, in dem es stark regnete, problematisch gewesen sei.
Durch Muren wurde auch die Silvrettahochalpenstraße zwischen Galtür und
Partennen verlegt. Die Aufräumarbeiten waren im Gang. Die Straße dürfte gegen
Mittag wieder passierbar sein, schätzte die Polizei. In Strengen schoss
ebenfalls eine Mure bis an Wohngebäude heran. Der Dawinbach hatte große Mengen
Geröll mit sich geführt, das sich im Bereich einer Brücke staute bis die
Schlammmassen sich auf die B171 ausbreiteten. Die Straße wurde auf einer Länge
von 100 Metern verlegt. Schäden an Gebäuden dürften sich Grenzen halten. Vier
Wohnhauser mussten aber evakuiert werden.
Auch im Bezirk Imst gab es Probleme aufgrund der massiven Regenmengen. In
Jerzens verschüttet eine Mure die Mühlbachbrücke der Jerzener Straße (L243) und
die Burgstallbrücke der (L16) mit Geröll- und Schlammmassen auf einer Länge von
30 Metern. Die Aufräumarbeiten waren noch im Gang und die L243 blieb vorerst
noch gesperrt.
(APA)