Nach dem Erdbeben

Spendengeld für Haiti kommt nicht an

Michael Möseneder, 11. Juli 2010, 20:16

Nur zehn Prozent der versprochenen Hilfsgelder wurden nach Haiti überwiesen. Schuld wird der Regierung gegeben - und den offiziellen Komitees

Port-au-Prince - Versprechen werden in der Politik immer gemacht, gebrochen werden sie fast ebenso so oft. Auch in Haiti, dass am Montag vor einem halben Jahr von einem katastrophalen Erdbeben heimgesucht worden ist. Umgerechnet 4,19 Milliarden Euro hat die internationale Gemeinschaft für den Wiederaufbau zugesagt, angekommen sind bisher nur zehn Prozent, kritisiert der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der die Verwendung der Gelder mitkontrollieren soll.

Tatsächlich Geld überwiesen hätten bisher nur Brasilien, Norwegen und Australien. Auch die USA hätten Geld in den Hilfsfonds eingezahlt, aber nur 23,7 Millionen Euro statt der angekündigten 910 Millionen Euro. Der große Rest der Staaten habe lediglich Schulden erlassen.

Kritik an internationalen Komitees

1,6 Millionen Menschen leben nach wie vor unter erbärmlichen Verhältnissen in provisorischen Zeltstädten. Schuld daran geben Hilfsorganisationen und manche Geberländer Haitis Regierung, berichtet der Observer am Sonntag. Andere kritisieren allerdings auch die internationalen Komitees - wie jenes von Clinton.

Schon kurz nach dem Beben, bei dem über 200.000 Menschen starben und durch das 1,6 Millionen obdachlos geworden sind, wurden von Uno, Regierung und NGOs sogenannte Cluster gegründet. Die sollten eigentlich Pläne für den Wiederaufbau der Häuser oder der Gesundheitsinfrastruktur entwickeln. Bisher mit mäßigem Erfolg - noch immer wird beispielsweise debattiert, ob Neubauten eher aus Holz oder Beton sein sollen und ob man größere Gebäude bauen oder die Hauptstadt Port-au-Prince flächenmäßig ausdehnen soll.

Viele Bewohner sehen sich in diesen Kommissionen zu wenig vertreten. Auch die britische NGO ActionAid kritisiert im Observer, dass nur die Wünsche der Geberländer berücksichtigt werden. Die Regierung selbst sei noch immer gelähmt und desorganisiert. Auch die Uno hat Probleme: Am Samstag wurde Bernard Ouellette, Oberbefehlshaber der UN-Mission Minustah, abgesetzt, da es ihm nicht gelungen sei, die Moral der Soldaten zu heben. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 12.7.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 115
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Pepi friß weniger
00
natürlich kommt es an

nur eben nicht bei den Hatitianern !
http://www.welt.de/politik/a... rophe.html

Dr.mumunator
00
12.7.2010, 18:47
Ganz was neues

aber wichtig war, dass wir alle unser Geld spenden!

ExBeamter
00
12.7.2010, 11:53
Ein schelm der böses denkt!

tucker maxxx
02
12.7.2010, 11:48

Der große Rest der Staaten habe lediglich Schulden erlassen...
was vermutlich eh die gscheitere variante ist.

Srta. Ofelia
72
12.7.2010, 11:44

Wenigstens hat sich das Rote Kreuz dabei saniert !

ExBeamter
11
12.7.2010, 12:40
Dolm!

criticus maximus
11
12.7.2010, 12:30
artikel gelesen oder nach der überschrift aufgehört??

melora
14
12.7.2010, 11:02
... noch immer wird beispielsweise debattiert, ob Neubauten eher aus Holz oder Beton sein sollen ...

Würd mich interessieren, was die feinen Leute fürs Debattieren kassieren ...

Man kann natürlich so lang debattieren, bis man mit feinem Salär in Pension gehen kann, das Spendengeld ist bis dahin auch aufgebraucht ...

Kontrahent1
06
12.7.2010, 11:18
Was hat Scholl-Latour über Afrika so treffend gesagt:

'Und die Vertreter der Organisationen sitzen in den klimatisierten Räumen der Luxushotels von Nairobi weil schon Daressallaam zu unbequem ist, und debattieren über die Verteilung der Gelder.' Es ist doch immer das gleiche!

tante koal huaba
42
12.7.2010, 10:37
und

wo sind meine 300,- euro gelandet, herr caritaspräsident ?

dasBeobachter.blogspot.com
20
12.7.2010, 11:13

wenn du nicht im forum ein OT theme absetzt,
sondern offiziell bei der caritas nachfrägst,
bekommst auch eine antwort.

tante koal huaba
00
12.7.2010, 15:01
ahso

eine.....

Ingrid Goeschl1
15
12.7.2010, 10:59

So wie ich das verstanden habe geht es hier nicht um private Spenden, sondern um Geld, dass Regierungen versprochen und nicht bezahlt haben.

Ich spende meist an Ärzte ohne Grenzen und habe eigentlich das Gefühl, dass das eine zuverlässige Organisation ist.

Hubert Hawkins
04
12.7.2010, 11:05
Plakative Überschrift

Mir wäre es auch recht, wenn in einer Qualitätszeitung dieser Unterschied etwas herausgearbeitet und auf den reißerischen Titel "Spendengelder kommen nicht an" verzichtet würde. Der suggeriert nämlich das falsche. Aber "Von Staaten zugesagte Hilfsgelder kommen nicht an." ist halt weniger griffig. Am Platz für die Headline kann es ja im Internet nicht scheitern.

Ingrid Goeschl1
01
12.7.2010, 13:34

Sie haben recht, für die Hilfsorganisationen ist so eine Überschrift eine Katastrophe, weil sie suggeriert, sie hätten Gelder veruntreut. Dabei brauchen die Menschen dort so dringend Hilfe!

al vvi
00
16.7.2010, 20:31

Ich bin mit NGO's in Diskussion ueber dieses Thema, ja ich gebe voll der Regierung in Haiti recht.

1 sehen Sie sich an was die NGO's als wiederaufbau verstehen

http://horizon2world.com/Reconstru... 0001a.html

2 qualitaet von rascher hilfe liegt in der Vorbereitung und nicht geschwindigkeit

3 einen verletzten werden Sie auch nicht aus Gruenden rascher Hilfe operieren
Sie werden Professionelle Hilfe rufen. Da der Wiederaufbau fuer die NGO's Geschaeft ist wird
nichts aus der ahand gegeben

4 Die Regierung hat vollkommen recht, denn das wo
die Leute hineingepfercht werden sollen, bezeichnen wir nicht einmal als Hasenstall. Sehen sie sich die Plaene an, wollen Sie so Ihr Leben verbringen? sehen Sie das als Zukunft?

tante koal huaba
01
12.7.2010, 11:03
ahso

ist irgendwie andersrum bei mir angekommen
gruss tante

Beamen bei Magnetstürmen
01
12.7.2010, 12:53

Dann halt nicht nur die Überschrift lesen vorm posten. Gilt übrigends für alle Artikel und nicht nur an dich persönlich. Die Überschriften sind nur reisserisch und sollen zum klicken animieren. Mit dem Inhalt passen sie leider immer öfter nicht zusammen.

Onkel Hansi
44
12.7.2010, 10:28
Immer wieder sind wir nachher schlauer:

Spendengeld kommt nicht an !
Leute, spendet nicht. Schon gar nicht aufgrund weinerlicher Spendenaufrufe diverser Organisationen.
Hier wird das grosse Geld gemacht - zu Lasten der eigentlich Notleidenden.
Es gibt nur ganz wenige Organisationen, die man unterstützen kann.
Wenn schon spenden, dann bitte genau prüfen was mit dem Geld passiert.

dasBeobachter.blogspot.com
13
12.7.2010, 11:16
die reihenfolge wäre:

lesen
verstehen
posten.

wenn du diese reihenfolge einhälst,
*) kommst du nämlich dahinter, dass es hier um die gelder geht, welche die staatsoberhäupter versprochen hatten.
*) und kannst dir das flaming sparen,
welches soundso nur den zweck hat, dein nichtspenden vor deinem gewissen zu rechtfertigen...

tucker maxxx
00
12.7.2010, 11:52

er hat trotzdem nicht ganz unrecht, von mir bekommen diese ganzen hilfsorganisationen keinen cent mehr, egal wofür. hab meinen "stammsandler" der bekommt von mir täglich 5,-EUR und tschick, da weiss ich wenigstens wo das geld landet.

Jimmy Neutron
00
12.7.2010, 12:56

Investitionen in Sandler versickern aber, wogegen es bei Entwicklungshilfe eben um "Entwicklung" geht (oder gehen soll). Es geht hier nicht um Almosen, sondern um Unterstützung, die schlußendlich zu Besserungen führt.

tucker maxxx
00
12.7.2010, 13:28

versickern ist relativ ER hat was davon. und punkto entwicklungshilfe - mir ist das einfach zu undurchsichtig was mit diesen geldern passiert. da wird gespendet und im selben atemzug auch oft genug gleich vorgeschrieben WOFÜR das geld bei welchen firmen auszugeben sei, wenns nicht ausreicht dann gibts halt an "günstigen" kredit..... und die zinsen und die abhängigkeit steigen fleissig weiter.
die einzige massnahme die bei solchen dingen hilft wäre ein ORDENTLICHER schuldenerlass, an allem anderen verdienen oft genug die "spendenden" organisationen.

Hubert Hawkins
00
12.7.2010, 12:54
Individuelle Hilfe

Sie verbessern damit aber nicht seine Situation. Besser wäre es die täglichen 5,- ein Jahr zusammenzusparen und dann die 1.825,- als Anschubfinanzierung für eine Unterkunft zu verwenden um den Teufelskreis kein Job - kein Einkommen - keine Unterkunft - kein Job u durchbrechen.

tucker maxxx
02
12.7.2010, 13:19

ich weiss er kauft sich darum meist ein paar würstel und soll er sich meinetwegen ein bier kaufen. ich bin nicht sein erzieher. genauso wie ich nicht gerne kontrolliert werde oder mir vorschriften machen lasse halte ichs diesbezüglich auch umgekehrt.
job bekommt er in seinem alter ohnehin keinen mehr und mit den pfändungen die er am hals (ex frauen + kinder) hat, hat er ohnehin keine chance mehr auf vernünftigem wege eine unterkunft zu bekommen. und genau für solche dinge wie unterkunft sehe ich die pflicht beim staat, hier zu handeln. ich mach ihm halt täglich "a kleine freud" ned mehr und ned weniger

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